SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG | 1. Kindheitstrauma
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Phoenix -
8. März 2026 um 01:10 -
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SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG |
1. Kindheitstrauma
Die mehrteilige teilige Reihe, SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG, befasst sich mit dem Zusammenhang von Trauma und Psychosen/Schizophrenie, um daraus folgend Therapien und Heilmethoden auf den 5 Ebenen der Heilung in ihrer Wirkung besser zu verstehen und zu motivieren.
Die Artikel 1. Kindheitstrauma, 2. Abspaltung und Entkörperung, 3. Ich-Störung und Psychose, 4. Negative Glaubensmuster und Wahnideen, 5. Emotionen und Psychose zeigen eine Entwicklung auf, die schließlich zu schizophrenen Erkrankung führen kann. Im Artikel 6. Wahn und Sinn wird deutlich, das Psychosen einen Sinn haben, eine Strategie sind, seltsame und traumatische Erlebnisse zu überleben – als eine gesunde Reaktion auf unsinnige Umstände.
Der Prozess der Gesundung erfolgt auf den 5 Ebenen der Heilung. Das heißt mit der Regulation der Symptome mit Hilfe verschiedener natürlicher Wirkstoffe auf der stofflichen Ebene (1. Körper-Ebene) , sowie der Entwicklung von Bewusstsein für Körper und Geist zur Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen auf den weiteren Ebenen. So können mit Mind-Body-Therapien und Homöopathie ( 2. Energie-Ebene), Trauma-Psychotherapien (3. Mental-Ebene), Kunst-Therapien (4. Intuitive Ebene) und Meditation (5. Geist-Ebene) traumatische Erfahrungen als Auslöser für Psychosen und Ursache von Schizophrenie geheilt werden.
| Die Ursachen für Psychosen und Schizophrenie werden oftmals verkürzt mit einem biochemischen Ungleichgewicht im Gehirn erklärt und daraus folgend wird eine lebenslange Behandlung mit Psychopharmaka als Standardtherapie abgeleitet.
Diese Erklärung und Behandlung verdeckt die wahren psychischen Ursachen der Erkrankung, verleitet zur Untätigkeit von Ärzten und Betroffenen mit Folgen für die Gesundheit.
Joanne Greenberg, Bestsellerautorin von „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“, erholte sich vor über sechzig Jahren von Schizophrenie. Sie bemerkt dazu: "Die Menschen haben eine falsche Vorstellung davon was geistig krank sein bedeutet, und ich denke deshalb haben sie sich entschieden, das es hoffnungslos ist. Deshalb braucht niemand mehr zu arbeiten, weder die Ärzte noch die Patienten. Niemand braucht es (die Ursache für Psychosen und Schizophrenie) mehr aufgreifen und anschauen und erkennen."
Eine "gestörte" Gehirnchemie ist nur die Folge von tieferliegenden traumatischen (Kindheits-) Erlebnissen und diese aufzuarbeiten die einzige Möglichkeit sich von Psychosen und Schizophrenie zu erholen. Kindheitstraumata erhöhen das Risiko für Psychosen und Schizophrenie erheblich, indem sie die Gehirnentwicklung beeinflussen, etwa durch eine Störung der Stressachse oder eine Überempfindlichkeit des Dopaminsystems, was die Vulnerabilität für Psychosen steigert. Die Verbindung zwischen Trauma und Psychose wird zunehmend als komplexes Zusammenspiel verstanden, bei dem soziale und biologische Faktoren eine Rolle spielen.
Erfahrungen von Missbrauch in der Kindheit verdreifachen das Risiko, eine Psychose zu entwickeln. Je mehr verschiedene Traumata eine Person erlebt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch einer Psychose. Forschungen deuten darauf hin, dass bis zu 80% der Menschen mit einer Psychose-Diagnose ein Trauma erfahren haben und mindestens 50% in der Kindheit körperlichen, sexuellen oder emotionalen Missbrauch erlebt haben. Neben Missbrauch gelten auch Vernachlässigung, Mobbing, der Verlust eines Elternteils sowie Rassismus oder Fluchterfahrungen als starke Trigger.
