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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Schizophrenie
9. Yoga
| Besserung bei Symptomen: [in Studien gegenüber Kontrolle ] | (G) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Yoga | 30% | 40% | 40% | 20% | 35% | 25% | 35% | 30% |
| Effektstärken | ✓ | mittel (0,3) | mittel (0,4) | mittel (0,6) | mittel (0,4) | mittel (0,5) | mittel (0,6) | mittel (0,5) |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
I. Die Körper-Ebene
Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden.
Therapien und Heilmethoden:
1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
A. Antipsychotika
B. Antidepressiva
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
Therapien und Heilmethoden:
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie
V. Die Geist-Ebene
Die 5. Ebene beschreibt den geistigen Aspekt eines Menschen. Es ist das Feld von innewohnender Weisheit und Zufriedenheit, des natürlichen Mitgefühls und Liebe zu uns und anderen. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt, wir kümmern uns um die Harmonisierung der anderen Ebenen. Um Erfahrungen auf der fünften Ebene machen zu können, braucht es Zeit und Raum – für das Alleinsein und die Meditation.
Therapien und Heilmethoden:
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen und Schizophrenie.
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
Zitat"Yoga ist die Reise des Selbst, durch das Selbst, zum Selbst. " – Bhagavad Gita (indische Lehrschrift)
| Kurzfassung |
| Yoga ist eine meditative Form der Mind-Body-Therapien, die sowohl Geist als auch Körper einbezieht. Yoga leitet seinen Namen vom Wurzelwort yuj ab, was bedeutet, sich zu verbinden - eine Verbindung zwischen Körper und Geist aber auch mit dem persönlichen und kosmischen Bewusstsein.
Yoga wird in östlichen Kulturen seit über 4000 Jahren als spirituelle Heilmethode praktiziert. Das „Yoga-Sutra“, ein 2000 Jahre alter Leitfaden, ist das früheste bekannte Dokument des Yoga, das den Rahmen für alle Zweige des Yoga bildet. Yoga gilt als weit verbreiteter Ansatz zur Erhaltung der Gesundheit und kann als Behandlungsmethode für eine Vielzahl von Erkrankungen, einschließlich psychischer Störungen, eingesetzt werden.
Yoga bei Psychosen
Yoga ist eine wirkungsvolle Therapie für Psychosen. Studien zeigen, dass Yoga dazu beitragen kann, sowohl positive Symptome (wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen) als auch negative Symptome (wie Motivationsmangel und sozialer Rückzug) zu reduzieren. Gerade bei Kindheitstrauma mit Entkörperung als Folge, ist Yoga eine effektive Methode um ein Bewusstsein für Körper, Gedanken und Gefühle wieder zu erlangen.
Verbesserte Kognition: Studien zeigen, dass Yoga kognitive Funktionen verbessern kann, die häufig durch Psychosen beeinträchtigt werden, darunter Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis.
Stress- und Angstabbau: Durch die Regulierung des autonomen Nervensystems trägt Yoga dazu bei, den Cortisolspiegel (Stresshormon) zu senken und das Wohlbefinden zu fördern.
Besserer Schlaf und körperliche Gesundheit: Yoga kann das Schlafverhalten verbessern und bei der Bewältigung körperlicher Gesundheitsprobleme helfen, die häufig mit der Einnahme von Antipsychotika in Verbindung gebracht werden, wie etwa Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme.
Sicherheit: Die am besten geeigneten Yoga-Formen bei Psychosen betonen körperliche Haltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Entspannung, wie klassisches Hatha-Yoga.
Yoga bei Schizophrenie
Yoga ist als vielversprechende ergänzende Therapie für Schizophrenie erkannt worden, die zur Verbesserung der Symptome, des sozialen Funktionierens und der Lebensqualität beitragen kann. Untersuchungen zeigen, dass Yoga Ängste, Stress und negative Symptome reduzieren und das psychische Wohlbefinden verbessern kann. Eine Studie stellte fest, dass Yoga-Übungen den Oxytocinspiegel im Plasma erhöhen, was mit positiven Auswirkungen auf die Stimmung und die soziale Bindung in Verbindung gebracht wird.
