SERIE | Heilpflanzen bei negativen Symptomen: 2. Resveratrol
-
Phoenix -
4. Mai 2026 um 02:02 -
2.060 Mal gelesen
Fühlst du dich manchmal allein mit deinen Fragen oder Erfahrungen rund um Schizophrenie und Psychosen?
Bei Schizophrenie-Online bist du nicht allein. Tausche dich in unserem Forum aus, lies hilfreiche Beiträge im Wiki, entdecke persönliche Blogs und chatte mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen – sicher und respektvoll.
Jetzt kostenlos registrieren und Teil unserer unterstützenden Community werden. Gemeinsam ist vieles leichter!
.
SERIE | Heilpflanzen bei negativen Symptomen:
2. Resveratrol
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf

| Resveratrol ist der berühmte Pflanzenstoff in Rotwein, der zu Entspannung führt. Er gilt als Anti-Aging- und Langlebigkeitsstoff, auch als Nootropikum, was bedeutet, dass er das Gehirn aktiviert.
Resveratrol findet sich in einer Vielzahl von Pflanzen und pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in der Haut von Weintrauben und Teilen des Rebstocks (Traubenkerne, Stiele, Reben, Wurzeln), in Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen, Erdnüssen.
Resveratrol hat weitreichende positive Wirkungen, darunter antioxidative, entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkungen. Die Funktion des Gehirns wird reguliert und die mit Lernen und Gedächtnis sowie Depressionen und Angstzuständen verbundenen Verhaltensfaktoren werden verbessert. Resveratrol gilt überdies als Phytoöstrogen (als Pflanzenstoff mit östrogenähnlicher Wirkung), so dass es bei manchen Hormonstörungen eingenommen werden kann. (3)
Negative Symptome
Resveratrol wird als potenzielle unterstützende Therapie bei Schizophrenie erforscht, insbesondere aufgrund seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften.
Klinische Studien deuten darauf hin, dass eine Supplementierung mit Resveratrol die Negativsymptomatik wie Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug oder Gefühlsabflachung verbessern kann.
Resveratrol senkte die negativen Symptome um 20%, die allgemeinen Symptome um 15% und die Symptome in der Gesamtheit um 10% gegenüber Placebo in 8 Wochen. "Die Zugabe von Resveratrol kann eine bemerkenswerte Wirksamkeit und Sicherheit im Hinblick auf die Behandlung schizophreniebedingter Negativsymptome aufweisen." (1)
Kognitive Symptome
Resveratrol zeigt vielversprechende Ansätze zur Verbesserung der kognitiven Funktionen, des Gedächtnisses und der Stimmung. Insbesondere bei älteren Menschen ist es von Bedeutung. Studien deuten darauf hin, dass es Gehirnzellen schützt, Entzündungen reduziert und die Durchblutung des Gehirns verbessert, was die Gesundheit des Gehirns und die kognitive Funktion unterstützt.
Die regelmäßige, langfristige Einnahme von niedrig dosierten Nahrungsergänzungsmitteln wurde mit einer Verbesserung des verbalen Gedächtnisses und der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht. Eine 24-monatige Studie zeigte eine Verbesserung der allgemeinen kognitiven Leistung um 33 % bei regelmäßiger Einnahme niedriger Dosen. (21)
Stress, Ängsten und Depressionen
Resveratrol kann zudem bei Stress, Ängsten und Depressionen hilfreich sein. (4). Eine Studie zeigte Besserungen bei Depressionen um 20% und bei Ängsten um 15% in 90 Tagen gegenüber Placebo. (20)
Posttraumatische Belastungsstörung: In Modellen für PTBS-ähnlichen Stress linderte trans-Resveratrol Angstverhalten und Angstgedächtnisdefizite.
Folgeerkrankungen von Antipsychotika
In den letzten 20 Jahren gab es fast 200 Studien, in denen Resveratrol bei mindestens 24 Erkrankungen untersucht wurde, darunter typische Folgeerkrankungen von Antipsychotika wie Krebs, Diabetes, metabolisches Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Resveratrol ist als Antioxidans, entzündungshemmendes, antifettleibiges und antitumorales Mittel bekannt. Es hat zudem eine neuroprotektive Wirkung gegen durch Toxine und Entzündungen verursachte Hirnschäden. (4) |
1. Wirkungsweise
Resveratrol passiert aufgrund seiner Eigenschaften die Blut-Hirn-Schranke und kann eine erhebliche Rolle bei der Verhinderung von Neuroinflammation (Entzündungen) und Oxidation im Gehirn spielen. Darüber hinaus kann Resveratrol neurotrophe Faktoren erzeugen, was zur Wiederbelebung gestörter dopaminerger Neuronen führt. (2)
2. Studien
Negative Symptome
Ziel einer placebokontrollierten Studie war es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Resveratrol-Add-on-Therapie bei der Behandlung von Negativsymptomen bei Patienten mit stabiler Schizophrenie zu untersuchen.
