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ZITATE ZUR GESUNDHEIT |
"In jedem Land, in dem die Behandlung mit Psychopharmaka zunimmt, ..." Robert Whitaker (Medizinjournalist)
"Das herkömmliche Denken ist, dass wir großen Fortschritte gemacht haben. Das sind die Geschichten, die über die Psychiatrie erzählt werden, dass es sich um eine Art Wissenschaft handelt, die zu einem großen Durchbruch, zu einer weit fortgeschrittenen Behandlung für Menschen führt, die so effektiv ist. Fortschritt, das ist die Vorstellung von der Psychiatrie, dass wir beim Verständnis der Biologie psychischer Störungen große Fortschritte gemacht haben. Wir haben herausgefunden, dass es sich bei psychiatrischen Erkrankungen um Krankheiten mit biologischen Pathologien handelt, und wir bekommen neue und bessere Medikamente, die eine Art Gegenmittel sind.
Aber was hier passierte, war genau das Gegenteil. Wir haben mehr Menschen, die behandelt werden, aber warum steigt dann die Belastung durch psychische Erkrankungen von Generation zu Generation an, gemessen an der Zahl der Menschen, die aufgrund psychiatrischer Störungen eine Invalidität und Arbeitsunfähigkeit erlitten haben?
1987 hatten wir in den Vereinigten Staaten beispielsweise 1,25 Millionen Menschen mit psychischer Invalidität, die eine staatliche Unterstützung bekommen haben, weil sie nicht arbeitsfähig sind. Das ist das Jahr, in dem Prozac für die Vermarktung zugelassen wurde. Heute haben wie etwa fünf Millionen Menschen mit psychischer Invalidität.
Warum sehen Sie diesen vierfachen Anstieg, wenn wir mehr Menschen behandeln lassen und mit besseren und besseren Medikamenten?
In jedem Land, in dem der Konsum von Psychopharmaka zunimmt, steigt die Zahl der Menschen mit psychischen Behinderungen explosionsartig. In jedem Land, in dem dieses Behandlungsmodell übernommen und der Einsatz von Psychopharmaka weit verbreitet ist, kommt es zu einer Zunahme psychischer Probleme.
Psychiatrische Probleme nehmen bei den Kindern zu, und man sieht das Gleiche auch bei einem Erwachsenen. Wenn man also sieht, dass bei mehr Menschen ein Problem diagnostiziert wird und mehr Menschen wegen des Problems behandelt werden, besteht natürlich die Hoffnung, dass die Belastung durch dieses Problem in der Gesellschaft sinkt !
Genau das Gegenteil ist hier der Fall, und Sie sehen dies in jedem Land, in dem dieser Behandlungsansatz übernommen wird. Sie sehen eine zunehmende Zahl von Menschen, die nicht arbeiten können. Wenn Psychopharmaka eine gute Sache wären, würden wir sehen, dass die Probleme der psychischen Belastung in der Gesellschaft, gerade unter denen, die Psychopharmaka konsumieren, nachlassen würde. Es ist genau das Gegenteil der Fall und die Tatsache, dass es in Gesellschaften mit unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen politischen Strukturen geschieht, zeigt, dass es nicht nur länderspezifisch ist. Es zeigt, dass es sich um die Art und Weise der Behandlung durch Psychopharmaka selbst handelt." Robert Whitaker (Medizinjournalist)
Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland nach Geschlecht bis 2024 Veröffentlicht von Rainer Radtke, 09.09.2025 Im Zeitraum der Jahre 1997 bis 2024 haben die Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle) aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland um rund 400% zugenommen. Die Zunahme von Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen ist die auffälligste Entwicklung im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Neben der Zahl der AU-Fälle, d.h. die Häufigkeit, mit der psychische Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit diagnostiziert werden, hat sich auch das Volumen des Arbeitsausfalls drastisch erhöht. |
Schizophrenie und Antipsychotika - Ein weltweiter Vergleich der Genesungsraten
Deutlich ersichtlich ist der Zusammenhang zwischen den in der ersten Karte verzeichneten Graden der Verwendung von Psychopharmaka und den darunter angezeigten Behinderungsgraden durch „Schizophrenie“. Die Länder mit den höchsten Raten des Konsums von Psychopharmaka (rosa bis rot) weisen tendenziell auch höhere Werte für Behinderungen durch „Schizophrenie“ auf (dunkleres Orange bis Rot). So weisen beispielsweise die USA, Kanada und Australien alle hohe Raten des Konsums von Psychopharmaka und hohe Raten einer „Behinderung“ auf, während weite Teile Afrikas, Indien und die Philippinen auf beiden Skalen niedrige Werte erzielen. (1)
Auch in China ist die Verschreibungsrate von Antipsychotika hoch. Die Daten von The Lancet basieren auf Verkaufsdaten aus europäischen Marktforschungen. China verfügt offensichtlich über seine eigenen großen Produktionskapazitäten, die in den Daten von Lancet nicht erfasst werden. (1)
| Der allgemeinen Gebrauch von Psychopharmaka, Daten für 2008–2019 (Lancet ) | „Schizophrenie“ – verlorenen Lebensjahre aufgrund von Behinderung (DALYs) [ 7 ] , 2012 ( Quelle) |
Untersuchungen der WHO ergaben bessere Genesungsraten von Psychosen in Ländern mit niedrigem Einkommen als in reicheren Ländern. Bekannt als das „Ergebnisparadoxon“ gilt es als gut etabliertes Merkmal der globalen Epidemiologie der „Schizophrenie“. „Paradox“ deshalb, weil im Gegensatz zu der besseren Gesundheitsversorgung in „entwickelten“ Ländern die Gesundungsrate in den „Entwicklungsländern“ sowie den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen besser waren. Zitat aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes:
"So werden in Entwicklungsländern oft weniger schwere Verlaufsformen beobachtet. In einer Studie der WHO erwies sich das Behandlungsergebnis (»Outcome«) sowohl im klinischen als auch im sozialen Bereich in den Entwicklungsländern als signifikant besser im Vergleich zu den Industrieländern. Zwei Jahre nach einer akuten Krankheitsepisode war in den Entwicklungsländern bei 63 % der schizophren Erkrankten eine vollständige Remission (Gesundung) gegeben, in den Industrieländern jedoch nur bei 37 % ... " (2) (3)(4)
Die Daten zeigen, dass mit dem herkömmlichen Behandlungsansatz etwas nicht stimmt. Wenn „Antipsychotika“ die Lösung sind, dann würden wir dort günstigere Ergebnisse erwarten, wo sie am häufigsten eingesetzt werden. Traditionelle Heilmethoden, wie antipsychotische Heilpflanzen u.a. erzielen offensichtlich ein besseres Heilungsergebnis.
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Quellen
(1) https://www.madinamerica.com/2024/04/from-t…tcomes-paradox/
(2) Patel V, Cohen A, Thara R et al. (2006) Is the outcome of schizophrenia really better in developing countries? Rev Bras Psiquiatr 28 (2): 149–152 28.
(3) World Health Organization (2001) International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). World Health Organization, Genf
(4) Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Schizophrenie , Heft 50


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