Erhöhtes Selbstbewusstsein und Selbstmitgefühl: Teilnehmer am therapeutischen Yoga berichten von einer verbesserten emotionalen Regulierung und einem größeren Selbstmitgefühl, was ihnen hilft, mit den Symptomen umzugehen.
Reduzierte Negativsymptome: Studien haben ergeben, dass Yoga dabei helfen kann, anhaltende Negativsymptome wie sozialen Rückzug, Gefühlsflaute und Motivationsmangel zu lindern.
Verbesserte soziale Kompetenzen: Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Yoga die soziale Wahrnehmung verbessern kann, beispielsweise die Fähigkeit, Emotionen bei anderen zu erkennen, was zur Verbesserung der allgemeinen sozialen Funktionsfähigkeit beiträgt.
Bessere allgemeine Lebensqualität: Yoga verbessert nachweislich das allgemeine Wohlbefinden der Patienten, indem es die physischen, psychischen und sozialen Aspekte des Wohlbefindens berücksichtigt.
Weniger metabolische Nebenwirkungen: Yoga kann dabei helfen, Gewicht, Blutzucker und Cholesterinspiegel zu kontrollieren, wodurch die metabolischen Nebenwirkungen einiger antipsychotischer Medikamente minimiert werden können.
Forschungsarbeiten zu Yoga bei Schizophrenie kommen zu dem Ergebnis:
"Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Yoga-Training als Zusatztherapie sowohl die negativen als auch die positiven Symptome verbessern und die kognitiven Funktionen und die emotionale Wahrnehmung von Schizophrenie fördern könnte." (6)
"Weitere Studien belegten auch die Wirksamkeit bei allgemeinen Symptomen von Schizophrenie, wie Angststörungen, Depressionen und Anspannung. Yoga hat sich bei der Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression als wirksam erwiesen und wird mit einer verbesserten Stimmung in Verbindung gebracht und kann eine nützliche Methode sein zur Reduzierung von Stress während der stationären psychiatrischen Behandlung." (7)
Bei der Untersuchung verschiedener Sportarten hat sich gezeigt, dass Yoga als wirksamste Zusatztherapie zur Reduzierung positiver, negativer und der Gesamtsymptome gilt. Eine aktuelle Metaanalyse von 2024 hat die Daten aus 47 Studien zur Wirkung von verschiedenen Sportarten bei 4031 Schizophrenie-Patienten ausgewertet:
"Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Yoga unter den verschiedenen untersuchten Trainingsinterventionen für Schizophreniepatienten am wirksamsten zur Verbesserung der Gesamtsymptome sowie der positiven und negativen Symptome war." (12)
Bei einer weiteren Metaanalyse über Methoden für Recovery zeigte Yoga und Musiktherapie die stärkste Wirkung. Hier zählen Faktoren wie:
- Verbesserung der Verbundenheit
- Förderung von Hoffnung und Optimismus
- Ermöglichung einer positiven Entwicklung einer Identität und den Einzelnen befähigt,
- ein sozial und wirtschaftlich produktives Leben zu führen (9)
Wobei die Ergänzung mit Achtsamkeitsübungen zum Yoga zu Synergieeffekten führte, die positive Symptome noch wirksamer reduzierte als jede Komponente allein. (12)
In Studien zeigten sich Besserungen der positiven Symptome von 15-60%, der negative Symptome von 25-55% sowie der (sozialen) kognitiven Defizite von 15-50% bei Patienten mit Schizophrenie gegenüber einer aktiven oder passiven Kontrollgruppe in 4 Wochen - 6 Monaten. (14-17) (19) (20) Depressionen besserten sich um 30-40%, Angst um 20%, Stress um 35% und Schlaf um 30% in 8 Wochen (18) (22) , die Gesamtsymptome reduzierten sich um 20-30% in 8-12 Wochen gegenüber der Kontrollgruppe. (14) (20) |
Yoga beeinflusst das Hormonsystem, indem die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol verlangsamt, was sich positiv auf die Verringerung von Angst und Stress auswirkt – Faktoren, die häufig mit den Gesamtsymptomen von Schizophreniepatienten in Verbindung gebracht werden.
Wirkung von Yoga auf Neurotransmitter im Gehirn
Regelmäßiges Yoga kann den GABA-Spiegel im Gehirn verändern. GABA gilt als eine der wichtigsten Neurotransmitter und hat direkte Auswirkungen auf Angst und Stress.
