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ANTIPSYCHOTISCHE HEILPFLANZEN |
Sekundäre Pflanzenstoffe bei Psychosen und positiven Symptomen
| Kurzfassung |
| Unter sekundären Pflanzenstoffen oder Phytochemikalien versteht man chemische Verbindungen, die von Pflanzen gebildet werden. Sie stellen eine kostengünstige, leicht zugängliche und wertvolle Arzneimittelquelle dar.
Sekundären Pflanzenstoffe haben vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen, erweitern die Behandlungsmöglichkeiten und können eine wichtige Ergänzung zu antipsychotischen Heilpflanzen sein.
So ist CBD zum Beispiel der heilsame sekundäre Pflanzenstoff in Hanf, der bei Schizophrenie eine wichtige Bedeutung hat. Oder Cucurmin zum Beispiel, ist der wichtigste sekundäre Pflanzenstoff in Kurkuma.
Beispiele von sekundären Pflanzenstoffen in antipsychotischen Heilpflanzen:
| Antipsychotische Heilpflanze | Sekundärer Pflanzenstoff |
| Hanf (Cannabis sativa) | Cannabidiol (CBD) |
| Sibirische Kreuzblumenwurzel (Polygala tenuifolia) | Polygalasaponine |
| Brahmi (Bacopa monnieri) | Bacoside A und B |
| Kalmus (Acorus calamus) | Alpha (α) – Asaron |
| Noni (Morinda citrifolia) | Rutin |
| Johanniskraut (Hypericum perfolatum) | Hypericin |
Einer aktuellen Forschungsarbeit mit dem Titel "Alternative Therapie der Psychose: Potentielle Phytochemikalien und Wirkstoffziele in der Behandlung von Schizophrenie" werden in einer umfassenden Übersicht alle sekundären Pflanzenstoffe (ca. 60) vorgestellt, die in vorklinischen oder Humanstudien erfolgreich Symptome von Schizophrenie lindern konnten. Zum Teil sind diese Pflanzenstoffe ein Bestandteil der antipsychotischen Heilpflanzen in der Liste der 50 STÄRKSTEN ANTIPSYCHOTISCHEN HEILPFLANZEN.
Die Forschungsarbeit kommt zu dem Ergebnis:

"Die Behandlung von Schizophrenie erfolgt üblicherweise mit typischen und atypischen Antipsychotika, bietet jedoch nur geringen Nutzen, ist aber mit vielfältigen Nebenwirkungen verbunden ...
Natürliche Arzneimittel wie Phytochemikalien haben ihr therapeutisches Potenzial in der Behandlung von Schizophrenie durch Modulation von oxidativem Stress, neurologischer Entzündung, Veränderungen des Immunsystems und nachgelagerten Signalwegen, die die Hauptmerkmale der Krankheit sind, bewiesen ...
Diese sekundären Pflanzenstoffe haben aufgrund ihres therapeutischen Werts, ihrer geringeren Nebenwirkungen, ihres besseren Sicherheitsprofils im Vergleich zu Psychopharmaka und ihrer hohen Wirksamkeit an Aufmerksamkeit gewonnen." (2)
Sieben sekundären Pflanzenstoffe mit antipsychotischen Eigenschaften werden nun vorgestellt, die in Studien bei psychotischen Symptomen ihre Wirksamkeit bewiesen haben und im deutschen Handel erhältlich sind. Sie können als Ergänzung in einer antipsychotischen Heilpflanzen-Formulierung zur Wirkungssteigerung dienen:
- Quercetin
- Curcumin
- Diosmin
- Betain
- Gallussäure
- Piperin
- Myricitrin
1. Quercetin

| Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Er hat antioxidative, entzündungshemmende und immunmodulatorischen Eigenschaften, die bei Schizophrenie zur Linderung von Symptomen beitragen kann.
Quercetin wird mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, darunter die Unterstützung der Darmgesundheit, die Verringerung von Entzündungen und die Reduzierung von oxidativem Stress.
Studien zu Schizophrenie mit psychotischen Zuständen, kognitiven Störungen, Depressionen und Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika, wie Dyskinesien und Parkinson haben gezeigt, dass Quercetin deutliche Verbesserungen bewirken kann.
In verschiedenen Fallstudien mit Schizophrenie-Patienten wurde berichtet, dass sich nach Gabe von Quercetin die positiven und negativen Symptome deutlich verbesserten.
Bei einem Patient mit der Diagnose paranoide Schizophrenie mit Verschlechterung der Gesamtfunktion, mangelnder Motivation, Wutanfälle zusätzlich zu akustischen Halluzinationen und mehreren bizarren Verfolgungs- und somatischen Wahnvorstellungen wurde Quercetin (500 mg/d) wurde zu seiner laufenden Behandlung hinzugefügt.
"Es wurde berichtet, dass sich seine positiven und negativen Symptome deutlich verbesserten. Einen Monat später berichtete er zum ersten Mal von einer gewissen Sedierung. Die Bewertungen der Brief Psychiatric Rating Scale zeigten ... signifikante Verbesserungen. " (1)
Ein zweiter Patient mit der Diagnose einer drogeninduzierten Psychose (Cannabis) und einer antisozialen Persönlichkeitsstörung litt unter Denkstörungen, Größenwahn, akustische Halluzinationen, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Außerdem hatte er ein hohes Aggressionspotenzial. Trotz Erhöhung der Clozapin-Dosis auf über 900 mg blieben seine Symptome problematisch.
"Eine Quercetin-Dosis wurde zweimal täglich auf 1000 mg erhöht, und in den nächsten 4 Wochen zeigte sich eine signifikante Verbesserung, insbesondere bei der Verringerung der Reizbarkeit, der verbalen und verhaltensbezogenen Desorganisation und der Denkstörung. Sechs Monate später war Herr A.B. beurlaubt und arbeitete jeden Tag in einer betreuten Werkstatt. Herr A.B. und seine Familie berichteten, dass die Veränderung mit Quercetin dramatisch war ... " (1)
Weitere Ergebnisse zeigen, dass Quercetin das Potenzial hat auch kognitive Defizite und Depressionen zu verbessern. (3) (4)
Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika
Antipsychotika führen zur Schrumpfung des Gehirns, was kognitive Störungen zur Folge hat. Zudem steigt der Appetit was bei 60% der Patienten zu Übergewicht führt. Quercetin verringert den Verlust von Gehirnzellen, wodurch die motorischen Fähigkeiten verbessert werden. Zudem reduziert es den Appetit. (6)
Dyskinesie im Mund- und Gesichtsbereich (Orofazial)
Orofazialer Dyskinesie kann mit Gabe von Quercetin diese Verhaltens- und biochemischen Veränderungen umkehren und konnte sich als nützlicher Wirkstoff erweisen. (5)
Ein Patent zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung und/oder Linderung von Schizophrenie, welches die Kombination von Olanzapin und Quercetin vorsieht, benennt die Vorteile:
"die Kombination von Olanzapin und Quercetin kann Hyperaktivität, kognitive Beeinträchtigungen und Wahrnehmungsstörungen, die durch Schizophrenie verursacht werden, lindern. Die Wirkung der Kombination ist der einer Olanzapin-Monotherapie deutlich überlegen. Darüber hinaus kann Quercetin gemäß der vorliegenden Anmeldung die durch Olanzapin verursachten Nebenwirkungen während der Schizophreniebehandlung, wie Gewichtszunahme, erhöhte Nahrungsaufnahme und erhöhten Blutzucker, abmildern." (7) |
Anwendung
Quercetin ist reichlich in Äpfeln, Zwiebeln, Kapern, Liebstöckel, Kohl, Kichererbsen, Nüssen Beeren, Tee und Rotwein enthalten.

