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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Psychosen und Schizophrenie: 7. Berührung und Massage

  • Phoenix
  • 18. Oktober 2025 um 03:00
  • 1.024 Mal gelesen

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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Schizophrenie

7. Berührung und Massage


Besserung bei Symptomen:
[in Studien gegenüber Placebo ]
(G)(+)(-)(k)(D)(Ä)(ST)(SCH)
Berührung und Massage30%✓25%✓50%55%20%20%

(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf


  • Die 5 Ebenen der Heilung
  • Road to Recovery | Einleitung und Übersicht
I. Die Körper-Ebene

Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden.

Therapien und Heilmethoden:

1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
     A. Antipsychotika
     B. Antidepressiva

II. Die Energie-Ebene

Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.

Therapien und Heilmethoden:

7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben

III. Die Mental-Ebene

Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.

Therapien und Heilmethoden:

14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie 
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie

IV. Die intuitive Ebene

Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.

Therapien und Heilmethoden:

20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie

V. Die Geist-Ebene

Die 5. Ebene beschreibt den geistigen Aspekt eines Menschen. Es ist das Feld von innewohnender Weisheit und Zufriedenheit, des natürlichen Mitgefühls und Liebe zu uns und anderen. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt, wir kümmern uns um die Harmonisierung der anderen Ebenen. Um Erfahrungen auf der fünften Ebene machen zu können, braucht es Zeit und Raum – für das Alleinsein und die Meditation.

Therapien und Heilmethoden:

25. Achtsamkeit und Meditation

II. Die Energie-Ebene

Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen und Schizophrenie.



7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben


Zitat

"Wer Medizin studieren möchte, muss die Kunst der Massage beherrschen." Hippokrates (griechischer Arzt der Antike)


Kurzfassung

| Berührungsmedizin bezeichnet eine Disziplin, bei der das menschliche Grundbedürfnis nach Berührung Teil der medizinischen Behandlung ist. Sie reduziert sich nicht auf ein einzelnes Fachgebiet, sondern sieht sich als generelle Ergänzung für die Gesamtheit medizinischer Versorgung und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Berührung und Massage kann bei Schizophrenie helfen, indem es das Körperbewusstsein steigert, Symptome reduziert sowie das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessert. Diese Vorteile sind am wirksamsten, wenn Berührungen einfühlsam und respektvoll im Rahmen eines umfassenderen Behandlungsplans eingesetzt werden.

Trauma, Entkörperung, Selbststörung und Psychosen

Die Familiengeschichte mit einem Kindheitstrauma ist der wichtigste einzelne Risikofaktor für Psychosen und Schizophrenie. Tatsächlich berichten bis zu 80 % der Personen, die die Kriterien für ein Hochrisiko für ein Psychose-Syndrom erfüllen, über eine Traumageschichte.

Ein traumatisches Erleben in der Kindheit hat unbewusst als Schutzreaktion eine Abspaltung vom Körper und schmerzlichen Gefühlen und Gedanken zur Folge. Die Entkörperung wiederum führt zur Selbststörung und somit zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen, welche den Körper, die Gefühle und die Gedanken betreffen. Es kommt bei Schizophrenie daraus folgend also zu einer Vielzahl von Symptomen, wie positive, negative, kognitive Symptomen sowie zu Depressionen, Ängsten und Stress.

Massageverfahren

Prozesse der psychischen Gesundung werden mit einem Wiedererlangen des Körperbewusstseins, mit Embodiment, wie Berührungen und Massagen oder Body-Mind-Therapien gefördert. Sanfte Berührungen und Massagen können das Körperbewusstsein steigern, und verringern das Gefühl vom eigenen Körper abgekoppelt zu sein.

Fürsorgliche Berührungen können die Integration der Sinne fördern, die für die Entwicklung eines starken Körper- und Selbstgefühls entscheidend ist, auch um die Grenzen einer Person zu stärken. So können Halluzinationen, die alle fünf Sinne betreffen: Hören, Sehen, Tasten, Schmecken und Riechen gelindert werden, auch Stimmenhören, als die häufigste Halluzination bei Schizophrenie. Berührungen können das Gefühl von Sicherheit fördern und die Ich-Funktionen verbessern, die durch die Krankheit oft beeinträchtigt sind.

