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BIG PHARMA |
1. "Das Pharmakartell - wie wir als Patienten betrogen werden"
"Das Pharmakartell - wie wir als Patienten betrogen werden" ist ein mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008. Es ist eine der besten Dokumentationen, die ich kenne, die in 45 min. auch wirklich alle wichtigen Zusammenhänge und Akteure im Gesundheitssystem klar und deutlich beschreibt.
Der Film beleuchtet anhand zahlreicher, mit Betroffenen wie Insidern aus Anti-Korruptionsbehörden, Pharmaindustrie und Medizin geführter Interviews und investigativer Recherchen die Produkte und Geschäftspraktiken der Pharmaindustrie.
Die Doku berichtet offen darüber, wie und mit welchen – z. T. brutalen – Methoden die Konzerne Medikamente auf den Markt drücken, deren Wirkstoffe nicht selten schwere und z. T. schwerste Nebenwirkungen haben, wie durch Antidepressiva ausgelöste Suizide.
Sie decken auf, wie Pharmaunternehmen Ärzte und Beamte bestechen, unabhängige Experten bedrohen, Politiker hofieren und beeinflussen, Medien kaufen und Selbsthilfegruppen unterwandern.
Wir leben in einer Zeit, in der die Wahrheit ein seltenes Gut geworden ist und die Medien fast komplett in der Hand von sehr wenigen Mächtigen liegen, die damit die öffentliche Meinung auf Kosten kranker Menschen manipulieren um ihren persönlichen Wohlstand zu mehren.
Mittlerweile ist so ein Film undenkbar im öffentlichen Fernsehen geworden und wenn ihr BIG Pharma bei Google eingebt, bekommt ihr gleich von Wiki erklärt, das so ein Bericht eine Verschwörungstheorie sei.
Der Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender , müsste wegen zu kritischer Berichte ein Jahr nach dem Film gehen. Heute sieht man nur noch Dokus und Talkshows, wo Vorsitzende von der Pharma bezahlten Selbsthilfe-Gruppen (Stiftung deutsche Depressionshilfe) ihre Täuschungen über Psychopharmaka kund tun dürfen.
ZITATE
„Bei jeder Tablette geht es weniger um die Gesundheit, als vor allem ums Geschäft. In der „Frontal 21“-Dokumentation „Das Pharmakartell – Wie wir als Patienten betrogen werden“ sprechen ehemalige Manager und Mitarbeiter der Pharmaindustrie erstmals offen darüber, mit welchen brutalen Methoden die Konzerne seit Jahren Medikamente auf den Markt drücken, deren Wirkstoffe schwere Nebenwirkungen haben.“ (Text: ZDF)
„Die Selbsthilfegruppen sind von der Pharmaindustrie so Mitte der 1980er Jahre entdeckt worden, als Marketingagenten. Wenn sie finanziert werden, geben sie den Finanzierern zurück, dass sie für deren Produkte werben. Und auf diese Weise wurde die Selbsthilfe von der Pharmaindustrie korrumpiert. Nicht alle, aber viele Selbsthilfegruppen sind nicht besser als ein verlängerter Arm der Pharmaindustrie“
– Peter Schönhöfer:
Peter Schönhöfer ist Arzt und Pharmakologe, ehemaliger SPD-Lokalpolitiker und war Mitherausgeber des Arznei-Telegramm.
Schönhöfer gilt als pharmakritischer Experte und ist seit 2001 Mitglied bei Transparency International Deutschland. Er arbeitet dort in der Arbeitsgruppe Gesundheit
„Der Konzern Eli Lilly hat dafür gesorgt, dass zum einen Risikodaten, z.B. über die Erzeugung von Suizidalität, oder auch aggressiven Zuständen und so weiter, möglichst nicht an die Öffentlichkeit kamen. Sie hat Kollegen, die solche Daten hatten, massiv bedroht, juristische Konsequenzen angedroht, und sie hat natürlich auch – wie andere Hersteller – dafür gesorgt, dass Studien die nicht, oder deren Ergebnisse nicht in ihrem Interesse waren, gar nicht veröffentlicht wurden.“
– Bruno Müller-Oerlinghausen
Bruno Müller-Oerlinghausen ist ein Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie sowie Klinische Pharmakologie mit besonderem Arbeitsschwerpunkt in der Psychopharmakologie. Er ist emeritierter Professor an der Freien Universität Berlin.
„Der auch in der Öffentlichkeit immer noch vorherrschende Irrglaube: “Ein Arzneimittel, das zugelassen ist, ist sicher”, ist eindeutig falsch.“
– Wolf-Dieter Ludwig
Wolf-Dieter Ludwig ist ein Facharzt für Innere Medizin und Pharmakologe, Er war von 2001 bis 2017 Leitender Arzt und Chefarzt am HELIOS Klinikum Berlin-Buch und ist Professor für Innere Medizin.
„Wir haben es hier sogar mit Strukturen zu tun, von denen die Mafia noch was lernen könnte.“
„Die Pharmaindustrie kann ganz entspannt den Ermittlungsbehörden, den Polizeien, den Staatsanwaltschaften und den Gerichten entgegensehen, weil es hat noch keine Verurteilung in Deutschland gegeben, die auf Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, auf Korruption durch die Pharmaindustrie zurückzuführen ist, die eine Abschreckung darbieten könnte. Also die Pharmaindustrie kann in Deutschland machen was sie will!“
„Es ist ein Geben und Nehmen, ein Kommen und Gehen zwischen Politikern und Ministerialbeamten und Pharmaindustrievertretern. Und es kann einfach nicht sein, weil in einer Familie, wenn man es also zu einer Cosa Nostra, zu einer eigenen Sache alles macht, dann natürlich dementsprechend Kontrollen wegfallen!“
– Uwe Dolata
Uwe Dolata ist ein Kriminalhauptkommissar, Publizist und Politiker. Er gilt als Anti-Korruptionsexperte und hatte in dieser Funktion häufiger Auftritte im Fernsehen und Rundfunk und fungierte als Gerichtsgutachter. Er war Sprecher des Landesverbandes Bayern im Bund Deutscher Kriminalbeamter.
Auszeichnungen
- 2009: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für „Das Pharmakartell“.