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ERFAHRUNGSBERICHT | Die Heilkraft der Natur
NATURERLEBEN ist eine wichtige und zugleich einfache Heilmethode. Bei Psychosen gibt es ein verzerrtes Erleben, ein ständiges Abdriften in Wahnideen oder Halluzinationen. Man ist in einem Gedanken-Karussell gefangen, oft quälende Gedanken oder Stimmenhören. Unkonzentriertheit und ein überwältigt sein von Gefühlen. Es fehlt die Erdung und die Verbundenheit zur materiellen Welt, zum eigenen Körper, zu einer körperlichen Arbeit oder Tätigkeit, zu anderen Menschen, einer Gemeinschaft und zur Natur.

Meine letzte Psychose ist nun schon einige Jahre her. Mit der Zeit hat sich mein Leben den Bedürfnissen angepasst, die solch eine schizophrene Erkrankung mit sich bringt.
Ich lebe in einer Großstadt, wohne jedoch in einem kleinen Gartenhäuschen, direkt an einem Park mit Wald und einem Badesee in der Nähe.
Es fließt auch ein Bach durch den Park und ein 10 min. Barfußgang vom Garten über Wiesen und Feldwege und eine Kneippkur gehörten Sommer wie Winter eine Zeit lang zum täglichen Ritual. Im Sommer jogge ich im Park und gehe in einem Badesee schwimmen.

Beim Aufkommen von psychotischem Erleben, hat es mir oft geholfen, wenn ich im Garten angefangen habe in der Erde zu graben, Blumen einzupflanzen, Sträucher und Bäume zu beschneiden, Unkraut zu zupfen oder mich mit handwerklichen Tätigkeiten an der Laube zu beschäftigen.
Im Artikel HEILMETHODEN UND THERAPIEN: 7 Vorteile des Gärtnerns für die mentale Gesundheit habe ich alle Vorzüge eines Gartens bei Psychosen, Schizophrenie und Depressionen beschrieben.
Natururlaub August 2023:
"Nun komme ich gerade von einer 3 tägigen Camping - Tour aus der Sächsischen Schweiz wieder. Ein Teil davon wird Elbsandsteingebirge genannt. Ich habe dort in einem Zelt an einem Berghang übernachtet, mit wunderschöner Aussicht auf die Berge und das Tal in dem die Elbe durchfließt. Es ist ein Naturschutzgebiet, jedoch ist das sogenannte "boofen", also das Übernachten in ausgewiesenen Höhlen erlaubt.

Natur pur - zu 100%. Wenn es stürmisch und regnerisch ist, hört man den Wind in den Bergen pfeifen, das Blätterrauschen der Bäume, den Regen an die Zeltwand prasseln. In den warmen Schlafsack gemummelt und eine heiße Tasse Tee macht das Naturschauspiel zu einem außergewöhnlichem Erlebnis. Man wird wieder eins mit der Natur.
Hört es auf zu winden und zu regnen, und die Sonne kommt wieder raus, riecht es frisch nach Waldboden und modrigem Laub. Es ist ein Mischwald mit vielen Kiefern, diese duften eben so einzigartig. Und plötzlich ist alles still, absolute Stille - Man hört fast gar nichts mehr, ab und zu ein Schrei eines Raubvogels am Himmel oder das Summen einer Biene am rosa blühenden Heidestrauch.

Morgens Wasser holen aus dem Bergflüßchen im Dorf im Tal ist tägliche Aufgabe. Dazu hinab wandern und klettern über Felsspalten, zwischendurch ein paar Brombeeren pflücken. Im kleinen malerischen Dorf mit 15 Häusern gibt es auch eine Mühle und ein Biobäcker mit leckeren frischen Brötchen.
Tagsüber, nichts tuen. - Auf der Matte liegen, in die Bäume und den Himmel schauen, etwas Yoga, etwas meditieren. Den Körper spüren, die Schwere, wie er sich in die Matte drückt. Die Kleidung auf der Haut fühlen, die Sonnenstrahlen genießen, wie sie das Gesicht sanft berühren und erwärmen. Das Herz schlägt spürbar, das Blut pulsiert in den Adern. Ein gleichmäßiger Tackt, der beruhigt. Den Atem spüren, wie er hinein und hinaus strömt, spüren wie die Bauchdecke sich hebt und senkt.

KEINE MENSCHEN, KEINE AUTOS, KEIN HANDYKLINGELN, KEIN INTERNET, KEINE BILLIGEN ABLENKUNGEN UND NERVENDEN SINNESREIZE ...
Nachts wach liegen, den hellen Mond sehen, wie er die Bergwände bescheint, die kleinen weißes Wölkchen, die angeleuchtet werden, wenn sie nah am Mond vorbeiziehen. Die frische Bergluft atmen, den Schrei einer Eule hören.
Ich hatte restliches Brot rausgelegt. Und Nachts kamen graue Eichhörnchen mit langen Puschelschwanz, pfiffen mal ängstlich und mal fröhlich vor sich hin. Ließen sich auch vom Schein der Taschenlampe nicht stören und knabberten genüsslich am Brotkrumen.

In vielen Traditionen wird oft angenommen, dass die Natur – einschließlich Pflanzen, Bäume, Flüsse und Berge – von feinstofflichen Energien, spirituellen Kräften oder geistigen Wesen bewohnt oder belebt ist.
Menschen haben ihnen Namen und Gesichter gegeben und sie erscheinen, wer dafür offen ist auch vor dem geistigen Auge in dieser Weise. Es sind Devas oder Elfen, Waldfeen und Gnome.

Gestern der letzte Tag im Naturparadies...
Reine und unberührte Natur ist ein großes Geschenk für mich und ein starker und wirksamer Therapeut. Sie kostet fast nichts und man braucht nichts tun, nur halbwegs achtsam seien und ihre harmonisierende Kraft dankbar aufnehmen, alles störende unnatürliche einmal komplett loslassen und zu sich selbst kommen, die natürlich strömende Liebeskraft und Heilung durch die Natur einfach zulassen ..."