Mehrere Untersuchungen an Teilnehmern nach ihren Meditationssitzungen haben einen Anstieg des Serotoninspiegels gezeigt, was die Wirkung auf Depressionen erklären kann.
Yoga führt zur Erhöhung der Sauerstoffversorgung des Gehirns, zur Verstärkung Überlebens- und Wachstumsfaktoren für Gehirnzellen, zur Stärkung des Immunsystems und Schutz von oxidativem Stress. Eine Studie ergab ein größeres Volumen an grauer Substanz im Gehirn bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden mit mindestens drei Jahren Erfahrung im Vergleich zu Kontrollpersonen.
Dies kann dazu beitragen, Probleme im Zusammenhang mit Kognition und Emotionsregulation zu lindern und somit indirekt die Schwere der positiven Symptome zu verringern.
2. Psychosen, Yoga und Embodiment
Der Zustand bei Psychosen ist durch eine „Trennung“ zwischen Körper und Geist gekennzeichnet. Psychosen können mit „anomalen Körpererfahrungen“ einhergehen, einem gestörten Körpergefühl. Yoga wirkt dem direkt entgegen, indem es Patienten darin schult, sich ihrer körperlichen Empfindungen bewusster zu werden, was das Gefühl von Stabilität und Realitätsverbundenheit steigern kann.
Auch die Wahrnehmungen und die Gedanken/Affekte sind bei Psychosen und Schizophrenie desynchronisiert. Die betroffene Person bleibt von ihrem sozialen Umfeld „abgekoppelt“. Auch die soziale Kognition ist bei Psychosen und Schizophrenie mangelhaft.
Yoga hilft bei der Steigerung des Körperbewusstseins, der Selbstregulierung und des Gefühls der Verbundenheit mit dem eigenen Körper und den eigenen Emotionen, die bei Psychosen und Schizophrenie gemindert ist.
Studien zeigten, dass Yoga bei Schizophrenie zu einem Anstieg des Oxytocinspiegels führte. Oxytocin ist ein Hormon das zu einem Verbundenheitsgefühl mit anderen Menschen beiträgt. Die Entstehung eines Verbundenheitsgefühls durch Yoga wird mit antidepressiven Wirkungen in Verbindung gebracht. Die Wirkung dieses Hormons wird genutzt, um bei Schizophrenie und emotionaler oder sozialer Trennung, Vorteile zu erzielen. (5)
3. Studien
Gesamtsymptome, positive und negative Symptome
1. Eine aktuelle Metaanalyse von 2024 hat die Daten aus 47 Studien zur Wirkung von verschiedenen Sportarten bei 4031 Schizophrenie-Patienten ausgewertet. Unterschieden werden kann zwischen Körper-Geist-Übungen, Ausdauersport und Kraftsport. Die größten Besserungen gab es mit Yoga. Aus der Metaanalyse:
"Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Yoga unter den verschiedenen untersuchten Trainingsinterventionen für Schizophreniepatienten am wirksamsten zur Verbesserung der Gesamtsymptome sowie der positiven und negativen Symptome war." (12)
Die Effektstärke von Yoga bei Gesamtsymptomen, positiven und negativen Symptome war "groß". Wobei die Ergänzung mit Achtsamkeitsübungen zum Yoga zu Synergieeffekten führte, die positive Symptome noch wirksamer reduzierte als jede Komponente allein. Die Metaanalyse umfasste 8 Studien zu Yoga.
2. Ziel einer weiteren Metaanalyse war es, den Zusammenhang zwischen Yoga und der Linderung klinischer Symptome sowie der Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Funktionierens bei Schizophrenie zu untersuchen. 19 Studien mit 1274 Teilnehmern mit Schizophrenie wurden eingeschlossen.
