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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Schizophrenie:
25. Achtsamkeit und Meditation
| Symptome | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Achtsamkeit und Meditation in Studien: Besserung in 8 Wochen bis 8 Monate | 40% | 20% | ✓ | 30% | 15% | 20% | ✓ |
| Effektstärken aus Metanalysen | (0,3) | (0,5) | (0,3) | (0,4) | (0,8) | (0,4) | ✓ |
(+) = positive, (-) =negative, (k) = kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängste, (ST) = Stress, (SCH)= Schlaf.
I. Die Körper-Ebene
Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden. Folgende Therapien haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
A. Antipsychotika
B. Antidepressiva
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
Therapien und Heilmethoden:
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie
• Hypnose
• Schamanischen Heilen
V. Die Geist-Ebene
Die 5. Ebene beschreibt den geistigen Aspekt eines Menschen. Es ist das Feld von innewohnender Weisheit und Zufriedenheit, des natürlichen Mitgefühls und Liebe zu uns und anderen. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt, wir kümmern uns um die Harmonisierung der anderen Ebenen. Um Erfahrungen auf der fünften Ebene machen zu können, braucht es Zeit und Raum – für das Alleinsein, die Meditation, oder für den der gläubig ist, das tiefe Gebet.
Therapien und Heilmethoden:
25. Achtsamkeit und Meditation
• Liebe und Mitgefühl
• Selbstheilung
• Gebet
Zitat"Das Geheimnis der Gesundheit von Geist und Körper besteht darin, den gegenwärtigen Moment weise und ernsthaft zu leben." Buddha
| Kurzfassung |
| Achtsamkeitsmeditation hat in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern Einzug in die Mainstream-Kultur gehalten.
Historisch betrachtet ist „Achtsamkeit“ vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis zu finden. Die Kultivierung von Achtsamkeit wird in allen buddhistischen Traditionen betont und als die Entwicklung eines Bewusstseins für den gegenwärtigen Moment definiert.
In der westlichen Kultur ist das Üben von „Achtsamkeit“ durch den Einsatz verschiedener Psychotherapiemethoden bekannt geworden. Insbesondere durch Jon Kabat-Zinn und sein Mindfulness-Based Stress Reduction Programm (MBSR) (1)
"Die Praxis von Achtsamkeit fördert einen Geisteszustand, der sich durch Eigenschaften wie Nichturteilen, Nichtreaktivität, Distanziertheit, Akzeptanz und Mitgefühl gegenüber sich selbst und anderen auszeichnet.
In psychotherapeutischen Ansätzen wird es daher als Technik eingesetzt, um eine achtsame und akzeptierende Haltung gegenüber belastenden Symptomen und Erfahrungen zu fördern, anstatt diese umzustrukturieren, zu verändern oder zu beseitigen." (7)
Achtsamkeit hat auch in der Psychoseforschung in den letzten 15 Jahren exponentiell zugenommen. Achtsamkeitstraining wurden in die traditionellere kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen integriert und wird auch als eigenständige Therapie angeboten.
Der Kern von Achtsamkeitsinterventionen, auch für Menschen mit Psychosen, ist die Annahme, dass Einzelpersonen lernen können, anders auf schwierige psychotische Erfahrungen zu reagieren und dadurch weniger belastet und gestört werden. Achtsamkeit ist eine Art Meditationspraxis, bei der der Einzelne lernt, seine Gedanken und Gefühle zu beobachten und wahrzunehmen und auf sie akzeptierend und nicht wertend zu reagieren.