Die 60 Teilnehmer erhielten 8 Wochen lang entweder 200 mg/Tag Resveratrol oder ein entsprechendes Placebo.
Die Patienten wurden während des Versuchszeitraums anhand der positiven und negativen Syndromskala, der Bewertungsskala für extrapyramidale Symptome und der Bewertungsskala für Hamilton-Depressionen beurteilt. Als primäres Ergebnis galt die Veränderung des positiven und negativen Subskalen-Scores vom Ausgangswert bis Woche 8. (1)
Resveratrol senkte die negativen Symptome um 20%, die allgemeinen Symptome um 15% und die Symptome in der Gesamtheit um 10% gegenüber Placebo in 8 Wochen. "Die Zugabe von Resveratrol kann eine bemerkenswerte Wirksamkeit und Sicherheit im Hinblick auf die Behandlung schizophreniebedingter Negativsymptome aufweisen." (1)
Kognitive Symptome
Resveratrol zeigt vielversprechende Ansätze zur Verbesserung der kognitiven Funktionen, des Gedächtnisses und der Stimmung. Insbesondere bei älteren Menschen ist es von Bedeutung. Studien deuten darauf hin, dass es Gehirnzellen schützt, Entzündungen reduziert und die Durchblutung des Gehirns verbessert, was die Gesundheit des Gehirns und die kognitive Funktion unterstützt.
Die regelmäßige, langfristige Einnahme von niedrig dosierten Nahrungsergänzungsmitteln wurde mit einer Verbesserung des verbalen Gedächtnisses und der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht.
1. Eine randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie über 24 Monate wurde mit 125 postmenopausalen Frauen durchgeführt. Diese nahmen 12 Monate lang zweimal täglich entweder 75 mg trans-Resveratrol oder ein Placebo ein und wechselten anschließend für weitere 12 Monate zur jeweils anderen Behandlung. Diese Studie zeigte eine Verbesserung der allgemeinen kognitiven Leistung um 33 % bei regelmäßiger Einnahme niedriger Dosen. (21)
Depressionen, Angst und Schlaf
Mehrere Studien zeigten die positive Wirkung von Resveratrol auf Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen. Resveratrol als Nahrungsergänzung kann jene Botenstoffe und Werte erhöht, die man mit einem geringeren Risiko für Depressionen in Zusammenhang bringt, z. B. Dopamin, Serotonin und Neuropeptid. Letzteres macht stressresistenter, so dass man nicht so anfällig für angstauslösende oder anderweitig bedrückende Situationen oder Erlebnisse wird. (4)
1. Ziel einer placebokontrollierten Studie war die Bewertung ob eine Resveratrol-Behandlung die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessern und Depressionen und Angstzustände bei 70 Patienten mit MHE (Funktionsstörung des Gehirns durch Leberversagen) reduzieren kann. Gruppe A wurde mit Resveratrol in Tablettenform 19,8 mg, N -Acetylcystein 600 mg, Lactoferrin 23,6 g über 90 Tage behandelt. Gruppe B wurde mit Placebo behandelt.
Ergebnisse der Forschung: "Im Vergleich zwischen der Resveratrol-Gruppe und der Placebogruppe beobachteten wir einen Rückgang beim Back Depression Inventory (BDI) (um 20%), beim State-Trait Anxiety Inventory (STAI) (um 15%) und eine Verbesserung der körperlichen Funktion, ... des allgemeinen Gesundheitszustands, der Vitalität und der sozialen Funktion." (20)
3. Hilfe bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika
1. Abbau von Gehirnzellen
Antipsychotika sind neurotoxisch und zerstören Gehirnzellen, was zur Gehirnschrumpfung und kognitiven Störungen führen kann.