Ergebnisse: "Yoga hatte einen mittleren Effekt auf positive Symptome kurzfristig (Hedges g = 0,31) ... Mittelsignifikante Effekte wurden auch auf negative Symptome sowohl kurzfristig (Hedges g = 0,44) als auch langfristig (Hedges g = 0,35) festgestellt ... Yoga führte zu einer signifikanten Reduktion negativer und positiver Symptome sowie zu signifikanten Verbesserungen der Lebensqualität und des sozialen Funktionierens bei Patienten mit Schizophrenie. " (17)
Positive und Negative Symptome
3. In einer randomisierten, kontrollierten Studie wurden die Veränderung der klinische Symptome von Personen mit Schizophrenie nach 6-wöchigem Yoga mit der einer Kontrollgruppe auf der Warteliste verglichen. (16) Patienten, die seit mindestens 6 Wochen mit antipsychotischen Medikamenten stabilisiert waren, erhielten in der YT-Gruppe zusätzlich Yoga-Therapie (20 Sitzungen in 6 Wochen) oder wurden einer Warteliste zugewiesen.
Eine sechswöchige zusätzliche Yogatherapie verbesserte positive Symptome um 60% negative Symptome um 55% sowie der sozialen kognitiven Defizite um 50% bei Patienten mit Schizophrenie gegenüber der Warteliste. (16)
Schaubild: Verbesserte positive Symptome, negative Symptome sowie Symptome sozialer Behinderung und sozialen kognitiven Defizite

Ergebniss: "Diese Studie zeigt, dass 6 Wochen zusätzliche Yogatherapie die soziale Kognition bei Personen mit Schizophrenie im Vergleich zu Kontrollpersonen auf der Warteliste verbessern können." (16)
Yoga vs. Bewegungstherapie
4. Eine Studie verglich Yoga mit Sport. (14) Die Patienten wurden in jedem dieser beiden Arme einen Monat lang (mindestens 12 Sitzungen) von zertifizierten Yogalehrern trainiert. Yoga war ein 1-stündiges Programm bestehend aus Aufwärmphase, Asanas, Atemübungen und Entspannungstechniken. Sport bestand aus einstündigem zügigem Gehen, Joggen und Übungen im Stehen und Sitzen. Die Probanden beider Gruppen wurden 15 Tage lang trainiert (1 Stunde pro Tag; 5 Tage pro Woche für 3 Wochen). Den Patienten wurde geraten, die Übungen in den nächsten drei Monaten zu Hause fortzusetzen.
In beiden Gruppen sanken die Positiv- und Negativsymptome im Laufe der vier Monate. Die Yoga-Gruppe zeigte gegenüber der Sportgruppe eine stärkere oder gleiche Verbesserung bei den meisten Symptomen. (14)
| Besserung bei Symptomen: | (G) | (+) | (-) | (D) |
| Yoga | 30% | 35% | 35% | 40% |
| Sport | 20% | 25% | 15% | 20% |
G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (D) = Depressionen
Schaubild: Verbesserung der Symptome mit Yoga (YT) und Sport (PT)

Negative Symptome
Eine sechsmonatige randomisierte kontrollierte Studie wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit von Yoga hinsichtlich der Verbesserung von Symptomen und Lebensqualität bei 110 Patienten mit Schizophrenie zu bewerten . (15) Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Gruppe mit Yoga-Zusatztherapie oder einer Gruppe mit der üblichen Behandlung zugeteilt.
Ergebnisse ergaben eine Verbesserung bei den Negativsymptome um 25% und den Positivsymptome um 15%, der Lebensqualität um 10% gegenüber der Gruppe mit der üblichen Behandlung in 6 Monaten.

Ergebnis: "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Yoga-basierte Interventionen eine wertvolle adjuvante Therapie für medikamentenstabilisierte Patienten mit Schizophrenie sein können, insbesondere zur Linderung negativer Symptome und Verbesserung der Lebensqualität." (15)
Kognitive Symptome
1. Eine Studie untersuchte ob Aerobic-Übungen oder Yoga die kognitiven Beeinträchtigungen und klinischen Symptome verbesserten. Insgesamt wurden 140 Patientinnen rekrutiert, und erhielten 12 Wochen Yoga oder Aerobic-Übungen im Vergleich zu einer Wartelistengruppe.
Verbesserungen von Yoga vom Ausgangswert und 12 Wochen für den verbalen Erwerb um 15% (a), das Arbeitsgedächtnis um 20% (b), die Aufmerksamkeit um 15% (c) und den Schweregrad der Symptome um 20% (d) gegenüber der Warteliste.