Aktuelle Metaanalysen zeigten, dass Achtsamkeitstrainning sowohl positive und negative Symptome als auch depressive Symptome bei Schizophrenie wirksam reduzieren kann. Weitere Studien zu achtsamkeitsbasierten Interventionen, MBIs (Mindfulness-based interventions ) haben eine Verbesserung der sozialen Funktion und des Selbstwertgefühls ergeben. Die Lebensqualität und die Einsicht in Krankheit/Behandlung wird verbessert. (7)
Studien zeigten insbesondere bei behandlungsresistenten Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die seit Jahren anhalten, die Wirksamkeit von Achtsamkeits- und Meditationsübungen. Nach 8 Monaten des täglichen Trainings sanken die Wahnvorstellungen um insgesamt 35%. Die Halluzinationen besserten sich durch das tägliche Achtsamkeitstraining um 50%. (8)
Die Studie kommt zu dem Ergebnis:
"Am Ende des 8-monatigen Interventionszeitraums waren bei allen Patienten signifikante Verringerungen sowohl der Halluzinations- als auch der Wahnsymptome festzustellen. Bemerkenswerterweise nahmen sowohl die positiven (um 40%) als auch die negativen Symptome (um 20%) des PANSS nach der Intervention ab. Darüber hinaus verbesserten sich der Lebensqualitätsindex und der Achtsamkeitswert.
Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse das vielversprechende Potenzial der Achtsamkeitsmeditation bei der Behandlung von Patienten mit schwerer chronischer Schizophrenie." (8)
Darüber hinaus reduzierten MBIs nachweislich die Rehospitalisierungsraten um bis zu ein Viertel im Vergleich zu Teilnehmern, die die übliche Behandlung mit Psychopharmaka erhielten. Eine Studie berichtete auch über kürzere stationäre Behandlungsdauern von durchschnittlich 18,2 Tagen bei üblicher Psychopharmaka-Behandlung auf 11,8 Tage pro Jahr in der Gruppe mit MBIs.
Im Allgemeinen haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass MBIs erfolgreich in Gruppensettings eingesetzt werden, wobei sich bereits nach 6–10 Sitzungen eine signifikante Wirksamkeit erkennbar war und die Patienten ein konstant hohes Engagement zeigten. (7)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wirkungen angepasster MBIs bei Schizophrenie in Metaanalysen von ca. 30 Studien mit ca. 2500 Schizophrenie-Patienten bestätigt wurden, die psychotische Gesamtsymptome, positive und negative Symptome, Depression, Achtsamkeit sowie Rehospitalisierungsraten und -dauer umfassten.
"Als Ergebnis wurde Achtsamkeit als eine vielversprechende Intervention erkannt, die sich für Menschen mit Psychosen als sicher und wirksam erwiesen hat." (5)
Achtsamkeitstraining wurde von Krankenkassen, Unternehmen, Schulen und Gesundheitsdienstleistern angenommen und hunderte von Smartphone-Anwendungen bieten achtsamkeitsbezogene Inhalte. |
1. Wirkungsweise
Achtsam sein, heißt den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen. Wobei „bewusst“ bedeutet, dass man sich entscheidet, die Aufmerksamkeit absichtlich auf den gegenwärtigen Moment zu lenken, konzentriert bleibt und nicht in Gedanken abschweift. (1)
Achtsamkeit bezeichnet einen Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein, ohne darüber nachzudenken oder diese Wahrnehmungen zu bewerten. (1)
Achtsamkeitsübungen können zur Entspannung führen und die Lebensqualität wird deutlich verbessert. Wer sich regelmäßig in Achtsamkeit übt, erwirbt mehr innere Ruhe und Gelassenheit. Heute sind positive Wirkungen von Achtsamkeit auf geistige und körperliche Vorgänge wissenschaftlich belegt.
Bei Psychosen und Depressionen hilft Achtsamkeit aus dem Teufelskreis negativer Gedanken, Gefühle und Fehlverhalten auszusteigen, in dem man Negativität einfach nur als körperliche Empfindung mit Distanz wahrnimmt ohne die zu Bewerten. (2)
Achtsamkeit dient dazu, den Körper wahrzunehmen und auf seine Signale heilsam zu reagieren. Achtsamkeitsübungen wirken nicht über das Denken, sondern über das Wahrnehmen und Loslassen. Bei den Achtsamkeitsübungen konzentriert man sich z. B. auf das alltägliche Tun, auf den Atem oder den Körper.