Einkauf
Quercetin - 120 Kapseln a 1000 mg kosten 8,50€. Ein Beispiel
In Fallstudien mit Schizophrenie-Patienten wurde die Quercetin-Dosis von 500 mg/pro Tag schrittweise erhöht, bis die Quercetin-Dosis nach 3 Monaten 1500 mg zweimal täglich betrug.
Wirkungsweise von Quercetin
Quercetin ein Modulator von GABA-Rezeptoren und ein Verstärker der glutamatergen Neurotransmission, einem Signalweg, der bei Schizophrenie defizient ist.
Die Wiederherstellung der glutamatergen Neurotransmission bei Schizophrenie ist ein therapeutische Ansatz. Quercetin ist ein natürliches Flavonoid, das die glutamaterge Übertragung verstärkte, wodurch das positive Symptom der induzierten Hyperaktivität wirksam gelindert wurde.
Ebenso haben andere Untersuchungen gezeigt, dass eine Verringerung der GABAergen Transmission durch Blockierung der GABA-Rezeptoren einige positive und kognitive Symptome der Schizophrenie hervorruft. Deshalb werden GABA-Agonisten oder positive Modulatoren wie Quercetin, derzeit auch als neue Therapeutika für Schizophrenie untersucht.
Darüber hinaus hemmt Quercetin den Zelltod von Gehirnzellen und verhindert so wahrscheinlich den Verlust grauer Substanz.
Studien mit Schizophrenie-Patienten
Positive und negative Symptome
1. Zwei Fallstudien berichten über die erfolgreiche Behandlung von Schizophrenie mit Quercetin
Fall 1
Ein 32-jähriger Mann mit der Diagnose paranoide Schizophrenie, stellte sich mit Beschwerden über eine signifikante Verschlechterung der Gesamtfunktion, mangelnde Motivation, Wutanfälle zusätzlich zu akustischen Halluzinationen und mehreren bizarren Verfolgungs- und somatischen Wahnvorstellungen vor.
Über Jahre hinweg wurde er mit einer Reihe verschiedener Antipsychotika mit begrenzter Wirkung behandelt. Bis 2013 wurde er mehrere Jahre lang mit einer Kombination aus Clozapin (1200 mg täglich), Pipothiazin 100 mg alle 2 Wochen, Chlorpromazin 400 mg täglich, Sertralin 50 mg täglich, Lorazepam 0,5 mg abends, Natriumvalproat 3 g täglich behandelt, "ohne dass eine signifikante Besserung der Symptome eintrat. " (1)
"Quercetin (500 mg/d) wurde zu seiner laufenden Behandlung hinzugefügt. Diese wurde schrittweise erhöht, bis seine Quercetin-Dosis nach 3 Monaten 1500 mg zweimal täglich betrug ... Es wurde berichtet, dass sich seine positiven und negativen Symptome deutlich verbesserten. Einen Monat später berichtete er zum ersten Mal von einer gewissen Sedierung (Beruhigung),. Die Bewertungen der Brief Psychiatric Rating Scale zeigten ... signifikante Verbesserungen. " (1)
Fall 2
Ein 26-jähriger Mann mit der Diagnose einer drogeninduzierten Psychose (Cannabis) und einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Zu seinen Symptomen gehörten Denkstörungen, Größenwahn, akustische Halluzinationen, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Außerdem hatte er ein hohes Aggressionspotenzial. Trotz Erhöhung der Clozapin-Dosis auf über 900 mg blieben seine Symptome problematisch.
"Eine Quercetin-Dosis wurde zweimal täglich auf 1000 mg erhöht, und in den nächsten 4 Wochen zeigte sich eine signifikante Verbesserung, insbesondere bei der Verringerung der Reizbarkeit, der verbalen und verhaltensbezogenen Desorganisation und der Denkstörung. Sechs Monate später war Herr A.B. beurlaubt und arbeitete jeden Tag in einer betreuten Werkstatt. Herr A.B. und seine Familie berichteten, dass die Veränderung mit Quercetin dramatisch war ...
Diese beiden Fallberichte legen nahe, dass Quercetin wirksam zur Ergänzung einer antipsychotischen Behandlung eingesetzt werden kann ... Fall 1 liefert den deutlichsten Hinweis auf die positive Wirkung von Quercetin, da außer der Zugabe von Quercetin keine signifikanten Änderungen an der seit fast zwei Jahren bestehenden Behandlung vorgenommen wurden ... Von keinem der Patienten wurden nach der Quercetin-Gabe Nebenwirkungen berichtet." (1)
2. Eine vorklinische Studie wurde durchgeführt, um die neuroprotektiven Effekte von Quercetin bei der präventiven und therapeutischen Behandlung von Schizophrenie zu untersuchen. Quercetin wurde zwei Wochen lang im Dizocilpin-induzierten Schizophrenie-Tiermodell verabreicht.
Dizocilpin ist eine chemische Substanz, die Schizophrenie-Symptome auslösen kann, indem es Glutamatrezeptoren (NMDA-Rezeptoren) kann. (siehe Artikel: BEHANDLUNGSZIELE BEI PSYCHOSEN UND SCHIZOPHRENIE | 3. Die Glutamat-Hypothese)
Das Dizocilpin induzierte Schizophrenie-Tiermodell ist ein pharmakologisches Modell, das verwendet wird, um die Mechanismen der Schizophrenie zu untersuchen. Es imitiert bestimmte Aspekte der Krankheit, indem es die Wirkung von Dopamin und anderen Neurotransmittern im Gehirn verändert.