Ein akzeptieren des eigenen Körpers als Speichermedium traumatischer Erfahrungen macht es auch möglich vergangene schmerzliche Emotionen wieder erfahrbar zu machen, diese aufzuarbeiten und zu lösen. Therapeutische Berührungen sollten bei Trauma mit großer Sorgfalt angegangen werden, insbesondere bei Patienten mit Kindheitstrauma, wie sexueller oder körperlicher Missbrauch.

Studien über die Anwendung von heilsamen therapeutischen Berührungen in Massagetherapien bei Schizophrenie-Patienten belegen:

  1. Eine Verbesserung des Körperbewusstseins (4)
  2. Eine Verringerung der Gesamtsymptome um 30%, positiver Symptome, negativer Symptome um 25% und sozial-kognitiver Symptome (6) sowie von Depressionen um 50%, Angstzuständen um 65% in 4 Wochen bei 2 bzw. 3 Massage-Anwendungen in der Woche. (5)
  3. Stress und Schlaf verbesserten sich in Studien um 20% in 3 bzw. 4 Wochen gegenüber Kontrollbedingungen. (11) (12)
  4. Es zeigte sich ein Linderung von durch Antipsychotika verursachten Bewegungsstörungen, sowie
  5. eine Verbesserung des Wohlbefinden und der Lebensqualität.

2004 wurde erstmals eine Metaanalyse zur antidepressiven und angstlinderden Wirksamkeit von Massage vorgelegt und kamen zum Ergebnis, dass ihre Effektstärke derjenigen von Psychotherapie entspricht (8). |


1. Wirkungsweise

Massagen können Endorphine freisetzen, die natürlichen Wohlfühlchemikalien des Körpers, die Depressionen, Ängste und Stress lindern und das subjektive Wohlbefinden verbessern können. Massagen und Fußbäder senken nachweislich die Herzfrequenz, was auf eine physiologische Entspannungsreaktion hindeutet.

Oxytocin bei Geburt und Stillen » Wie das Wehenhormon wirkt | MeinMed.at

Man geht davon aus, dass therapeutische Berührungen durch die Beeinflussung des Nervensystems des Körpers wirken, was unter anderem die Freisetzung von Hormonen wie Oxytocin und eine Verringerung von Stresshormonen wie Cortisol einschließt.

Insbesondere sanftes Streicheln, stimuliert die Freisetzung von Oxytocin. Der praktizierte enge Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Neugeborenem resultiert in einer bemerkenswert starken Oxytocin-Freisetzung.

Da sanfte Hautberührung beim Menschen eine Oxytocin-Ausschüttung bewirkt, mit nachfolgender Aktivierung serotonerger sowie dopaminerger Neurone legt auch die neurowissenschaftliche Erklärungsebene nahe, dass z. B. sanfte Massagen die Stimmung positiv beeinflussen. (3)


Trauma, Entkörperung, Selbststörung und Psychosen

Die Familiengeschichte mit einem Kindheitstrauma ist, neben einigen anderen Einflüssen, der wichtigste einzelne Risikofaktor für Psychosen und Schizophrenie. Tatsächlich berichten bis zu 80 % der Personen, die die Kriterien für ein Hochrisiko für ein Psychose-Syndrom erfüllen, über eine Traumageschichte.

Ein traumatisches Erleben in der Kindheit hat unbewusst als Schutzreaktion eine Abspaltung vom Körper und schmerzlichen Gefühlen und Gedanken zur Folge. Es kommt bei Schizophrenie zur sogenannten Entkörperung und Selbststörung und daraus folgend zu einer Vielzahl von Symptomen, wie positive, negative, kognitive Symptomen sowie zu Depressionen und Ängsten. In drei Artikeln wurden die Entwicklungsfaktoren für Psychosen und Schizophrenie ausführlich erklärt: 1. Kindheitstrauma, 2. Abspaltung und Entkörperung, 3. Ich-Störung und Psychose


Der ver-rückte Körper

What are Hypnagogic Hallucinations? – Setu Nutrition

Die Distanz, die Ausblendung und Abspaltung des Körper führt dazu, das der Körper als fremd wahrgenommen wird. Ein zentraler Bestandteil des Selbstseins ist das körperliche Selbst, nämlich eine geschlossene Wahrnehmung des eigenen Körpers und ein stabiles Gefühl, ihn zu besitzen.