| Besserung bei Symptomen: [gegen über Warteliste ] | (G) | (+) | (-) | (k) | LQ |
| Yoga | 20% | 15% | 25% | 15%/20%/15% | 20% |
| Sport | 25% | 15% | 30% | 15%/30%/10% | 20% |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (LQ) = Lebensqualität
Ergebnis: "Beide Arten von Übungen verbesserten das Arbeitsgedächtnis bei Patienten mit früher Psychose, wobei Yoga einen größeren Effekt auf den verbalen Erwerb und die Aufmerksamkeit hatte als Aerobic. Die Anwendung von Yoga und Aerobic als unterstützende Behandlung bei früher Psychose verdient ernsthafte Beachtung" (20)
2. Eine randomisierte kontrollierte Studie ergab, dass ergänzendes Yoga-Training (YT) die Geschwindig der Aufmerksamkeit bei einer sechsmonatigen Nachuntersuchung signifikanter verbesserte als körperliche Betätigung (PE) . Sowohl Yoga als auch PE zeigten Verbesserungen gegenüber der Standardbehandlung allein.
"Sowohl YT als auch PE verbesserten die Aufmerksamkeit und zusätzliche kognitive Bereiche deutlich über die Trainingsphase hinaus und bestätigten damit unsere zuvor berichtete positive Wirkung von YT auf den Geschwindigkeitsindex des Aufmerksamkeitsbereichs." (19)
Verbesserte soziale Kognition
Mehrere Studien haben gezeigt, dass Yogatherapie die soziale Kognition um 50% verbessern kann, wozu Fähigkeiten wie das Erkennen von Emotionen bei anderen gehören. Diese Verbesserung ist manchmal mit einem Anstieg des Oxytocinspiegels im Plasma verbunden. (16)
Depressionen
1. Ziel einer aktuellen Metaanalyse von 2024 war die Bewertung der aktuellen Evidenzlage zu Yoga als Therapieoption für depressive Störungen.
Ergebnisse: 24 Studien ( Teilnehmer = 1395) wurden eingeschlossen. Yoga zeigte einen statistisch signifikanten kurzfristigen Effekt auf den Schweregrad der Depression im Vergleich zur passiven Kontrolle ([SMD] = -0,43). Bezüglich der Genesung wurden ein dreifach höhere Wahrscheinlichkeit beim Vergleich von Yoga mit passiver Kontrolle sowie eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu aktiver Kontrolle beobachtet.
Schlussfolgerung: "Yoga ist ein effektiver Therapieansatz zur Verringerung der Depressionsschwere im Vergleich zur passiven Kontrolle und erzielt höhere Remissionsraten im Vergleich zu aktiven und passiven Kontrollen ... angesichts des positiven Nutzen-Risiko-Verhältnisses der Intervention und des Bedarfs an Therapieoptionen für Depressionen sollte Yoga als mögliche Behandlungsoption in Betracht gezogen werden, insbesondere für Patienten mit schwerer Depression." (21)
2. Eine randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte 8-wöchiges Hatha-Yoga bei leichter bis mittelschwerer Depression. Von der Vorauswahl wurden Personen ausgeschlossen, die sich in Psychotherapie, antidepressiver Pharmakotherapie, pflanzlicher oder nutraceutischer Therapie oder Geist-Körper-Praktiken befanden.
Zwanzig Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip acht Wochen lang zweimal wöchentlich an 90-minütigen Hatha-Yoga-Übungsgruppen teilgenommen. Achtzehn Teilnehmer nahmen als Kontrolle acht Wochen lang zweimal wöchentlich an einem 90-minütigen Aufmerksamkeitstraining teil.
Ergebnisse: In der Analyse zeigten die Yoga-Teilnehmer nach 8 Wochen einen signifikant stärkeren Rückgang der Depression (BDI-Werte) um 30% als die Kontrollgruppe. In Unteranalysen von Teilnehmern, die die letzten 8-Wochen-Messungen abschlossen, erreichten die Yoga-Teilnehmer mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Remission. Die Effektstärke von Yoga bei der Reduzierung der BDI-Werte war groß.