Ein Ziel von Achtsamkeit ist es, den Abstand zwischen Reiz und Reaktion zu vergrößern. Somit entsteht ein Raum zwischen bewusstem Erleben und Handeln. Es gibt mehr Zeit, um impulsive Reaktionen oder unerwünschte automatische Prozesse zu identifizieren und sie zu unterbrechen. Die Person kann sich bewusst für eine alternative und heilsamere Reaktion entscheiden. (3)
Durch Achtsamkeit kann das Abschweifen in negative Gedanken schneller erkannt werden. Die Aufmerksamkeit wird zurück auf das Hier und Jetzt gelenkt, um so wieder im Kontakt mit der gegenwärtigen Umwelt zu sein. Bei einem achtsamen Lebensstil werden angenehme Situationen bewusster wahrgenommen. Unangenehme Situationen werden nicht vermieden, vielmehr wird ein hilfreicher Umgang ermöglicht.
Die annehmende Haltung bei Achtsamkeit erlaubt es, negative Erfahrungen in die Lebensbiografie einzubauen, ohne diese stetig verdrängen zu müssen. Daraus können Momente innerer Ruhe und Gelassenheit resultieren.
In der Meditation nimmt die Person von ihren (automatischen) Gedanken Abstand. Die Person kann so leichter selbst entscheiden, ob sie sich mit den Gedankeninhalten identifizieren möchte. Achtsamkeit hilft, sich selbst gegenüber eine wohlwollendere Haltung einzunehmen. Das kann das Selbstwertgefühl steigern und den Selbsthass reduzieren.
Personen können mittels Achtsamkeit eigene Bedürfnisse leichter wahrnehmen und diese auch kommunizieren. Dies kann zu einem besseren Beziehungserleben führen. (3)
Achtsamkeitsmeditation nach Jon Kabat-Zinn
Achtsamkeitsmeditation wurde ursprünglich zur Behandlung chronischer Schmerzen vom Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn eingeführt. Kabat-Zinn gründete 1979 die Stress Reduction Clinic an der University of Massachussets Medical School.
Dort entwickelte er das Mindfulness-Based Stress Reduction Programm, den meisten inzwischen besser geläufig als MBSR. In diesem Programm integrierte Kabat-Zinn seine wissenschaftlichen Kenntnisse mit Erfahrungen aus Zen, Buddhismus und Yoga. Mit der "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR) schuf Jon Kabat-Zinn vor fast vierzig Jahren die Grundlagen für die moderne Achtsamkeitspraxis.
Inzwischen wird MBSR in Kliniken und Gesundheitsinstitutionen auf der ganzen Welt gelehrt. Seitdem wurden zahlreiche Anwendungen entwickelt und in kontrollierten Studien getestet, die auf der Kultivierung der Achtsamkeit durch verschiedene Formen der Meditationspraxis basieren.
Obwohl Achtsamkeitsmeditation ursprünglich nicht zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurde, wurden MBIs zur Behandlung verschiedener psychiatrischer Störungen eingesetzt (z. B. Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie bei Schizophrenie und Depression). (4)
In ähnlicher Weise betonen nationale Leitlinien in Deutschland MBIs für die Behandlung und Rückfallprävention von Patienten mit affektiven Störungen (Depression, Bipolare Störung) (DGPPN, 2015). (7)
Positive Auswirkungen von Achtsamkeitspraktiken lassen sich bisher u. a. bei folgenden Krankheitsbildern belegen: (2)
- Psychosen, Schizophrenie oder Trauma
- Depressionen,
- Angststörungen, Ess-Störungen, Persönlichkeitsstörungen,
- Stress und Burnout,
- Sucht.
3. Studien
Positive und negative Symptome

1. In einer aktuellen Studie von 2024 wurde der Einfluss einer 8-monatigen, täglich angeleiteten Meditation auf behandlungsresistente und anhaltende Halluzinationen und Wahnvorstellungen bei männlichen stationären Patienten mit Schizophrenie untersucht.