Ergebnisse der Studie:
"Die vorliegenden Erkenntnisse haben gezeigt, dass Quercetin die Auswirkungen der Dizocilpin-induzierten psychoseähnlichen Symptome in allen Verhaltensbewertungen signifikant umkehrt und auch oxidativen Stress bekämpft. Dieses Flavonoid reguliert zudem die dopaminerge, serotonerge und glutamaterge Neurotransmission.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Quercetin sowohl als präventive als auch als therapeutische Strategie zur Abschwächung von oxidativem Stress und Zytokintoxizität, zur Regulierung der Neurotransmission und zur Verhinderung einer verstärkten DNA-Fragmentierung eingesetzt werden kann, die zu einer Linderung psychoseähnlicher Symptome bei Schizophrenie führen kann." (2)
Kognitive Symptome
4. Die einer Studie bestanden darin, die schützende Wirkung von Quercetin bei kognitiven Symptomen zu untersuchen, die in einem Tiermodell der Gedächtnisstörung bei Schizophrenie hervorgerufen wurden.
Ergebnisse: "Diese Ergebnisse zeigen, dass Quercetin das Potenzial hat, kognitive Defizite ... zu verbessern und dass Quercetin zur Behandlung der Symptome von Schizophrenie nützlich sein kann, teilweise aufgrund seiner Fähigkeit, freie Radikale zu fangen und seiner hohen antioxidativen Kapazität." (3)
Depressionen
4. Der Zweck einer Studie bestand darin, die schützende Wirkung von Quercetin und Quercetin-Nanokristallen auf Depressionen in einem Tiermodell der Schizophrenie zu bewerten.
"Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die Einnahme von Quercetin-Nanokristallen depressive Störungen und oxidativen Stress, die durch Ketamin induziert werden, in einem Schizophreniemodell verringert." (4)
Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika
Antipsychotika werden häufig zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. "Leider ist ihre Verwendung häufig mit belastenden Nebenwirkungen des extrapyramidalen Trakts verbunden, wie Parkinsonismus und Spätdyskinesien." (6)
Die langfristige Einnahme von Haloperidol erhöht das Risiko, an einer neurologischen Erkrankung wie Morbus Parkinson zu erkranken. Haloperidol verursacht medikamenteninduzierten Parkinsonismus, indem es zentrale Dopaminrezeptoren blockiert und bei Langzeitbehandlung extrapyramidale Symptome verursacht. Quercetin verringert den Verlust Gehirnzellen, wodurch die motorischen Fähigkeiten verbessert und vor toxischen Stoffen geschützt werden können.
5. Eine Studie zielte darauf ab, die Wirksamkeit von Quercetin auf Haloperidol-bedingte motorische Nebenwirkungen zu untersuchen.
"Die Behandlung der Haloperidol-behandelten Ratten mit Quercetin konnte die Haloperidol-bedingten Veränderungen erfolgreich rückgängig machen. Sie verringerte die Nahrungsaufnahme der Tiere und linderte angstauslösendes Verhalten. Die chronische Quercetin-Behandlung reduzierte die Bewegungsstörungen im Tiermodell des medikamenteninduzierten Pseudoparkinsons zusätzlich." (6)
Dyskinesie im Mund- und Gesichtsbereich (Orofazial)
6. Eine chronische Behandlung mit Neuroleptika führt zur Entwicklung abnormer orofazialer Bewegungen, die als leere Kaubewegungen bezeichnet werden. Eine vorklinische Studie untersuchte die Wirkung von Quercetin auf die von Haloperidol verursachte orofazialer Dyskinesie.
Ergebnisse der Studie:
"Die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Studie legen nahe, dass oxidativer Stress eine bedeutende Rolle bei neuroleptikabedingter orofazialer Dyskinesie spielt und die gleichzeitige Gabe von Quercetin diese Verhaltens- und biochemischen Veränderungen umkehrt. Quercetin, ein natürlich vorkommendes Bioflavonoid, könnte sich als nützlicher Wirkstoff bei neuroleptikabedingter orofazialer Dyskinesie erweisen." (5)
Quellen
(1) Quercetin as an Augmentation Agent in Schizophrenia. Darren Leslie Schwartz, 2016
(2) Reversal of oxidative stress, cytokine toxicity and DNA fragmentation by quercetin in dizocilpine-induced animal model of Schizophrenia. Sidrah Shahzad, Zehra Batool, Asia Afzal , Saida Haider. 2022
(3) The influence of quercetin on recognition memory and brain oxidative damage in a ketamine model of schizophrenia. Derya Guliz Mert , Nergiz Hacer Turgut, Emre Arslanbas, Huseyin Gungor , Haki Kara, 2019
(4) Antidepressant effects of quercetin and it nanocrystal on schizophrenia animal model with using forced swimming test
Mohammadnejad bazkiyaei S. | HAJIZADEH MOGHADDAM A. | Valizadegan F, 2017
(5) Quercetin, a bioflavonoid, attenuates haloperidol-induced orofacial dyskinesia. Pattipati S Naidu 1, Amanpreet Singh, Shrinivas K Kulkarni, 2003
(6) Inhibition of drug induced Parkinsonism by chronic supplementation of quercetin in haloperidol-treated wistars. Hamna Rafiq, Muhammad Farhan , Hira Rafi, Sadia Rehman, Maria Arshad , Sarah Shakeel, 2022
2. Curcumin
| Kurkuma, auch Gelbwurz oder Gelber Ingwer genannt, ist eine Pflanze, die hauptsächlich in Indien und Südostasien beheimatet ist. Curcumin ist der wichtigste Inhaltsstoff von Kurkuma und wird seit Tausenden von Jahren in der traditionellen indischen Medizin (Ayurveda) eingesetzt.
Curcumin, eine in Kurkuma enthaltene Verbindung , ist als Zusatzbehandlung bei Schizophrenie vielversprechend. In einem Review von 2022 wurden die verfügbaren Beweise für Curcumin als Wirkstoff bei der Behandlung von Schizophrenie zusammenfasst. Es gab fünf klinische Studien mit insgesamt 160 Schizophrenie-Patienten, die sich vornehmlich auf negative und kognitive Symptome beschränkten.
Einige Studien deuten auch darauf hin, dass Curcumin bei positiven Symptomen helfen kann, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Eine placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirkung von Nanocurcumin, die 16 Wochen lang zusätzlich zur laufenden antipsychotischen Therapie verabreicht wurden, auf die Symptome von Patienten mit chronisch stabiler Schizophrenie.