"Bei Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer Depression führte eine 8-wöchige Hatha-Yoga-Intervention zu einer statistisch und klinisch signifikanten Verringerung der Schwere der Depression." (22)
Stress und Schlafstörungen
Ziel einer Studie war es, die Auswirkungen einer Kundalini-Yoga-Behandlung auf bei posttraumatischem Stress zu untersuchen. Es wurden 8 Sitzungen Kundalini-Yoga mit einer Wartelisten-Kontrollgruppe verglichen. 80 Personen mit aktuellen PTBS-Symptomen nahmen teil.
Ergebnis:
Bei Yoga-Teilnehmern im Vergleich zur Wartelisten-Kontrollgruppe zeigten sich "größere Veränderungen bei Schlaf (um 30%), positivem Affekt, Stressempfinden (um 35%), Angst (um 20%), Anspannung und Belastbarkeit." (18)
4. Personal Recovery
Persönliche Genesung bezieht sich auf eine Art und Weise, ein zufriedenstellendes, hoffnungsvolles und beitragendes Leben zu führen, auch mit den durch die Krankheit verursachten Einschränkungen.
Wenn Menschen mit Schizophrenie sich mit Familie, Freunden und der Gesellschaft verbunden fühlen, ein Gefühl der Hoffnung für die Zukunft haben, eine Identität entwickeln, die von ihrer Krankheit losgelöst ist, und sich durch die Teilnahme an Arbeits- und Freiwilligenaktivitäten gestärkt fühlen, gelten sie als auf dem Weg zur persönlichen Genesung.
Darüber hinaus können Menschen mit Schizophrenie eine persönliche Genesung erfahren, selbst wenn ihre Geisteskrankheit nicht „geheilt“ ist. Dies gelingt ihnen, indem sie Wege finden, ihr Leben trotz ihrer Krankheit auf eine Weise zu leben, die für sie sinnvoll ist.

Um solche Interventionen zu definieren, wurde der Begriff „Personal Recovery Facilitators“ geprägt. Er bezieht sich auf jede Intervention, die normalerweise nicht mit traditionellen psychiatrischen Diensten in Verbindung gebracht wird und die in erster Linie darauf abzielt, persönliche Genesungsprozesse zu unterstützen, wie z. B. die
- Verbesserung der Verbundenheit
- Förderung von Hoffnung und Optimismus
- Ermöglichung einer positiven Entwicklung einer Identität
- ein sozial und wirtschaftlich produktives Leben zu führen.
Eine systematische Übersicht wurde durchgeführt, die Wirksamkeit von „Personal Recovery Facilitators“ olso Begleiter zur persönlichen Genesung zu untersuchten, im Sinne des CHIME-Rahmenwerks (Verbundenheit, Hoffnung und Optimismus, Identität, Bedeutung und Zweck, und Ermächtigung) . Einundzwanzig systematische Übersichten zu dreizehn verschiedenen Arten von Aktivitäten zur persönlichen Genesung wurden in diese Gesamtübersicht einbezogen.
Yoga und Musiktherapie erwies sich als Genesung am vielversprechendsten. Berufliche Behandlungen und integrierte unterstützte Beschäftigung zeigen ebenfalls gutes Potenzial zur Förderung der persönliche Genesung (9)
Studien und Quellen
(1) Bhatia T, Gujral S, Sharma V, Kumari N, Wood J, Wesesky MA, Jones J, Davis LW, Iyenger S, Haas GL, Nimgaonkar VL, Deshpande SN. Begleitendes Yoga-Training für Menschen mit Schizophrenie: Wer profitiert davon? Acta Neuropsychiatr. 2021
(2) Verma M, Bhargav H, Varambally S, Raghuram N, Bn G. Wirkung von integriertem Yoga auf antipsychotisch induzierte Nebenwirkungen und kognitive Funktionen bei Patienten mit Schizophrenie.