Die 64 Patienten wurde zu gleichen Teilen einem 8-monatigen Meditationskurs plus Rehabilitationsprogramm (GRP) oder nur einem Rehabilitationsprogramm allein zugewiesen.
Ergebnisse: Im primären Ergebnis verbesserte Meditation die Gesamtsymptome (PANSS) um 17%, der positiven Symptome mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen um 25% sowie der negativen Symptome um 10% im Vergleich zur Rehabilitation (GRP) in acht Monaten. Das Meditationsprogramm (iMI) erhöhte zudem die Werte für körperliche Aktivität, der Achtsamkeitsfähigkeiten und der Lebensqualität. (10)
2. In einer Studie wurde über die Wirksamkeit einer 8-monatigen Intervention mit Achtsamkeitsmeditation bei fünf Patienten mit schwerer Schizophrenie mit einer Krankengeschichte von mehr als 20 Jahren berichtet.
Die fünf Patienten zeigten schwere und medikamentenresistente Halluzinationen/Wahnvorstellungen. Die Halluzinations- und Wahnsymptome hielten an und zeigten in den 8 Jahren vor dieser Studie keine Veränderung.
In den ersten 8 Wochen wurde die Gruppenintervention jeweils 90 Minuten, angeleitet wöchentlich durchgeführt, und nach diesem Zeitraum erfolgte die Gruppenintervention einmal im Monat.
Während des kontinuierlichen 8-monatigen Zeitraums führten die Patienten täglich 20–40 Minuten lang eine Achtsamkeitsmeditation durch.
Nach 8 Monaten sanken die Wahnvorstellungen um 35%, die Halluzinationen besserten sich durch das tägliche Achtsamkeitstraining um 50%. (8)
Die Studie kommt zu dem Ergebnis:
"Am Ende des 8-monatigen Interventionszeitraums waren bei allen Patienten signifikante Verringerungen sowohl der Halluzinations- als auch der Wahnsymptome festzustellen. Bemerkenswerterweise nahmen sowohl die positiven (um 40%) als auch die negativen Symptome (um 20%) des PANSS nach der Intervention ab. Darüber hinaus verbesserten sich der Lebensqualitätsindex und der Achtsamkeitswert.
Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse das vielversprechende Potenzial der Achtsamkeitsmeditation bei der Behandlung von Patienten mit schwerer chronischer Schizophrenie." (8)
3. Ziel einer Studie war es, bei 342 Patienten mit schizophrenen Störungen über einen Zeitraum von 24 Monaten ein Achtsamkeitstraining, eine Psychoedukation und die übliche Behandlung mit Psychopharmaka zu vergleichen.
Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip einer der Behandlungsarten zugewiesen und unterzogen sich einer sechsmonatigen Behandlung.
Ergebnisse: Es gab einen signifikanten Unterschied in der Häufigkeit und Dauer der Wiedereinweisungen zwischen den drei Gruppen über 24 Monate , wobei die Achtsamkeits-Teilnehmer nur durchschnittlich 2 Wiedereinweisungen mit 10 Tagen Dauer aufwiesen als die Teilnehmer der anderen Gruppen mit durchschnittlich 3 Wiedereinweisungen mit 21 Tagen Dauer.
Zudem kam es bei der Achtsamkeit-Gruppe zu der höchsten Gesundungsrate von 37%, gefolgt von der Psychoedukationsgruppe mit 26%. Bei der Gruppe mit üblicher Behandlung mit Psychopharmaka war dies nur bei 7,2 % der Fall. (9)
Kognitive Symptome
Kognitive Beeinträchtigung ist ein Kernsymptom der Schizophrenie. Eine Metaanalyse untersuchte die Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Personen mit Schizophrenie. Zehn randomisierte kontrollierte Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Ergebnisse zeigten, dass Achtsamkeitsübungen die allgemeine Kognition bei Patienten mit Schizophrenie signifikant verbesserten (g = 0,25, p = 0,002). (12)
Depression, Ängste und Stress
4. Ziel einer Studie war es, die Wirksamkeit eines auf Achtsamkeit basierenden Psychoedukationsprogramms (MBPP) auf die Emotionsregulation von Personen mit Schizophrenie zu untersuchen, insbesondere um auf Strategien zur Emotionsregulation zuzugreifen.