Ergebnisse:
"Die Nanocurcumin-Gruppe zeigte signifikante Verbesserungen der Negativsymptome, der Positivsymptome, der allgemeinen psychopathologischen Werte und der PANSS-Gesamtwerte."(1)
Curcumin hat jedoch konsistentere positive Ergebnisse bei der Linderung negativer Symptome gezeigt, zu denen sozialer Rückzug, mangelnde Motivation und verminderte Sprachfähigkeit gehören. Curcumin wurde auch auf sein Potenzial zur Verbesserung kognitiver Symptome untersucht, die häufig auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprechen.
Die potenziellen Vorteile von Curcumin hängen mit seinen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften zusammen, die dazu beitragen können, oxidativen Stress zu reduzieren und die Neuroplastizität im Gehirn zu verbessern.
Darüber hinaus belegen präklinische Studien die Rolle von Curcumin bei der Linderung der metabolischen Nebenwirkungen von Antipsychotika wie Olanzapin und Clozapin. Die Vorbehandlung mit Curcumin verhinderte die Entwicklung tardiver extrapyramidaler Syndrome. Bei sowohl Haloperidol als auch Clozapin verhinderte die Vorbehandlung mit Curcumin erfolgreich die Entwicklung tardiver orofazialer Bewegungen.
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Belege für die Wirksamkeit von Curcumin bei der Linderung der positiven Symptome von Schizophrenie begrenzt sind. Es hat jedoch das Potenzial, negative Symptome und kognitive Defizite zu lindern. Präklinische Studien berichteten zudem über die positive Wirkung von Curcumin bei der Vorbeugung und Verringerung extrapyramidaler und metabolischer Nebenwirkungen." (1) |
Anwendung
Die überprüften Studien unterschieden sich in der Dauer der zusätzlichen Curcumin-Behandlung (8–24 Wochen). Dosen (160 mg/Tag–4 g/Tag).
In drei Studien wurden Nanocurcumin-Kapseln verwendet. Eine Studie verwendete eine Kombination aus Curcumin und Piperin. Alle Dosen wurden gut vertragen.
Einkauf
Kurkuma gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform. Die Kapseln können entweder Kurkumapulver enthalten oder aber einen Extrakt, der besonders hohe Mengen Curcumin enthält.
Die Kapseln gibt es mit schwarzem Pfeffer oder mit dem Extrakt aus schwarzem Pfeffer (Piperin). Pfeffer bzw. Piperin wird mit einem Anteil von 1 Prozent beigemischt, um die Bioverfügbarkeit des Curcumins um etwa das 20-Fache zu erhöhen.
Da der Wirkstoff Curcumin aus Kurkuma in manchen Bereichen dieselben Wirkungen zeigt wie Kurkuma, in anderen Bereichen aber nur Kurkuma eine Wirkung zeigt, nicht jedoch Curcumin ist Kurkuma vorzuziehen.
Daher ist frischer BIO-Kurkuma aus dem Bioladen oder bei REWE die beste Wahl.
Wirkungsweise
Entzündungshemmend und antioxidativ:
Curcumin ist für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt, die dazu beitragen können, Entzündungen im Gehirn zu reduzieren und vor oxidativen Schäden zu schützen, die beide mit Schizophrenie in Verbindung gebracht werden.
Neuroplastizität :
Curcumin kann außerdem die Neuroplastizität verbessern, also die Fähigkeit des Gehirns, sich durch die Bildung neuer neuronaler Verbindungen neu zu organisieren, was sich positiv auf kognitive und andere Symptome auswirken könnte.
Studien mit Schizophrenie-Patienten
Erste Hinweise auf die Rolle von Curcumin bei Schizophrenie lieferte die explorative Studie von Chiu et al., in der Teilnehmer in beiden Gruppen (1 g vs. 4 g) eine signifikante Verbesserung der PANSS-Gesamtwerte zeigten. Weitere Studien zeigten seine Wirksamkeit bei der Kognition bei Schizophrenie. Wichtig ist, dass zwei doppelblinde, placebokontrollierte Studien die Wirksamkeit von zusätzlichem Curcumin bei der Verringerung der negativen Symptome von Schizophrenie berichteten.
Positive und negative Symptome
Eine weitere placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirkung von Nanocurcumin-Weichgelkapseln (160 mg/Tag), die 16 Wochen lang zusätzlich zur laufenden antipsychotischen Therapie verabreicht wurden, auf die Symptome von Patienten mit chronisch stabiler Schizophrenie.
Ergebnisse:
"Die Nanocurcumin-Gruppe zeigte signifikante Verbesserungen der Negativsymptome, der Positivsymptome, der allgemeinen psychopathologischen Werte und der PANSS-Gesamtwerte."(1)
Ausführliche Artikel zu Kurkuma
Quellen
(1) Role of Curcumin in the Management of Schizophrenia: A Narrative Review. Damodharan Dinakaran , Vanteemar S Sreeraj, Ganesan Venkatasubramanian, 2022
3. Diosmin

| Diosmin ist ein Flavonoid, das in Zitrusfrüchten vorkommt. Flavonoide sind entzündungshemmende Pflanzenstoffe, die den Körper vor freien Radikalen und anderen instabilen Molekülen schützen.
Zu den häufigsten Anwendungsgebieten von Diosmin zählen Hämorrhoiden und Beingeschwüre, die durch schlechte Durchblutung verursacht werden.
Diosmin wurde erstmals 1925 in der Würzepflanze entdeckt und wird seither als natürliches Heilmittel für Hämorrhoiden, Krampfadern, Veneninsuffizienz, Beingeschwüre und andere Kreislaufprobleme eingesetzt.
Aufgrund seiner positiven Wirkung auf zahlreiche wichtige menschliche Organsysteme, beispielsweise das Herz-Kreislauf-System, ist Diosmin heute eine der gefragtesten natürlichen Verbindungen zur Behandlung verschiedener Erkrankungen des Menschen, einschließlich der chronischen Veneninsuffizienz.