Menschen mit Schizophrenie leiden häufig unter somatischen Wahnvorstellungen. Eine Befragung ergab, dass 64 % abnormale Überzeugungen über ihren Körper hatten. Probleme mit der Körperwahrnehmung bei Schizophrenie betreffen das Hören, Sehen oder Spüren von Dingen, die nicht real sind.

Eine Störung der Empfindungs- und Körperwahrnehmung führt zum Verlust der Ich-Grenzen. Es ist das Fehlen eines klaren Gespürs dafür, wo der eigene Körper, der Geist und der Einfluss der Person enden und wo die anderer Menschen beginnen. Es kommt bei der Selbststörung und in Psychosen zu anomaler körperlicher Selbsterfahrungen, wie zum Beispiel vorübergehende Veränderungen der Körperform, Größe oder Lage der eigenen Körperteile sowie ein gestörtes Gefühl des Körperbesitzes und der Grenzen zwischen sich selbst und anderen.

Die ver-rückten Gefühle

Die Ausblendung und Abspaltung schmerzlicher Gefühle führt dazu, das keine oder wenig Gefühle wahrgenommen werde. Denn sie sind unterdrückt. Eine Unterdrückung von Gefühlen, wie Wut und Aggression aber auch Freude, hat Depressionen zur Folge. Es entstehen typische negative Symptome, wie Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, wenig Gefühle - auch zu anderen Menschen, soziale Passivität und Spracharmut.

People with Schizophrenia Experience Emotions Differently From Others, Body  Map Shows - Neuroscience News

Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Schizophrenie weniger fühlen können, unempfindlicher bei taktile Stimulation und Berührung sind und höhere Schmerzschwellen haben. Menschen mit Schizophrenie können auch taktile Halluzinationen erleben. Die Grenze zwischen somatischem Halluzinationen und Wahnvorstellungen ist verschwommen und einige Wahnvorstellungen können auf abnormalen Körperempfindungen beruhen.

Die ver-rückten Gedanken

Die Distanz und Abspaltung der Gedanken führt dazu, das die eigenen Gedanken als fremd wahrgenommen werden, von außen eingegeben. Es kommt zum Stimmenhören und Verfolgungswahn.

Prozesse der psychischen Gesundung werden mit einem Wiedererlangen des Körperbewusstseins, mit Embodiment durch Body-Mind-Therapien gefördert. Ein akzeptieren des eigenen Körpers als Speichermedium traumatischer Erfahrungen macht es möglich vergangene schmerzliche Emotionen wieder erfahrbar zu machen, diese aufzuarbeiten und zu lösen. Trauma führt zu Entkörperung und Selbststörung und somit zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen, welche den Körper, die Gefühle und die Gedanken betreffen.

Das Kuschelhormon Oxytocin und seine Bedeutung bei Psychosen und Schizophrenie

Schizophrenie ist eine chronische und schwächende Krankheit, die mit einer Beeinträchtigung der sozialen Funktionen einhergeht. Eine Fehlregulation von Oxytocin, auch "Kuschel-Hormon" genannt, hat bei der Regulierung der Ausprägung von Schizophrenie eine wichtige Bedeutung. (7)

Angesichts der Rolle von Oxytocin im menschlichen Verhalten, insbesondere in der sozialen Wahrnehmung, haben verschiedene Studien den potenziellen klinischen Nutzen von Oxytocin bei der Verbesserung der Schizophrenie-Symptome untersucht.

Oxytocin wirkt bei der Linderung sowohl der positiven als auch der negativen Symptome der Schizophrenie und kann zur Wiederherstellung sozialer kognitiver Defizite beitragen.