(3) Govindaraj R, Naik S, Manjunath NK, Mehta UM, Gangadhar BN, Varambally S. Add-on Yoga-Therapie für soziale Kognition bei Schizophrenie: Eine Pilotstudie. Int J Yoga. 2018;
(4) Govindaraj R, Naik SS, Mehta UM, Sharma M, Varambally S, Gangadhar BN. Yogatherapie zur sozialen Kognition bei Schizophrenie: Eine experimentelle, medizinbasierte, randomisierte, kontrollierte Studie. Asiatischer J-Psychiater. 2021
(5) Evidence-based integration of yoga in psychiatric practice. B. N. Gangadhar, 2023
(6) Efficacy of Yoga therapy for the management of psychopathology of patients having chronic schizophrenia. Babu Paikkatt, Amool Ranjan Singh, Pawan Kumar Singh, Masroor Jahan, and Jay Kumar Ranjan, 2015
(7) Prathikanti S, Rivera R, Cochran A, Tungol JG, Fayazmanesh N, Weinmann E. Behandlung schwerer Depressionen mit Yoga: Eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Pilotstudie. 2017
(8) Therapeutic role of yoga in neuropsychological disorders. Elnaz Nourollahimoghadam, Shaghayegh Gorji, Ali Gorji, and Maryam Khaleghi Ghadiri, 2021
(9) Effectiveness of personal recovery facilitators in adults with schizophrenia and other psychoses: A systematic review of reviews and narrative synthesis. Anton N. Isaacs a, Helen Brooks b, Sharon Lawn c d, Leila Mohammadi e, Emily Vicary b, Keith Sutton , 2022
(10) Mechanisms of action and processes of yoga-based group intervention for inpatients with schizophrenia spectrum disorders–A longitudinal qualitative study. Laura Töbelmann, Inge Hahne, Theresa Schulze, Niklas Bergmann, Lukas Fuchs, Marco Zierhut, Eric Hahn, and Kerem Böge, 2023
(11) The efficacy of meditation-based mind-body interventions for mental disorders: A meta-review of 17 meta-analyses of randomized controlled trials
(12) Optimal exercise dose and type for improving schizophrenia symptoms in adults: A systematic review and Bayesian network meta-analysis. Yong Yang et al. 2024
(13) Wei GX, Yang L, Imm K, Loprinzi PD, Smith L, Zhang X, Yu Q. Effects of Mind-Body Exercises on Schizophrenia: A Systematic Review With Meta-Analysis. 2020
(14) Visceglia E, Lewis S. Yoga therapy as an adjunctive treatment for schizophrenia: A randomized, controlled pilot study. J Altern Complement Med. 2011
(15) Clinical effects of a yoga-based intervention for patients with schizophrenia — A six-month randomized controlled trial. Shivarama Varambally et al., 2024
(16) Add on yoga treatment for negative symptoms of schizophrenia: A multi-centric, randomized controlled trial. lNaren P. Rao a, et al. , 2021
(17) Effects of yoga on clinical symptoms, quality of life and social functioning in patients with schizophrenia: A systematic review and meta-analysis
Jingyu Yin 1, Yuqi Sun 2, Yikang Zhu 3, Hairulajiang Alifujiang 4, Yi Wang 5, Siyao An 1, Huiqun Huang 1, Xi Fu 2, Hong Deng 6, Ying Chen, 2024
(18) A Yoga Intervention for Posttraumatic Stress: A Preliminary Randomized Control Trial. Farah Jindani 1,*, Nigel Turner 1, Sat Bir S Khalsa, 2015
(19) A randomised controlled trial of adjunctive yoga and adjunctive physical exercise training for cognitive dysfunction in schizophrenia. Triptish Bhatia 1, Sati Mazumdar 2, Joel Wood 3, Fanyin He 2, Raquel E Gur 4, Ruben C Gur 4, Vishwajit L Nimgaonkar 5, Smita N Deshpande, 2016
(20) Aerobic exercise and yoga improve neurocognitive function in women with early psychosis. Jingxia Lin, Sherry KW Chan, Edwin HM Lee, Wing Chung Chang, Michael Tse, Wayne Weizhong Su, Pak Sham, Christy LM Hui, Glen Joe, Cecilia LW Chan, P L Khong, Kwok Fai So, William G Honer & Eric YH Chen, 2015
(21) Yoga for Depressive Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis. Alina Moosburner 1 2, Holger Cramer 1 2, Mirela Bilc 1 2, Johanna Triana 1 2 3, Dennis Anheyer, 2024
(22) Treating major depression with yoga: A prospective, randomized, controlled pilot trial. Sudha Prathikanti ,Renee Rivera,Ashly Cochran,Jose Gabriel Tungol,Nima Fayazmanesh,Eva Weinmann, 2017
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