Diosmin wird als Nahrungsergänzungsmittel verwendet und hat auch potenziell positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, insbesondere bei Schizophrenie-ähnlichen Symptomen. Eine Forschungsarbeit berichtet:
"Diosmin, das üblicherweise aus verschiedenen Pflanzen isoliert wird, ist ein Zitrusnährstoff, der nachweislich die intrazelluläre antioxidative Kapazität erhöht und Symptome lindert, die mit neurologischen Störungen einhergehen. Ein Mangel im antioxidativen System wird mit der Pathogenese der Schizophrenie in Verbindung gebracht. Der Einsatz von Antioxidantien als Neuroprotektiva zur Unterdrückung der Schizophrenie-Pathologie wird zunehmend angestrebt." (1)
Studien zeigen, dass Diosmin die antioxidative Kapazität im Gehirn erhöhen und Entzündungen reduzieren kann, was mit der Krankheitsentwicklung von Schizophrenie in Verbindung gebracht wird. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Diosmin die GABA-Übertragung verbessern kann, was zur Linderung von Symptomen bei Schizophrenie beitragen kann. (1)
Forschungsergebnisse legen nahe, dass Diosmin eine potenzielle Therapieoption bei Schizophrenie sein könnte. Studien an Tieren haben gezeigt, dass Diosmin bei der Reduktion von Schizophrenie-ähnlichen Verhaltensweisen helfen kann. Positive und negative Symptome sowie kognitive Störungen, wurden ähnlich wie mit Risperidon gelindert. (1) Eine Studie von 2020 kommt zu dem Ergebnis:
"Disomin und Risperidon kehrten akutes und subakutes Ketamin-induziertes schizophrenieähnliches Verhalten um. Disomin allein verbesserte die kognitive Funktion und verringerte den verzweiflungsähnlichen Phänotyp. " (1)
Antipsychotika verursachen bei 50% der Schizophrenie-Patienten mindestens eine Folgeerkrankung, bei 30% sogar zwei oder mehr. Dazu gehören u.a. Übergewicht, Leber- und Nierenschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.
Die gesundheitsförderlichen Eigenschaften von Diosmin wurden in einer Übersichtsarbeit "Potenzielle und therapeutische Rolle von Diosmin bei menschlichen Erkrankungen" untersucht:
"Aufgrund der vielfältigen und potenziellen biologischen und pharmakologischen Eigenschaften und Einflüsse von Diosmin haben wir eine Übersichtsarbeit vorgelegt, die die Pharmakologie von Diosmin, wichtige biologische Eigenschaften wie antioxidative, entzündungshemmende, krebshemmende, antidiabetische, antibakterielle, kardiovaskuläre, leberschützende und neuroprotektive Wirkung, therapeutische Strategien ... zusammenfasst. " (2)
Wie auch bei anderen antipsychotischen natürlichen Wirkstoffen ist der Unterschied in der Wirkung zu Antipsychotika vergleichbar. Die Vorteile jedoch bedeutend: Gesundheitsförderliche Eigenschaften statt Abhängigkeit, Nebenwirkungen, Folgeerkrankungen und Lebenszeitverkürzung. |
Anwendung
Diosmin ist in Europa als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich.
Es wird meistens mit Hesperidin kombiniert (90 % Diosmin plus 10 % Hesperidin). Die übliche Diosmindosis ist 1.000 mg täglich oral, verabreicht in zwei Einzeldosen über kurze Zeiträume (d. h. 3 Monate oder weniger).
Einkauf
Diosmin ist rezeptfrei in Apotheken und Drogerien erhältlich, sowohl als eigenständiges Produkt als auch in Kombination mit Hesperidin. Es ist auch in Online-Apotheken und bei verschiedenen Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln online verfügbar.
Der Preis beträgt ca. 10€ für 30 Tabletten mit 1000 mg
Wirkungsweise
Diosmin kann die antioxidative Kapazität im Gehirn erhöhen und so vor oxidativem Stress schützen sowie Entzündungsreaktionen im Gehirn reduzieren. Beides Prozesse, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Schizophrenie spielen. Diosmin kann zudem die GABA-Übertragung verbessern.
Studien zu psychotischen Symptomen
1. Eine Studie untersuchte die Auswirkungen von Diosmin auf schizophrenieähnliches Verhalten und die zugrunde liegenden Veränderungen von Biomarkern für oxidativen Stress und Acetylcholinesterase (AChE)-Aktivität im Tierversuch. Methoden Der akute antipsychotische Effekt von Diosmin (DSM) und Risperidon wurde anhand von stereotypem Verhalten untersucht, das durch Ketamin ausgelöst wurde.
Positive und negative Symptome, kognitive Störungen
Der erste Balken zeigt den Normalzustand (VEH), der zweite psychotisches Verhalten, ausgelöst durch Lipopolysaccharid (LPS) und Ketamin (KET). Dritter Balken: Diosmin (DSM) schwächt schizophrenieähnliche Verhaltensweisen ab: a) Stereotypie, b) Hyperlokomotion, c) sozialer Rückzug, d) Gedächtnisstörungen und e) Verhaltensverzweiflung. Vierter Balken: Risperidon (RIS)
Wie auch bei anderen antipsychotischen natürlichen Wirkstoffen ist der Unterschied in der Wirkung zu Antipsychotika gering. Die Vorteile jedoch bedeutend: Keine Abhängigkeit, keine Nebenwirkungen, keine Folgeerkrankungen.

Ergebnisse: "Disomin und Risperidon kehrten akutes und subakutes Ketamin-induziertes schizophrenieähnliches Verhalten um. Disomin allein verbesserte die kognitive Funktion und verringerte den verzweiflungsähnlichen Phänotyp ... Disomin verhindert schizophrenieähnliches Verhalten, schwächt oxidativen Stress und die AChE-Aktivität ..." (1)
Quellen
(1) Diosmin attenuates schizophrenia-like behavior, oxidative stress, and acetylcholinesterase activity in mice. Aya-Ebi Okubo Eneni, Benneth Ben-Azu , Abayomi Mayowa Ajayi, Adegbuyi Oladele Aderibigbe, 2020
(2) Potential and Therapeutic Roles of Diosmin in Human Diseases. Etimad Huwait, Mohammad Mobashir, 2020
4. Betain

| Betain ist eine organische Verbindung, die eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt. Es ist ein Derivat der Aminosäure Glycin.
Betain wurde erstmals im Saft von Zuckerrüben entdeckt und ist in vielen Lebensmitteln enthalten, wie z.B. in Getreide und Spinat.
Betain wird oft zusammen mit Pepsin, einem Verdauungsenzym, als Nahrungsergänzung zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt und kann auch bei der Entgiftung und der Fettverdauung helfen. Es unterstützt den normalen Homocystein-Stoffwechsel und trägt so zur Herzgesundheit bei. Es wird oft als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.
Studien haben gezeigt, dass Personen mit Schizophrenie häufig niedrigere Betainwerte im Blutplasma und Gehirn aufweisen. Dies deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Betainmangel und der Entwicklung oder dem Fortschreiten einer Schizophrenie hin. Die Einnahme von Betainpräparaten konnte schizophrenes Verhalten im Tierversuch reduzieren.