Trauma beeinflusst Wahnvorstellungen und Halluzinationen
Psychotische Symptome, insbesondere Halluzinationen, können als traumatische Rückblenden verstanden werden. Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind häufig "thematisch" mit dem Trauma verbunden. Das bedeutet, Stimmen oder Wahninhalte spiegeln traumatische Erinnerungen wider. Stimmenhören wird oft als sensorisches Flashback interpretiert. Traumatisierte Personen berichten häufiger von akustischen (Stimmenhören) und visuellen Halluzinationen, oft im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Es gibt auch Hinweise darauf, dass bestimmte Arten von Trauma spezifische Symptome fördern. So korrelieren Missbrauchserfahrungen oft stärker mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen, während Vernachlässigung eher mit Negativsymptomen (wie sozialem Rückzug) in Verbindung gebracht wird.
Schwere des Traumas und Intensität von Psychosen
Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Schwere des Traumas und der Intensität der Halluzinationen. Traumatische Erlebnisse korrelieren auch mit schwereren Symptomen, häufigeren Rückfällen und häufiger mit Posttraumatischer Belastungsstörung. Traumatisierte Psychose-Patienten zeigen oft höhere Raten an Depressionen, Angststörungen, Stress und Schlafstörungen. Auch sind Suizidversuche und Substanzmissbrauch häufiger. Die funktionelle Erholung im Alltag ist oft stärker beeinträchtigt als bei Patienten ohne Trauma-Vorgeschichte.
Vermittelnde psychologische Faktoren und Wege zur Gesundung
Ein Kindheitstrauma führt jedoch nicht zwangsweise zu Psychosen oder einer schizophrenen Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit mit einem Kindheitstrauma eine Psychose zu entwickeln liegt bei 33%. (1) Im Wesentlichen führt ein Kindheitstrauma also nicht direkt zu einer Psychose, sondern löst vielmehr eine Reihe psychologischer Prozesse aus, die die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen können. Die wichtigsten Faktoren und ihre Häufigkeit bei Menschen mit Psychosen und Schizophrenie sind:
- Dissoziation/Abspaltung (bis zu 50 %)
- Posttraumatische Belastungsstörung (30–42 %)
- Gestörter Umgang mit Gefühlen (50-70%)
- Negative Überzeugungen/Glaubensmuster (bis zu 75 %)
- Zwischenmenschliche Sensibilität und Bindungsstörung (48–71 %)
Das Verständnis dieser vermittelnden psychologischen Faktoren ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Therapien für Personen mit einer Vorgeschichte von Entwicklungstraumata und Risiko für Psychosen. Diese Faktoren zu erkennen und zu therapieren ist der Schlüssel zur Gesundung von Psychosen und Schizophrenie. |
1. Risikofaktoren für Psychosen und Schizophrenie
Zu den Risikofaktoren für Schizophrenie zählen genetische und eine Vielzahl von umweltbedingten Phänomenen. Zu den Umweltfaktoren gehört alles was nicht genetisch bedingt ist, also Geburtsort und Zeit, Infektionen, vorgeburtliche und geburtliche Faktoren sowie die Familiengeschichte. Das vorherrschende Modell der Schizophrenie ist das einer neurologischen Entwicklungsstörung ohne einzelne Ursache, d.h. sie entsteht durch mehrere Mechanismen. (1)
Weder Gene noch jeder Umweltrisikofaktor allein reicht aus, um die Entwicklung einer Schizophrenie auszulösen. Es wird angenommen, dass sich Schizophrenie aus sehr komplexen Gen-Umwelt-Interaktionen mit Verletzlichkeitfaktoren entwickelt. Ein Umweltrisikofaktor kann allein oder in Kombination mit anderen wirken. Die Wechselwirkungen dieser Risikofaktoren sind kompliziert, da zahlreiche und unterschiedliche medizinische Beeinträchtigungen von der Empfängnis bis zum Erwachsenenalter eine Rolle spielen können. (1)
Schizophrenie entsteht sozusagen aus dem Zusammenwirken von Risikofaktoren, die sich im Laufe des Lebens addieren und schließlich in einer Psychose und Schizophrenie münden. Es gibt viele Risikofaktoren:
+
Das Risiko erhöht sich, bei einer Geburt im Winter (Vitamin D Mangel) und in einer Großstadt, statt im Sommer und auf dem Land.
++
Desweiteren spielen Infektionen eine wichtige Rolle, sowie Ernährung, da beides Entzündungen im Zentralnervensystem verursachen und somit Psychosen und schizophrene Symptome begünstigen.
+++
Vorgeburtlichen Faktoren, wie ungewollte Schwangerschaft, Schwangerschaftskomplikationen und pränataler Stress erhöhen ebenfalls das Risiko.