Reservatrol schützt Neuronen (Nervenzellen im Gehirn) und verbessert Überleben, Wachstum und die Funktion von Nervenzellen aufgrund ihres hohen Potenzials, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. (2) Darüber hinaus kann Resveratrol neurotrophe Faktoren erzeugen, was zur Wiederbelebung gestörter dopaminerger Neuronen führt. (1) (2) Es mindert so den von Antipsychotika verursachten Zelltod. (19)
2. Übergewicht
Antipsychotika führen meist zu Übergewicht. Reservatrol kann die Gewichtsabnahme unterstützen bzw. die Gewichtszunahme verhindern. Wissenschaftler fanden 28 Studien zu dem Thema, die sie dann zusammenfassten und auswerteten. Die Auswertungen zeigten, dass sich die Einnahme von Resveratrol günstig auf Körpergewicht und BMI auswirkte. Wenn man die Ergebnisse aller Studien zusammenfasste, konnte das Körpergewicht um 0,51 kg gesenkt werden und der BMI um 0,17 Einheiten. Auch der Taillenumfang minderte sich nach Resveratrol-Einnahme. Besonders übergewichtige Personen könnten von Resveratrol profitieren. (5)
3. Diabetes
Das Diabetesrisiko unter Antipsychotika ist stark erhöht. Diabeteshäufigkeit ist verdreifacht. (13)
Resveratrol eignet sich bei Diabetes als Nahrungsergänzung, da es die Gefässfunktionen verbessert, den Fettabbau in der Leber erhöht (bei Diabetes liegt oft eine Fettleber vor) und oxidativen Stress abbauen hilft, was dann wieder zu einer Verbesserung der Insulinsensitivität führt. (3)
4. Risikofaktor für die Herz- Gesundheit
Patienten mit Schizophrenie haben eine verkürzte Lebenserwartung von 15-25 Jahren. Herzkrankheiten ist die Haupt-Todesursache dieser Patienten und Antipsychotika sind ein damit verbundener Faktor, da sie übergewichtig machen (7). Antidepressiva und andere Psychopharmaka werden mit einem fast doppelt so hohen Risiko für einen vorzeitigen Tod bei Herzpatienten in Verbindung gebracht. (8)
Besonders gut soll Reservatrol sich auf das Herz-Kreislauf-System auswirken, z. B. den Blutdruck senken, das Blut verdünnen und den Cholesterinspiegel regulieren. (3)
5. Krebs
90% der Antipsychotika gelten als stark krebserregend (17). Ein Review von 2021 zur Wirkung von Resveratrol bei Krebs bzw. auf die Krebsentstehung zeigt, wie Resveratrol das Immunsystem beeinflussen kann, damit es sich besser gegen Krebs zur Wehr setzen kann. Resveratrol veranlasst im Körper beispielsweise die Ausschüttung von Anti-Krebs-Botenstoffen und hemmt gleichzeitig die Ausschüttung von einem Wachstumsfaktor, der das Krebswachstum fördern kann. Auch kann Resveratrol manche Zellen des Immunsystems so stimulieren, dass sie sich wirksamer gegen Krebszellen richten können.
Studien und Quellen
(1) Resveratrol Adjunct Therapy for Negative Symptoms in Patients With Stable Schizophrenia: A Double-Blind, Randomized Placebo-Controlled Trial. Areoo Samaei , Kamyar Moradi , Sayna Bagheri, Amir Ashraf-Ganjouei , Rosa Alikhani , Seiedeh Bentolhoda Mousavi , Farzin Rezaei , Shahin Akhondzadeh , 2020
(2) Molecular and biological functions of resveratrol in psychiatric disorders: a review of recent evidence. Mehran Shayganfard, 2020
(3) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/leb…ffe/resveratrol
(4) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/gesundhei…rol-gegen-angst
(5) https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2022/12/20/res…l-zum-abnehmen/
(7) https://arznei-news.de/antipsychotika-herzerkrankungen/
(8) https://arznei-news.de/herzerk…ka-und-die-sterblichkeit/
(9) https://www.faz.net/aktuell/sp…-wirkt-er-wie-139353.html
(10) https://www.gesundheitsinformation.de/medikamente-bei-schizophrenie.html
(11) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0004867415582231
(12) https://www.onmeda.de/gesundhe…ora-medikamente-id202620/
(13) https://www.aerztezeitung.de/M…stark-erhoeht-307653.html
(16) https://orthoknowledge.eu/fors…lseitiger-phytonahrstoff/
(17) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0004867415582231
(18) https://berberin.net/berberin-bei-krebs/
(19) https://www.depression-heute.d%e2%80%a6ka-loesen-das-gehirn-auf/
(20) Resveratrol in Patients with Minimal Hepatic Encephalopathy. Giulia Malaguarnera, Manuela Pennisi, Gaetano Bertino, Massimo Motta, Antonio Maria Borzì, Enzo Vicari, Rita Bella, Filippo Drago, and Michele Malaguarnera, 2018
(21) Long-term effects of resveratrol on cognition, cerebrovascular function and cardio-metabolic markers in postmenopausal women: A 24-month randomised, double-blind, placebo-controlled, crossover study. Jay Jay Thaung Zaw 1, Peter Rc Howe 2, Rachel Hx Wong, 2021