Man geht davon aus, dass oxidativer Stress bei der Entwicklung psychiatrischer Symptome eine Rolle spielt, und Betain hat die Fähigkeit gezeigt, oxidativem Stress auf molekularer Ebene entgegenzuwirken. Einige Studien legen nahe, dass die Einnahme von Betain als Nahrungsergänzungsmittel eine mögliche Behandlungsmöglichkeit für Schizophrenie darstellen könnte, insbesondere in Fällen von „oxidativem Stress durch Betainmangel“. Einige Untersuchungen zeigen, dass eine Betain-Supplementierung die positiven, negativen und kognitiven Symptome der Schizophrenie lindern kann.
Ergebnisse einer Studie:
"Darüber hinaus könnte eine Betain-Nachbehandlung die durch wiederholte Ketaminexposition verursachten psychoseähnlichen Störungen rückgängig machen, was darauf hindeutet, dass Betain ein wertvoller Kandidat für ein Antipsychotikum sein könnte." (3)
Ergebnisse einer weiteren Studie:
"Eine Behandlung mit hohem Betaingehalt verbesserte die schizophrenen Phänotypen von der molekularen bis zur individuellen Ebene signifikant und durchgängig, was in Zukunft eine Möglichkeit zur Heilung von Schizophrenie darstellen könnte ...
Darüber hinaus könnte Betain aufgrund eines grundlegenden neuroprotektiven Mechanismus bei refraktären Schizophrenie-Patienten wirksam sein. (Refraktär heißt, nicht auf eine Behandlung ansprechend)
Da Betain seit langem als Ergänzungsmittel bei Homocystinurie eingesetzt wird, ist davon auszugehen, dass das Verfahren zur Neupositionierung des Arzneimittels bei Patienten mit Schizophrenie relativ gut verfügbar ist. "(2)
Eine Forschungsarbeit mit dem Titel "Untersuchung von Betain als neuartiges Psychotherapeutikum für Schizophrenie" kommt zu dem Schluss:
"Diese Beobachtungen legen nahe, dass Betain als atypisches Medikament in anfänglich niedrigen Dosen zur Behandlung von Patienten mit Schizophrenie geeignet sein könnte, unter Beobachtung des Behandlungserfolgs und der Nebenwirkungen." (4)
Stressbedingte psychiatrische Störungen wie Depression, Anhedonie (Freudlosigkeit), Angst und posttraumatische Belastungsstörung werden mit Störungen der GABAergen Neurotransmission in Verbindung gebracht. In Studien zu Stress, die zu Gedächtnisstörungen und Freudlosigkeit führte, konnte durch Betain eine Besserung erzielt werden. (1)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einnahme von Betain als potenzielle Behandlungsmöglichkeit für Schizophrenie und verwandte psychotische Störungen vielversprechend ist. Studien deuten darauf hin, dass es die kognitive Funktion verbessern, psychotisches Verhalten reduzieren und oxidativem Stress entgegenwirken kann. |
Anwendung
Achtung: Bei Psychosen und Schizophrenie ist Betain TMG und nicht Betain HCL zu wählen. Der Tagesbedarf an Betain (TMG) liegt zwischen 1 -3 Gramm.
Einkauf
Betain TMG kostet ca. 15€ für 150 g und reicht für 1-3 Monate
Wirkungsweise
Die in den letzten beiden Jahrzehnten berichteten Wirkungen von Betain bestätigen seine neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften mit einer positiven Korrelation mit dem GABAergen Signalweg.
Es wurde gezeigt, dass Betain den Auswirkungen von Ketamin auf NMDA-Rezeptoren entgegenwirkt, die am Lernen und Gedächtnis beteiligt sind.
Studien zu psychotischen Symptomen
(1) Eine Studie wurde durchgeführt, um die schützende und umkehrende Wirksamkeit von Betain gegen psychoseähnliche Defekte aufzuzeigen, die durch wiederholte Ketaminverabreichung im Tierversuch hervorgerufen werden. Die durch wiederholte Ketaminverabreichung induzierten Verhaltensanomalien stellen positive, negative und kognitive Symptome der Schizophrenie dar.
Ergebnisse der Studie:
"Darüber hinaus könnte eine Betain-Nachbehandlung die durch wiederholte Ketaminexposition verursachten psychoseähnlichen Störungen rückgängig machen, was darauf hindeutet, dass Betain ein wertvoller Kandidat für ein Antipsychotikum sein könnte." (3)
(2) Bei Schizophrenie neigen Neuronen im Gehirn zu starken morphologischen Veränderungen. In einer Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Wirkung eine betainreiche Diät im Tierversuch haben würde.
Die Ergebnisse der Studie:
"Anhand von Mäusen mit Schizophrenie-ähnlichem Verhalten als Modell haben wir herausgefunden, dass eine betainreiche Ernährung schizophrene Merkmale in Bezug auf die neuronale Morphogenese und das Verhalten deutlich lindern kann ... Eine Behandlung mit hohem Betaingehalt verbesserte die schizophrenen Phänotypen von der molekularen bis zur individuellen Ebene signifikant und durchgängig, was in Zukunft eine Möglichkeit zur Heilung von Schizophrenie darstellen könnte ...
Darüber hinaus könnte Betain aufgrund eines grundlegenden neuroprotektiven Mechanismus bei refraktären Schizophrenie-Patienten wirksam sein. (Refraktär heißt, nicht auf eine Behandlung ansprechend)
Da Betain seit langem als Ergänzungsmittel bei Homocystinurie eingesetzt wird, ist davon auszugehen, dass das Verfahren zur Neupositionierung des Arzneimittels bei Patienten mit Schizophrenie relativ gut verfügbar ist. "(2)
Studien zu stressbedingter Depression, Anhedonie und Angst
Stressbedingte psychiatrische Störungen wie Depression, Anhedonie (Freudlosigkeit), Angst und posttraumatische Belastungsstörung werden mit Störungen der GABAergen Neurotransmission in Verbindung gebracht. In einer Studie zu Stress, der zu Gedächtnisstörungen führte, konnte durch Betain eine Besserung erzielt werden. (1)
Bei einer Tierstudie wurde festgestellt, dass chronischer sozialer Niederlagenstress, bei Verabreichung von Betain-Supplementen aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung Widerstandsfähigkeit gegen Anhedonie zeigten.