++++
Eine gewisse Genkonstellation ist ein weiterer einflussreicher Risikofaktor. Eine genetische Veranlagung allein, ohne überlagerte Umweltrisikofaktoren, führt jedoch im Allgemeinen nicht zur Entstehung einer Schizophrenie. Es gibt starke Hinweise darauf, dass es die Interaktion zwischen Genen und der Umwelt ist, die zur Entstehung von Schizophrenie führt.
+++++
Die Familiengeschichte und frühkindliche Traumata haben als Einzelfaktor, den größten Einfluss auf die Entwicklung einer Schizophrenie.
Unter den zahlreichen Symptomen und Risikofaktoren für Psychosen ist die Belastung durch Traumata weit verbreitet. Tatsächlich berichten bis zu 80 % der Personen, die die Kriterien für ein Hochrisiko für ein Psychose-Syndrom erfüllen, über eine Traumageschichte. (2) Dazu zählen:
- Ungewollte Schwangerschaft
- Stress und psychische Komplikationen während der Schwangerschaft
- Trennung von der Mutter nach der Geburt
- Früher Verlust eines Elternteils durch Tod oder Trennung
- Instabile Wohn- und Lebensbedingungen. Z.b. Einwanderung oder häufiger Wohnorts-, Kindergarten- und Schulwechsel.
- Trennung/ Scheidung der Eltern
- Gewalterfahrung in der Erziehung
- gestörte Erziehung, oft generationsübergreifend (Eltern, Großeltern)
- sexueller Missbrauch und Gewalt bei 50%
- emotionales Trauma und Vernachlässigung
2. Trauma und soziale Widrigkeiten
Es gibt starke Beweise dafür, dass Widrigkeiten in der Kindheit auftreten, definiert als sexueller Missbrauch, körperlicher Missbrauch, emotionaler/psychischer Missbrauch, Vernachlässigung, Tod eines Elternteils und Mobbing. Dies verdreifacht das Risiko für Psychosen im Erwachsenenalter. (3)
Es besteht ein Zusammenhang zwischen der dauerhaften Trennung von oder dem Tod eines oder beider Elternteile und Psychosen. Es wurde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Kindheitstraumata und schizophrenen Symptomen festgestellt, wobei Kindheitstraumata mit den schwersten Formen positiver Symptomatik im Erwachsenenalter verbunden sind, insbesondere Halluzinationen und affektive Symptome, wie Depressive Stimmung, Antriebsarmut, Verlust von Interesse und Freude, Konzentrations- und Denkstörungen, Störungen des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens, Gefühle von Wertlosigkeit und Schuldgefühle und Zukunftsängste. (3)
3. Kindheitstrauma und Psychosen
Ein verdrängtes Kindheitstrauma z.B., kann sich in Form einer Psychose ausdrücken - meist zu Beginn des Erwachsenenlebens - wenn der Mensch die Stärke und Reife entwickelt hat die traumatischen Erlebnisse der Kindheit zu verarbeiten. Eine Psychose ist sozusagen eine natürliche Reaktion der Psyche um belastende Ereignisse der Vergangenheit an die Oberfläche des Geistes zu bringen, sie wieder zu fühlen und aufarbeiten zu können.
Bis zu 80% der schizophren erkrankten Menschen haben in ihrem Leben eine traumatisches Erlebnis erfahren. Die Häufigkeit von Kindheitstraumata bei einer ersten Psychose liegt dabei bei 52 - 73%.
Jedoch führt ein Kindheitstrauma nicht zwangsweise zu Psychosen oder einer schizophrenen Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit mit einem Kindheitstrauma eine Psychose zu entwickeln liegt bei 33%. (1)
Es stellt sich daher die Frage, durch welche (beeinflussbaren) Faktoren ein Kindheitstrauna die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen. Eine Forschungsarbeit betont dazu:
"Das Verständnis der an diesem Zusammenhang beteiligten psychologischen Prozesse ist für die Entwicklung vorbeugender Maßnahmen und verbesserter Behandlungen von entscheidender Bedeutung." (1)
Klinisch gesehen verläuft die Erkrankung mit Kindheitstrauma schwerer mit häufigeren Klinikeinweisungen als bei Menschen mit Psychose ohne Trauma. Weiter heißt es daher: "Dies weist darauf hin, dass die Behandlungsergebnisse in dieser Bevölkerungsgruppe dringend verbessert werden müssen."(1)
Im Wesentlichen führt ein Kindheitstrauma also nicht direkt zu einer Psychose, sondern löst vielmehr eine Reihe psychologischer Prozesse aus, die die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen können. Das Verständnis dieser vermittelnden psychologischen Faktoren ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Therapien für Personen mit einer Vorgeschichte von Entwicklungstraumata und Risiko für Psychosen.