46 Teilnehmer mit der Diagnose Schizophrenie und ihren Subtypen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder dem 8-wöchigen, auf Achtsamkeit basierenden Psychoedukationsprogramm oder der Kontrollgruppe mit der üblichen Behandlung mit Psychopharmaka zugewiesen.
Ergebnisse: Die Ergebnisse des Tests zeigten, dass die MBPP-Gruppe nach drei Monaten eine Verbesserung der Emotionsregulation mit Reduktion von Depressionen um 30%, Ängsten um 15% und Stress um 20% aufwies.
"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass MBPP bei einigen Prozessen der Emotionsregulation, wie kognitiver Neubewertung und Grübelei, über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten hinweg signifikant größere Verbesserungen hervorrief. Die Ergebnisse wiesen auch darauf hin, dass MBPP die Achtsamkeitsfähigkeit verbessern und die Symptome von Depressionen sowie die wahrgenommene Störung durch Halluzinationen verringern könnte. Darüber hinaus zeigt es, dass Achtsamkeitspsychoedukation ein gewisses Maß der Emotionsregulationsfähigkeit bei Schizophrenie verbessern könnte." (11)
Metaanalysen
1. Eine aktuelle systematische Überprüfung und Metaanalyse von 2020 umfasste zehn Studien und insgesamt 1094 Schizophrenie-Patienten. (6)
Die MBIs führten zu moderaten bis großen Effekten bei der Reduzierung der Gesamtsymptomatik (Effektstärke von 0,72) und kleinen bis moderaten Effekten bei der Reduzierung sowohl positiver (0,32) als auch negativer Symptome (0,40) . Ein weiteres relevantes Ergebnis ist, dass die MBIs große Auswirkungen auf die psychosoziale Funktionsebene (1,28 ) und Krankheitsbewusstsein (0,65) erzeugten. (6)
2. Eine systematische Überprüfung untersuchte 44 Meta-Analysen mit 336 randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) und einer Zahl von 30.483 Teilnehmern. Das Ausmaß der Auswirkungen nach der Behandlung reichte von sehr gering bis groß ( Besserung von 0,89 für Angststörungen), wobei die meisten im mittleren Bereich mit einer Besserung von 0,30 - 0,50 lagen, wie bei psychiatrischen Erkrankungen, Depressionen und Stress. (4)
3. Kognitive Beeinträchtigung ist ein Kernsymptom der Schizophrenie. Eine Metaanalyse untersuchte die Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Personen mit Schizophrenie. Zehn randomisierte kontrollierte Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Ergebnisse zeigten, dass Achtsamkeitsübungen die allgemeine Kognition bei Patienten mit Schizophrenie signifikant verbesserten (g = 0,25, p = 0,002). (12)
3. Anwendung
Psychose und Schizophrenie

Achtsamkeittraining wurden in die traditionellere kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen integriert und werden auch als eigenständige Therapien angeboten. (5)
Auch die Dauer der Interventionen variiert, wobei in Studien Werte von 4 bis 26 Sitzungen angegeben werden.
Das Achtsamkeitsprogramm »SENSE« ist speziell für Gruppen mit psychotisch erkrankten Patienten entwickelt worden. Es ist in vier Module aufgeteilt und kann sowohl in geschlossenen als auch in offenen Gruppen angewandt werden:
- Modul I: Achtsamkeit des Atems
- Modul II: Achtsamkeit der Sinne in der Natur
- Modul III: Achtsamkeit des Loslösens
- Modul IV: Achtsamkeit in der Körperwahrnehmung
Ziel ist es, den Gruppenteilnehmern in einem geschützten Setting Achtsamkeitsübungen näher zu bringen, das Sammeln von konkreten Achtsamkeitserfahrungen zu ermöglichen und den intensiven Austausch zu fördern.