"Insgesamt deutet die Studie jedoch darauf hin, dass die Darm-Hirn-Achse eine Rolle bei der Anfälligkeit für stressbedingte Erkrankungen spielt. Eine Betain-Ergänzung könnte daher ein prophylaktischer Nährstoff sein, um den stressbedingten Rückfall bei Patienten mit derartigen psychischen Erkrankungen zu verhindern oder zu minimieren." (1)
Quellen
(1) Betaine—The dark knight of the brain. Manan Bhatt, Angela Di Iacovo, Tiziana Romanazzi, Cristina Roseti, Elena Bossi, 2023
(2) Betaine ameliorates schizophrenic traits by functionally compensating for KIF3-based CRMP2 transport. Shogo Yoshihara et al., 2021
(3) Betaine prevents and reverses the behavioral deficits and synaptic dysfunction induced by repeated ketamine exposure in mice. Shao-Tsu Chen et al. , 2021
(4) Investigation of betaine as a novel psychotherapeutic for schizophrenia. Tetsuo Ohnishi et al. , 2019
5. Gallussäure
| Gallussäure ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die in verschiedenen Pflanzen, Früchten und Gemüse vorkommt und für ihre starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist.
Sie verfügt über ein breites Spektrum potenzieller gesundheitlicher Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten sowie über zahlreiche psychopharmakologische Wirkungen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit von 2023 kommt zu dem Ergebnis:
"Die Ergebnisse legen nahe, dass Gallussäure zur Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen und Störungen eingesetzt werden kann, darunter ... Sedierung (Beruhigung), Depression, Psychose, ... Angstzustände und Gedächtnisverlust sowie Neuroinflammation." (1)
Gallussäure kann verschiedene an Psychosen beteiligte Neurotransmittersysteme beeinflussen, darunter dopaminerge, cholinerge und GABAerge Bahnen. Einige Studien deuten darauf hin, dass Gallussäure die Funktion des NMDA-Rezeptors verstärken kann, der mit Psychosen in Zusammenhang steht.
In präklinischen Studien hat sich Gallussäure als vielversprechend erwiesen, da sie psychotische Symptome lindern kann. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse gilt Gallussäure als potenzielles Therapeutikum für Psychosen und andere neurologische Störungen.|
Anwendung
Gallussäure kommt in Früchten wie Trauben, Erdbeeren und Zitronen sowie in Getränken wie grünem Tee, Rotwein und Kaffee enthalten.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 800 mg.
Einkauf
Gallussäure kostet 13,50 € für 100 g. Ein Beispiel
Wirkungsweise
Gallussäure ist ein natürlich vorkommendes Polyphenol, das aufgrund seiner neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften das Potenzial zur Linderung von Psychosen gezeigt hat.
Studien deuten darauf hin , dass Gallussäure bei der Behandlung von Psychosen helfen kann, indem sie Entzündungen und oxidativen Stress reduziert und Neurotransmittersysteme wie Dopamin , Acetylcholin und GABA beeinflusst. (2)
Studien zu psychotischen Symptomen
Eine Studie wurde durchgeführt, um die schützende Wirkung von Gallussäure in einem experimentellen Modell einer Ketamin-induzierten Psychose in Tierversuch zu untersuchen. Ketamin wurde verwendet, um stereotype psychotische Verhaltenssymptome hervorzurufen.
Ergebnis der Studie:
"Darüber hinaus reduzierte Gallussäure den Dopaminspiegel, die AChE-Aktivität und den Entzündungsschub deutlich und erhöhte den GABA-Spiegel sowie den Glutathionspiegel bei Mäusen. Die Studie ergab, dass Gallussäure psychotische Symptome und biochemische Veränderungen bei Mäusen lindern konnte, was auf eine schützende Wirkung bei Psychosen hindeutet."(2)
Quellen
(1) Neurobiological effects of gallic acid: current perspectives. Md Shimul Bhuia, et al. 2023
(2) Protective effect of gallic acid in experimental model of ketamine-induced psychosis: possible behaviour, biochemical, neurochemical and cellular alterations. Monu Yadav, Deepak Kumar Jindal, Mamta Sachdeva Dhingra, Anil Kumar, Milind Parle , Sameer Dhingra, 2018
6. Piperin
| Piperin ist ein Alkaloid, das im schwarzen Pfeffer (Piper nigrum) vorkommt und für dessen scharfen Geschmack verantwortlich ist. Es ist auch als Wirkstoff bekannt, der die Bioverfügbarkeit anderer Stoffe, wie z.B. Curcumin, erhöhen kann.
Es wird angenommen, dass Piperin entzündungshemmende Wirkungen und antioxidative Eigenschaften besitzt und so dazu beitragen kann, den Körper vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Piperin wird traditionell in verschiedenen Kulturen als Heilmittel eingesetzt.
Piperin hat in Untersuchungen im Zusammenhang mit Schizophrenie Potenzial gezeigt, insbesondere hinsichtlich seiner Fähigkeit, die Wirksamkeit bestimmter antipsychotischer Medikamente zu steigern und einige Symptome zu lindern. Einige Studien legen nahe, dass Piperin dazu beitragen kann, bestimmte positive Symptome der Schizophrenie zu reduzieren, möglicherweise durch Beeinflussung des Dopaminspiegels im Gehirn. (2)
Piperin kann die Bioverfügbarkeit einiger Antipsychotika wie Haloperidol erhöhen, indem es bestimmte Leberenzyme hemmt, die diese Medikamente abbauen. Dies könnte möglicherweise niedrigere Dosierungen dieser Medikamente ermöglichen und das Risiko von Nebenwirkungen verringern. (1)
In einigen Tierstudien hat Piperin eine kognitive steigerungsfördernde Wirkung gezeigt, die bei der Behandlung kognitiver Defizite hilfreich sein könnte, die häufig bei Schizophrenie auftreten. Piperin hat zudem in Tiermodellen einige antidepressive und angstlösende Wirkungen gezeigt und bietet möglicherweise Vorteile bei Stimmungs- und Angstsymptomen, die gemeinsam mit Schizophrenie auftreten können. |
Anwendung
Piperin-Extrakte werden meist in Kapselform eingenommen, wobei die Dosierung in der Regel zwischen 5-10 mg Piperin pro Tag liegt.
Einkauf
Für Piperin-Extrakte gibt es eine breite Auswahl in Drogerien, Apotheken und online. Da Piperin in nicht zu hohen Dosen eingenommen werden sollte, wäre eine gesicherte Qualität aus der Apotheke ratsam.
Studien zu psychotischen Symptomen
1. Einige Studien legen nahe, dass Piperin möglicherweise dazu beitragen kann, bestimmte positive Symptome der Schizophrenie zu reduzieren, möglicherweise durch Beeinflussung des Dopaminspiegels im Gehirn. (2)

2. Piperin kann die Bioverfügbarkeit einiger Antipsychotika wie Haloperidol erhöhen. Dies könnte möglicherweise niedrigere Dosierungen dieser Medikamente ermöglichen und das Risiko von Nebenwirkungen verringern.