Positive Symptome

Der Zusammenhang zwischen Oxytocinspiegeln und positiven Symptomen einer Schizophrenie wurde nachgewiesen. Studien berichten, dass Patienten mit höheren Oxytocinspiegeln im Serum niedrigere Werte bei positiven Symptomen aufwiesen. Neuere Studien zeigten, dass niedrigere endogene Oxytocinspiegel bei Patienten mit Schizophrenie mit schwerwiegenderen positiven Symptomen verbunden sind. (7)

Negative Symptome

In klinischen Studien wurde durchweg ein Zusammenhang zwischen Oxytocinspiegeln und den negativen Symptomen der Schizophrenie nachgewiesen. Forscher fanden heraus, dass niedrigere Plasma-Oxytocinspiegel bei Patienten mit Schizophrenie mit einem größeren Schweregrad der Asozialität verbunden sind, was mit der Vorhersage in Bezug auf Symptome von Antriebsschwäche, emotionalem Rückzug und passivem/apathischem sozialem Rückzug übereinstimmt.

Forscher fanden außerdem heraus, dass höhere Oxytocinspiegel, die nach vertrauensbezogenen Interaktionen gemessen wurden, negative Symptome einer Schizophrenie signifikant linderten, was darauf hindeutet, dass eine verringerte vertrauensbedingte Oxytocinausschüttung mit negativen Symptomen zusammenhängt und möglicherweise mit sozialem Rückzug, Isolation und abgeflachtem Affekt bei Patienten mit Schizophrenie verbunden ist. (7)

Sozial-Kognitive Funktionen

Studien berichteten erstmals, dass eine höhere Genauigkeit der Erkennung von Gesichtsemotionen mit höheren Oxytocinspiegeln bei Patienten mit Schizophrenie verbunden ist. Patienten mit Schizophrenie mit höheren Oxytocinspiegeln zeigen eine stärkere Vermeidung negativer Emotionen und besserer kognitiver Empathie. Niedrigere Oxytocinspiegel weisen auf eine schlechte soziale kognitive Funktion hin und wurden mit einer schlechteren Verarbeitungsgeschwindigkeit und schlechterem Arbeitsgedächtnis bei Patienten mit Schizophrenie in Verbindung gebracht. (7)

Siehe Ausführlich:

SERIE | HORMONE BEI SCHIZOPHRENIE: 8. Oxytocin - Das Kuschelhormon


1. Die Berührungsmedizin - Heilung durch Berührung

Haut-zu-Haut-Berührung stellt die ursprünglichste Sinneserfahrung von Mensch dar. Ein Mangel an zärtlicher Berührung hinterlässt psychische und physische Schäden, insbesondere bei Neugeborenen und Kindern. Eine emotionale Vernachlässigung, Mangel an frühem Körperkontakt und Bindung und erhöht das Risiko späterer psychischer Störungen wie Schizophrenie und Depression.

Es gibt indirekte Hinweise darauf, dass Menschen mit Schizophrenie weniger liebevolle Berührungen erfahren als die Durchschnittsbevölkerung. Daten zeigen, dass soziale Isolation bei Personen mit der Diagnose einer Psychose häufig vorkommt. Negative Symptome, wie emotionaler Rückzug und soziale Isolation verstärken das Risiko für Paranoia und Verfolgungswahn.

Zwischenmenschliche Berührungen stellen ein menschliches Grundbedürfnis dar, da sie Empathie, Liebe, Fürsorge, Intimität und soziale Zugehörigkeit vermitteln.

Berührung und Heilung durch Handauflegen ist in der Geschichte der Medizin eine bekannte Methode und erlangt derzeit eine Wiederentdeckung, z.B. durch Ärzte und Pflegepersonal wie eindrucksvoll in der Dokumentation "Geheimnis der Heilung" zu sehen ist. Das wohl bekannteste Beispiel, sind die überlieferten Berichte über die von Jesus bewirkten Heilungen, die die vormals Kranken ins soziale Leben zurückführten.