Sicherheit bei Menschen mit Psychosen
Für Menschen mit Psychosen wurden mehrere Anpassungen der Achtsamkeitspraxis empfohlen, darunter:
- Strukturierte und häufige Anleitung während der Meditation, um langes Schweigen zu vermeiden, damit sich der Einzelne nicht in Grübeleien über psychotische Erfahrungen verstrickt
- kürzere Übungsdauer ( zwischen 10 und 30 Minuten).
- Gruppenpraxis und von Ausbildern unterstützte Schulung
Eine aktuelle Studie hat tatsächlich herausgefunden, dass diese drei Faktoren – strukturiertes Protokoll, Gruppen- und Kurzzeitübungen – mit einem geringeren Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen verbunden sind, die mit der Achtsamkeitspraxis in der Allgemeinbevölkerung verbunden sind. (5)
Studien und Quellen:
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(mindfulness)
(2) https://www.haufe.de/arbeitsschutz/…_94_280626.html
(3) https://www.therapie.de/psyche/info/th…chen-problemen/
(4) The empirical status of mindfulness-based interventions: A systematic review of 44 meta-analyses of randomized controlled trials. Simon B. Goldberg, Kevin M. Riordan, Shufang Sun, and Richard J. Davidson, 2021
(5) Mindfulness for psychosis: Current evidence, unanswered questions and future directions. Lyn Ellett, 2023. https://bpspsychub.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/papt.12480
(6) Mindfulness-Based Interventions for People with Schizophrenia: A Systematic Review and Meta-Analysis. Ricardo M. Hodann-Caudevilla, Cintia Díaz-Silveira, Francisco A. Burgos-Julián, Miguel A. Santed, 2020
(7) Mindfulness-Based Interventions for In-Patients With Schizophrenia Spectrum Disorders—A Qualitative Approach. Kerem Böge, Almira Karadza, Lukas M. Fuchs, Felicitas Ehlen, Thi Minh Tam Ta, Neil Thomas, Malek Bajbouj, Eric Hahn, 2020
(8) The effects of Mindfulness Meditation on hallucination and delusion in severe schizophrenia patients with more than 20 years’ medical history. Jia‐Ling Sheng, Yan Yan, Xiang‐Hong Yang, Ti‐Fei Yuan, Dong‐Hong Cui, 2018
(9) An international multi-site, randomized controlled trial of a mindfulness-based psychoeducation group programme for people with schizophrenia. W T Chien, D Bressington, A Yip, T Karatzias, 2017
(10) Eight-month intensive meditation-based intervention improves refractory hallucinations and delusions and quality of life in male inpatients with schizophrenia: a randomized controlled trial. Ting Xue PhD, Jialing Sheng PhD, Hui Gao BS, Yan Gu BS, Jingjing Dai BS, Xianghong Yang BS, Hong Peng BS, Hongrui Gao BS, Ruping Lu BS, Yi Shen BS, Li Wang BS, Lijun Wang BS, 2024
(11) The Effectiveness of a Mindfulness-Based Psychoeducation Programme for Emotional Regulation in Individuals with Schizophrenia Spectrum Disorders: A Pilot Randomised Controlled Trial. Angie Ho Yan Lam, Sau Fong Leung, Jessie Jingxia Lin, Wai Tong Chien, 2020
(12) The effects of mindful exercise on cognition in patients with schizophrenia: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials
Chyi-Rong Chen 1, Yi-Wen Lee 2, Tzu-Ting Chen 3, Chih-Wei Hsu 4, Yu-Chi Huang 5, Pao-Yen Lin 6, Keh-Chung Lin, 2024