Es wurde vermittelnde Faktoren von Dissoziation (Abspaltung von Gefühlen/Entkörperung) und Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung zwischen Kindheitstrauma und Psychosen gefunden. Es gab auch Hinweise auf eine vermittelnde Rolle negativer Glaubensmuster zwischen Kindheitstrauma und Wahnvorstellungen sowie Paranoia.
Die Ergebnisse der aktuellen Forschung zusammengefasst "deuten darauf hin, dass es unterschiedliche psychologische Verläufe von Entwicklungstraumata zu psychotischen Phänomenen im Erwachsenenalter geben kann. Kliniker sollten Menschen mit Psychosen sorgfältig nach ihrer Entwicklungstraumata-Vorgeschichte befragen und Patienten mit einer solchen Vorgeschichte auf Dissoziation, emotionale Dysregulation und Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung untersuchen." (1)
4. Vermittelnde psychologische Prozesse zwischen Trauma und Psychosen
Traumata, insbesondere in der Kindheit, sind mit einem erhöhten Risiko für Psychosen im Erwachsenenalter verbunden. Dieser Zusammenhang wird durch verschiedene psychologische Prozesse vermittelt. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Dissoziation, beeinträchtigter Umgang mit Gefühlen und Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung wie Vermeidung, Benommenheit und Übererregung. Darüber hinaus spielen auch negative Glaubensmuster eine Rolle. (5) (6)
Spezifische psychologische Prozesse und ihre vermittelnden Rollen:
- Dissoziation:
Das Erleben einer Dissoziation, eines psychologischen Prozesses, bei dem sich eine Person von ihren Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen oder ihrem Selbstgefühl löst, kann die Beziehung zwischen Traumata und psychotischen Symptomen, insbesondere Halluzinationen, vermitteln. - Gestörter Umgang mit Gefühlen:
Schwierigkeiten bei der Bewältigung und Regulierung von Emotionen, die oft eine Folge eines Traumas sind, können ebenfalls zur Entwicklung psychotischer Symptome beitragen. - Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung:
Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung, wie Vermeidung (der Versuch, Erinnerungen an das Trauma zu vermeiden), Betäubung (emotional und körperlich) und Übererregbarkeit (leichte Erschreckbarkeit oder Angst) wurden als Vermittler zwischen Trauma und Psychose, insbesondere Halluzinationen, identifiziert. - Negative Überzeugungen/Glaubensmuster:
Negative mentale Konstrukte oder Überzeugungen über sich selbst und andere, die oft als Folge eines Traumas entstehen, können die Verbindung zwischen Traumata und Symptomen wie Wahnvorstellungen und Paranoia vermitteln. - Gestörter Umgang mit Stimmungen:
Schwierigkeiten bei der Regulierung von Emotionen, einschließlich Depressionen und Stimmungsschwankungen, können auch eine vermittelnde Rolle in der Beziehung zwischen Trauma und psychotischen Symptomen spielen. - Zwischenmenschliche Sensibilität:
Eine erhöhte Sensibilität gegenüber sozialen Signalen und potenziellen Bedrohungen, die eine Folge eines Traumas sein kann, kann die Verbindung zwischen Mobbing und paranoiden Vorstellungen vermitteln. - Bindungsstile:
Ängstliche oder vermeidende Bindungsstile, die sich aus frühen Traumata entwickeln können, können auch die Beziehung zwischen Trauma und bestimmten psychotischen Symptomen wie Halluzinationen und Paranoia vermitteln.
Andere Faktoren:
- Aufdringliche Trauma-Erinnerungen:
Das Vorhandensein aufdringlicher, unerwünschter Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Trauma kann auch die Verbindung zwischen sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Halluzinationen vermitteln. - Negativer Sprachinhalt:
Bei akustischen Halluzinationen kann der Inhalt der Stimmen durch negative Erfahrungen und Überzeugungen geprägt sein, die auf Entwicklungstraumata zurückzuführen sind.