Die Berührungsmedizin schließt bereits etablierte Techniken der Physiotherapie, Osteopathie oder manuellen Medizin und auch der Körperpsychotherapie selbstverständlich mit ein und integriert sie in eine erweiterte Fachdisziplin, die insbesondere auch die psychosozialen Aspekte von Gesundheit und Krankheit berücksichtigt. (3)


2. Trauma und Embodiment - Körperbewusstsein durch Massage

Es wurde festgestellt, dass Massagetherapie das Körperbewusstsein stärkt, das Gleichgewicht und die Körperhaltung verbessert. Massage kann bei der Interozeption, also der Fähigkeit, Empfindungen im Körperinneren zu erkennen oder zu spüren, helfen.

Frauen mit sexuellem Missbrauch in der Kindheit berichten von deutlich verbesserter Körperverbindung sowie Integration vom Wahrnehmung, Denken, Handeln und Fühlen durch eine Massagetherapie. Bei Menschen mit psychischen Traumata können bestimmte Massagearten dabei helfen, die Ursache von Depression und Ängsten lindern. (1)

Da sich ein Trauma auf die körperliche und geistige Gesundheit eines Menschen auswirkt, empfinden manche Menschen körperbasierte Therapien als hilfreich, da sie beide Bereiche gleichzeitig ansprechen. Sie können einer Person helfen, sich wieder mit ihrem Körper zu verbinden, sich sicher zu fühlen oder aufgestaute Emotionen loszulassen.

Die Oxytocin-Massage

Die Oxytocin-Massage gehört zu den psychoaktiven Massageformen, die mit streichenden und leichten Bewegungen die Ausschüttung des „Glückshormons“ Oxytocin fördert. Die Behandlung wirkt tiefenentspannend.

Die Haut ist das größte Organ, zuständig für das Fühlen und Atmen. Es steht in direkter Wechselwirkung mit den Gefühlen und dem Befinden. Im Gegensatz zur druckstarken klassischen Massage wird bei der psychoaktiven Massage mit Streichungen und feinen Knetungen behandelt.

Über den gleichmäßigen Druck der Hände – sanft, aber nicht zart – werden eindeutige Informationen an den Körper des Behandelten vermittelt. Diese bewirken Hormonausschüttungen und versetzen den Behandelten in Tiefenentspannung, die einer Vorstufe des Schlafes ähnlich ist. So wird die Atmung tiefer und langsamer, Gelassenheit und Ruhe breiten sich im Körper aus.


3. Studien

1. Zehn überwiegend chronisch schizophrene Patienten erhielten eine Körpertherapie, darunter eine Massage der Füße, des Rückens und des Nackens 2-3 mal pro Woche für 3 Monate. Physiologisch wurde gezeigt, dass Stress, Anspannung und Erregung während der Massagetherapie abnahm und es zur deutlichen Verbesserung der subjektiven Wohlbefindens kam.

"Die Studie zeigt, dass diese körperorientierte Therapie eine erwägenswerte Methode ist, um schizophrenen Patienten ein stärkeres Bewusstsein für die eigenen körperlichen Grenzen zu vermitteln." (4)


2. In einer zweiten Studien, nach vier Wochen Shiatsu-Sitzungen zeigten 12 Patienten, die mit chronischer Schizophrenie ins Krankenhaus eingeliefert wurden, statistische und klinische Verbesserungen auf allen Ebenen der Psychopathologie und der Nebenwirkungen von Antipsychotika. (5)

Diese Sitzungen fanden zweimal pro Woche statt und jede Shiatsu-Intervention dauerte 40 Minuten. Die Gesamtsymptome besserten sich um 30% (PANSS), Depressionen um 50% (HAM-D), Ängste um 65% (HAMA-A).

Schaubild Besserung der Symptome:

Die Forschungsergebnisse zeigten, dass durch zweimal wöchentliche Shiatsu-Sitzungen zu einer signifikanten Verbesserung des klinischen Zustands jedes dieser schizophrenen Patienten führte, und zwar bei allen Ergebnismaßen.