Haloperidol, ein konventionelles Antipsychotikum, wurde in einem Tiermodell für Ketamin-induzierter Psychose mit Piperin gemischt, um das Wechselwirkungspotenzial dieser Mischung zu untersuchen. Die Studie zeigte eine Verringerung des Dopaminspiegel und der psychotischen Symptome in der Haloperidol-Piperin-Gruppe im Vergleich zur Haloperidol-Monotherapie, was eine verbesserte therapeutische Wirksamkeit widerspiegelt.
"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Piperin die Haloperidol-Exposition erhöhen kann, was möglicherweise eine Dosisreduktion und Minimierung dosisabhängiger Nebenwirkungen ermöglicht." (1)
Studien zur antidepressiv und kognitiv steigernde Wirkung
In einer Tierstudie wurde vier Wochen lang einmal täglich Piperin in verschiedenen Dosierungen verabreicht. Die neuropharmakologische Aktivität wurde nach dere Behandlung bestimmt.
Die Ergebnisse:
"Die Ergebnisse zeigten, dass Piperin in allen in dieser Studie verwendeten Dosierungen über die gesamte Behandlungsdauer hinweg eine antidepressiv wirkende und kognitiv steigernde Wirkung zeigte. Daher könnte Piperin als potenzielles funktionelles Nahrungsmittel zur Verbesserung der Gehirnfunktion eingesetzt werden. "(3)
Quellen
(1) Effects of piperine-haloperidol mixture on ketamine induced schizophrenia rats and metabolism-mediated inhibitory potency: in-vivo and in-vitro evaluation. B R Pradeepa, T M Vijayakumar, K Manikandan, 2024
(2) EVALUATION OF NEUROLEPTIC ACTIVITY OF PIPERINE ON PSYCHOSIS INDUCED SWISS ALBINO MICE. Vani Reddy, Lakshmi Vara. 2018
(3) Piperine, the potential functional food for mood and cognitive disorders. Jintanaporn Wattanathorn, Pennapa Chonpathompikunlert, Supaporn Muchimapura, Aroonsri Priprem, Orathai Tankamnerdtha, 2008
7. Myricitrin
| Myricitrin, ein Flavonoid, das unter anderem aus den Früchten, Blättern und der Rinde der Chinesischen Wachsmyrte (Myrica rubra), auch bekannt als Pappelpflaume, gewonnen wird. Es wird in Japan derzeit als Geschmacksverstärker in Snacks, Milchprodukten und Getränken verwendet.
Myricitrin hat angstlösende und schmerzstillende Wirkungen und wird in der Forschung als potenzieller Wirkstoff bei Psychosen untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit der Behandlung von Positivsymptomen der Schizophrenie. Es hat antipsychotische Wirkungen, ohne die typischen Nebenwirkungen anderer antipsychotischer Medikamente wie Bewegungsstörungen.
In einer vorklinischen Studie gab es im Vergleich zu Olanzapin bei der Gabe von Myricitrin keine Bewegungsstörungen:
"Zusammenfassend zeigte Myricitrin in Tiermodellen antipsychotikaähnliche Wirkungen bei Dosierungen, die weder Katalepsie auslösten noch die Bewegungsaktivität veränderten. Dies lässt darauf schließen, dass Myricitrin ein potenzielles Arzneimittel zur Behandlung der Positivsymptome der Schizophrenie sein könnte." (1)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Myricitrin aufgrund seiner einzigartigen Wirkungsweise, die NO- und PKC-Hemmung kombiniert, ein vielversprechender Kandidat für die Behandlung von Psychosen sein könnte. |
Anwendung
Myricitrin wird oft als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tabletten angeboten. Die Dosierung liegt hier meist im Bereich von einigen hundert Milligramm pro Tag.
Myricitrin ist auch in verschiedenen Lebensmitteln enthalten, wie z.B. Beeren, Wein oder Tee. Hier ist die Aufnahme über die Ernährung üblicherweise geringer als bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.
Myricitrin ist ein Glykosid von Myricetin, das heißt, es ist eine Verbindung, bei der Myricetin mit einem Zucker verbunden ist.
Einkauf
Beispiel: Source Naturals Myricetin, 100 MG, 60 Tabletten (Packung mit 1 Stück) für 30€
Wirkungsweise
Myricitrin wirkt als Inhibitor von Stickstoffmonoxid und Proteinkinase C . Diese beiden Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung von psychotischen Symptomen.
Myricitrin ist ein Stickoxid (NO)- und Proteinkinase C (PKC)-Hemmer mit Aktivität im zentralen Nervensystem, einschließlich angstlösender Wirkung. Stickoxid-Hemmer blockierten die Verhaltenseffekte von Apomorphin, was auf eine antipsychotikaähnliche Wirkung hindeutet. Darüber hinaus reduzierte die PKC-Hemmung psychotische Symptome bei Patienten mit akuter Manie und blockierte die durch Amphetamin induzierte Hyperlokomotion, was auf eine potenzielle antipsychotikaähnliche Wirkung hindeutet.
Studien zu psychotischen Symptomen
Eine Studie untersuchte die Wirkungen von Myricitrin in Tiermodellen, die antipsychotikaähnliche Wirkungen und extrapyramidale Nebenwirkungen beurteilen. Olanzapin wurde als positive Kontrolle verwendet.
Im Versuch blockierten Myricitrin und Olanzapin dosisabhängig die durch Apomorphin induzierten psychotischen Symptome. Die Abbildung rechts zeigt die Reduktion der Symptome von Myricitrin (5–10 mg/kg) und Olanzapin. Der Stereotypie- und Kletter-Score wurde durch Myricitrin dosisabhängig blockiert, wobei erst eine hohe Dosis (10 mg/kg) signifikanten Effekte hervorrief.
Im Vergleich zu Olanzapin gab es bei Myricitrin keine Bewegungsstörungen:
"Zusammenfassend zeigte Myricitrin in Tiermodellen antipsychotikaähnliche Wirkungen bei Dosierungen, die weder Katalepsie auslösten noch die Bewegungsaktivität veränderten. Dies lässt darauf schließen, dass Myricitrin ein potenzielles Arzneimittel zur Behandlung der Positivsymptome der Schizophrenie sein könnte." (1)
Quellen
(1) Myricitrin, a nitric oxide and protein kinase C inhibitor, exerts antipsychotic-like effects in animal models
Author links open overlay panel. M. Pereira et al. , 2011