Im Wesentlichen führt ein Trauma nicht direkt zu einer Psychose, sondern löst vielmehr eine Reihe psychologischer Prozesse aus, die die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen können. Das Verständnis dieser vermittelnden Faktoren ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Therapien für Personen mit einer Vorgeschichte von Traumata und Psychosen. (5) (6)
4. Trauma, Abspaltung, Ich-Störung und Psychosen
Ein traumatisches Erlebnis ist ein potenziell lebensbedrohliches Ereignis, das die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt und den betroffenen Menschen mit Gefühlen der Hilflosigkeit, intensiver Angst oder Entsetzen überflutet. Wenn Körper und Seele sich der Situation nicht entziehen können, schaltet der menschliche Organismus auf Überlebensstrategien um. Der Mensch erstarrt (ähnlich dem Totstellreflex bei Tieren) und dissoziiert. In gewissem Ausmaß kennen das sehr viele Menschen, z. B. wenn jemand kurz nach einem schweren Verkehrsunfall trotz Verletzung keine Schmerzen spürt, klar denkend Hilfe organisiert und sich später vielleicht nur noch bruchstückhaft daran erinnert.
Dissoziation, also die Abspaltung von Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen oder Handlungen, ist eine Möglichkeit, diese traumatische Situation zu überstehen. Dies ist in Gefahrensituationen eine sinnvolle Reaktion des menschlichen Organismus. Bei andauernder Gefahr kann Dissoziation bei kleinen Kindern zur dauerhaften Bewältigungsstrategie werden. Ihre Persönlichkeit ist noch nicht ausgereift und daher sehr formbar. Kleine Kinder sind auf nahe Bezugspersonen angewiesen und von ihnen abhängig, selbst wenn diese das Kind vernachlässigen und/oder gewalttätig sind. Wiederholte Gewalt in früher Kindheit kann zur Abspaltung von Persönlichkeitszuständen führen, die sich zu eigenen Identitäten entwickeln (Dissoziative Identitätsstruktur).
Die Aufspaltung der Persönlichkeit ermöglicht das Überleben in solch ausweglosen Lebensverhältnissen. Diese Dissoziation ist keine Entscheidung, sondern geschieht unwillkürlich und ist von den Betroffenen nicht steuerbar. (4)
Dissoziative Ich-Störung und Psychosen
Eine dissoziative Ich-Störung ist eine durch ein Trauma verursachte tiefgreifende Transformation der Selbstwahrnehmung, die vor oder bei dem Einsetzen psychotischer Symptome (d. h. positiv, negativ, kognitiv, ...) erfolgt. Ich-Störung sind u.a. Abspaltungen (Dissoziation) mit einem Gefühl des Loslösens vom Selbst und/oder der Umgebung.
Selbststörungen sind Erfahrungen der Selbstentfremdung, wie Gefühle die Welt sei irreal, gefolgt von Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung und ggf. auch auch Wahnideen. Dies kann ein instabiles Gefühl der Ich-Perspektive und Selbstpräsenz sein, mit der Erfahrung eines Verlusts der Selbstbestimmung. Eine Isolierung, ein schwindendes Gefühl des Eintauchens in die umgebende Welt, ein Gefühl flüchtiger Selbstidentität und fehlenden innerer Geschlossenheit.
Störungen der stillschweigenden Fließfähigkeit des Gedankenstroms, ungewöhnlich lange und intensive Selbstreflexion, das Nachdenken über sich selbst (Hyperreflexivität). Sowie ein gestörter Zugriff oder Halt in der kognitiv-wahrnehmungsbezogenen Welt mit Störungen der räumlich-zeitlichen Strukturierung der Erfahrungen.
Studien und Quellen
(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Risk_factors_of_schizophrenia
(2) History of trauma is a critical treatment target for individuals at clinical high-risk for psychosis. Vanessa C. Zarubin, Tina Gupta, Vijay A. Mittal, 2023
(3) Childhood Trauma in Schizophrenia: Current Findings and Research Perspectives. David Popovic , Andrea Schmitt , Lalit Kaurani, Fanny Senner, Sergi Papiol , Berend Malchow , Andre Fischer , Thomas G Schulze, Nikolaos Koutsouleris, Peter Falkai, 2019
(4) https://www.vielfalt-info.de/index.php/viel…ma-dissoziation
(5) Psychological processes mediating the association between developmental trauma and specific psychotic symptoms in adults: a systematic review and meta‐analysis. Michael AP Bloomfield, Tinya Chang, Maximillian J Woodl, Laura M Lyons, Zhen Cheng, Clarissa Bauer‐Staeb, Catherine Hobbs, Sophie Bracke, Helen Kennerley, Louise Isham, Chris Brewin, Jo Billings, Talya Greene, Glyn Lewis, 2021
(6) Pathways from trauma to unusual perceptual experiences: Modelling the roles of insecure attachment, negative affect, emotion regulation and dissociation. Laura P. Strachan, Georgie Paulik, David A. Preece, Peter M. McEvoy, 2023

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