„Die Verbesserung einer Reihe von Werten zur Messung positiver und negativer Symptome, Depressionen und Angstzustände ist beeindruckend und erfordert sicherlich weitere Untersuchungen“, erklären die Autoren der Studie. (5)


3. Die Forscher einer weiteren Studien führten Fußbäder und Massagen bei Patienten mit verbleibender Schizophrenie durch, um die Auswirkungen auf die psychiatrischen Symptome abzuschätzen. Die Probanden waren sechs Schizophreniepatienten, die in einer psychiatrischen Klinik stationär behandelt wurden. Vier Wochen lang erhielten sie dreimal pro Woche nach einem 10-minütigen Fußbad eine 8-minütige Effleurage-Massage an den Beinen.

Die Behandlung verbesserte negative Symptome um 25%. "Die Ergebnisse der Skala für Lebensqualität lagen vor der Fußpflegeintervention bei 10,5 und stiegen nach der Intervention auf 34,0, was auf eine Verbesserung ihrer Lebensqualität hindeutet. Die Ergebnisse der beiden Messungen zeigen, dass Fußbäder und Massagen bei der Verbesserung der psychiatrischen Symptome wirksam waren." (6)


4. In einer Studie wurden 73 Patienten mit Psychosen entweder einer zehnminütigen, angeleiteten Selbstmassage in der Experimentalgruppe zur Stärkung des Körpergefühls oder einer Kontrollgruppe mit Massage eines Stoffrings zugeteilt.

Schlussfolgerung: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Verbesserung des Gefühls für die Grenzen des Körpers durch eine Selbstmassage eine implizite Voreingenommenheit im Zusammenhang mit Wahnvorstellungen reduzieren kann und unterstützen dementsprechend die Idee, dass die Entkörperung ein relevanter Faktor bei der Entstehung psychotischer Symptome sein könnte." (10)


Depressionen

Vielfältige Formen von körperlichem Schmerz, Brustenge, Schwindel, Herzklopfen, Verlust von Appetit und Libido, Kälteschauer, Hitzewallungen, Magendruck, Unterkühlung und Verkrampfung der Glieder usw. wurden immer wieder bei depressiven Patienten/innen beobachtet. Studien zeigen, dass Depressive ihre veränderte Leiblichkeit deutlich empfinden und negativ bewerten.

Massage Ausbildung: Dein ultimativer Ratgeber

Heilsamen Berührung bieten einen averbalen Zugang zum depressiven Menschen, sein Nicht-Fühlen-Nicht-Spüren-Können quasi zu unterlaufen, seine Angst und Unruhe zu reduzieren, ihn wieder empfindungsfähiger und ausdrucksfähiger zu machen. Der Patient könnte so eine neue Gegenwart erleben. (3)

2004 wurde erstmals eine Metaanalyse zur antidepressiven und angstlinderden Wirksamkeit von Massage vorgelegt und kamen zum Ergebnis, dass ihre Effektstärke derjenigen von Psychotherapie entspricht (8).

Baumgart et al. (2011) untersuchten nach strengen Kriterien ausgewählte und bis 2009 publizierte 22 RCTs an Patienten mit Depression oder Angststörungen. Überwiegend ergab sich eine signifikante Überlegenheit von 30–60 Minuten dauernder Massage.

Angst

1. In einer Studie wurden 68 Personen mit generalisierter Angststörung zufällig einer therapeutischen Massage, Thermotherapie oder Entspannungsraumtherapie zugeteilt. Die Behandlungsdauer betrug insgesamt 10 Sitzungen über 12 Wochen. (9)

Die Ergebnisse umfassten eine Linderung der Symptome der generalisierten Angststörung (HARS-Skala) um 50% und Veränderungen der depressiven Symptome um 20% (PHQ-8-Skala).

Alle Gruppen zeigten bis zum Ende der Behandlung eine ähnliche Verbesserung und konnten ihre Erfolge auch bei der Nachuntersuchung nach 26 Wochen aufrechterhalten. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen wahrscheinlich aufgrund einer positiven, aber allgemeinen Entspannungsreaktion. (9)


1. Billhult und Määttä (2009) berichteten, dass acht Frauen mit generalisierter Angststörung, die zweimal wöchentlich mit einstündigen Massagen behandelt wurden, weniger Angstgefühle und ein erhöhtes Selbstvertrauensgefühl hatten.

4. McPherson und McGraw (2013 ) berichteten über die Behandlung von 25 Personen mit generalisierter Angststörung und komorbiden Störungen. Bei einer Multimodul-Therapie, die eine Partner-unterstützte Massage umfasste, stellten sie eine signifikante Reduzierung des GAD-7, einen verringerten Einsatz schmerzlindernder Medikamente und verringerte Bewertungen auf der Schmerzskala fest. (2)

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine wachsende Zahl von Beweisen darauf hindeutet, dass Massage entweder als Adjuvans oder als Monotherapie eine vorteilhafte Intervention zur Linderung von Angstsymptomen sein kann." (2)

Stress

Massage kann Stress effektiv reduzieren, indem es den Cortisolspiegel senkt, Ängste abbaut und die Stimmung verbessert, wobei einige Studien auf vergleichbare Vorteile wie bei anderen Entspannungsmethoden hinweisen. Obwohl die Ergebnisse der einzelnen Studien variieren, scheint Massage ein nützliches Mittel zur Bewältigung von allgemeinem und beruflichem Stress zu sein und führt häufig zu einer signifikanten Verringerung der selbstberichteten und physiologischen Stressmarker.

Eine Massage kann dazu beitragen, dass sich der Einzelne seiner körperlichen Anspannung und ihrer Verbindung zu Emotionen bewusster wird, was zu einem stärkeren Gefühl der Kontrolle führt. Massagetherapie gilt als potenziell wirksame Methode zur körperlichen Entspannung bei beruflichem Stress, obwohl Yoga in einer Metaanalyse als etwas wirksamer eingestuft wurde.

1. Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Massagen auf den beruflichen Stress von Rettungskräften zu bestimmen. In dieser kontrollierten Studie wurden insgesamt 58 Rettungssanitäter aus Rettungsstationen ausgewählt und dann nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen in der Massage- und in der Kontrollgruppe eingeteilt.

Die Interventionsgruppe erhielt vier Wochen lang zweimal wöchentlich morgens nach Schichtende eine schwedische Massage. Jede Massagesitzung dauerte 20–25 Minuten. Die Probanden der Kontrollgruppe erhielten keine Intervention.

In der Behandlungsgruppe sanken die Stresswerte um 20% gegenüber der Kontrollgruppe. Schlussfolgerungen: Das Training und die Anwendung der Massagetherapie können als wirksame Methode zur Reduzierung von beruflichem Stress in Notfallzentren dienen. (11)

Schlaf

Massage verbessert den Schlaf, indem es Stress und Muskelverspannungen reduziert, Schlafhormone wie Serotonin und Melatonin reguliert und die Entspannungsreaktion des Körpers auslöst. Massagen senken den Cortisolspiegel (das Stresshormon), was Entspannung und ein Gefühl der Ruhe fördert.

1. Ziel einer Studie war es, die Auswirkungen der Aromatherapie auf Schmerzen und Schlafqualität bei 102 Patienten mit rheumatoider Arthritis zu untersuchen. Die Interventions- und die Placebogruppe unterzogen sich drei Wochen lang dreimal wöchentlich einer 10-minütigen Selbst-Aromatherapie-Handmassage unter Anleitung eines Handbuchs und Videos zur Selbst-Aromatherapie-Handmassage. Die Interventionsgruppe verwendete 5%ige zusammengesetzte ätherische Öle, die Placebogruppe Süßmandelöl und die Kontrollgruppe erhielt keine Intervention.

Ergebnisse: "Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die Interventionsgruppe in den ersten Wochen nach der Aromatherapie-Massage eine statistisch signifikante Verbesserung der Schlafqualitätswerte (um 20%)." (12)


4. Hilfe bei Nebenwirkungen von Antipsychotika

Eine Massagetherapie kann auch Menschen mit Schizophrenie zugute kommen, indem sie die Nebenwirkungen lindert. Extrapyramidal Nebenwirkungen sind Bewegungsstörungen, die durch die Einnahme von Antipsychotika hervorgerufen werden. Dazu gehören Dyskinesien (unwillkürliche Bewegungen, die schnell, kurz, ruckartig, diskret und stereotyp sind); und Parkinson-Symptome (Muskelsteifheit, Zittern und Langsamkeit beim Auslösen von Bewegungen). (1)

Es gibt Hinweise darauf, dass durch die Auslösung einer Reaktion des parasympathischen Nervensystems oder die Beeinflussung neuromuskulärer Prozesse Massagetherapie fähig sein kann diese Symptome zu lindern. (1)

Mit Massagetherapien wurden Interventionen gefunden, die diese Nebenwirkungen lindern und das Potenzial haben, um die Lebensqualität für eine große Zahl von Menschen mit Schizophrenie zu verbessern.


Studien und Quellen:

(1) The efficacy of massage therapy for people with schizophrenia. Urie, Rebecca, 2012

(2) Massage Therapy for Psychiatric Disorders. Mark Hyman Rapaport, M.D., Pamela J. Schettler, Ph.D., Erika R. Larson, M.S., L.M.T., Dedric Carroll, L.M.T., Margaret Sharenko, L.M.T., C.P.T., James Nettles, Ph.D., L.M.T., and Becky Kinkead, Ph.D., 2018

(3) Touch Medicine – a complementary therapeutic approach exemplified by the treatment of depression. Bruno Müller-Oerlinghausen, Michael Eggart, Henrik Norholt, Michael Gerlach, Gabriele Mariell Kiebgis, Michaela Maria Arnold, and Kerstin Uvnäs Moberg, 2022

(4) Empirical study of a physically oriented therapy with schizophrenic patients. Andres, Bellwald und Brenner,1993

(5) Shiatsu als adjuvante Therapie bei Schizophrenie: Eine offene Pilotstudie. Pesach Lichtenberg, Agnes Vass, Hamutal Ptaya, Shany Edelman und Uriel Heresco-Levy, 2009

(6) Research on the Effect of the Foot Bath and Foot Massage on Residual Schizophrenia Patients. Kazuko Kito, Keiko Suzuki, 2016

(7) Oxytocin in Schizophrenia: Pathophysiology and Implications for Future Treatment. Kah Kheng Goh, Chun-Hsin Chen, and Hsien-Yuan Lane, 2021

(8) Moyer C A, Rounds J, Hannum J W. A meta-analysis of massage therapy research. Psychol Bull. 2004

(9) Effectiveness of Therapeutic Massage for Generalized Anxiety Disorder: A Randomized Controlled Trial. Karen J Sherman 1,2, Evette J Ludman 1,3, Andrea J Cook 1,4, Rene J Hawkes 1, Peter P Roy-Byrne 3, Susan Bentley 3, Marissa Z Brooks 6, Daniel C Cherkin, 2010

(10) Reduced Jumping to Conclusion Bias after Experimentally Induced Enhancement of Subjective Body Boundaries in Psychosis. Naomi Lyons 1, Detlef E Dietrich 2, Johannes Graser 3, Georg Juckel 4, Christian Koßmann 4, Harald Krauß 5, Bernhard Müller 6, Johannes Michalak, 2021

(11) Massagetherapie im Management von beruflichem Stress bei Mitarbeitern des Rettungsdienstes: eine randomisierte kontrollierte Studie
Mahdi Mahdizadeh 1, Ali Ansari Jaberi 2, Tayebeh Negahban Bonabi, 2019

(12) The Effects of Self-Aromatherapy Massage on Pain and Sleep Quality in Patients with Rheumatoid Arthritis: A Randomized Controlled Trial. Pei-Yu Lu M.S.N., R.N., Hsiao-Ying Wu Ph.D., R.N. , Li-Huan Chen Ph.D., R.N.,, Chieh-Yu Liu Ph.D. §, Ai-Fu Chiou Ph.D., R.N. , 2023

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