ANTIPSYCHOTISCHE HEILPFLANZEN BEI NEGATIVEN SYMPTOMEN | Übersicht und Bewertung
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Phoenix -
8. Mai 2026 um 05:00 -
2.198 Mal gelesen
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ANTIPSYCHOTISCHE HEILPFLANZEN BEI NEGATIVEN SYMPTOMEN | Übersicht und Bewertung
Negative Symptome sind teil der schizophrenen Erkrankung und treten insbesondere nach einer akuten psychotischen Phase auf. Aber auch Antipsychotika können als Nebenwirkung eine Verschlechterung der negativen Symptome zur Folge haben.
Eine übermäßige Dopaminaktivität in einem Bereich des Gehirns (mesolimbisches System) wurde mit positiven Symptomen in Verbindung gebracht. Antipsychotika senken den Dopaminspiegel - jedoch tun sie dies im gesamten Gehirn, da sie nicht selektiv sind.
Eine verringerte Dopaminaktivität in einem Bereich des Gehirns (präfrontalen Kortex) steht mit negativen Symptomen in Zusammenhang, welche nun mit Antipsychotika verschlechtert werden. Dopamin ist ein zentraler Neurotransmitter, der als "Glückshormon" das Belohnungssystem des Gehirns aktiviert, indem es bei positiven Erlebnissen ausgeschüttet wird. Es steigert Motivation, Antrieb und Wohlbefinden.
Heilpflanzen, wie Helmkraut, Ginkgo und Ginseng erhöhen nun den Dopaminspiegel in den Bereichen des Gehirns, in denen Antipsychotika diesen senken, und helfen so negativen Symptomen zu lindern.
Aber auch Entzündungen im Gehirn und oxidativer Stress tragen zu negativen Symptomen bei. Daher sind auch Heilpflanzen und sekundäre Pflanzenstoffe zu berücksichtigen, die stark darin sind Entzündungen und oxidativen Stress zu senken, wie Resveratrol, Sulforaphan, Schwarze Myrobalane, Kurkuma, Schizandra, Berberitze und Mariendistel.
Nicht zu letzt gibt es bei negativen Symptome auch eine Dysfunktion im Glutamat- und Gabasystem. Das Vorhandensein von Glycin und Glutaminsäure in Fenchelsamen aktiviert Glutamat-Rezeptoren, was auf diese Wiese negative Symptome lindert.
Diese Zusammenhänge machen deutlich, das eine Kombination der genannten Heilpflanzen negative Symptome am wirksamsten lindern kann, da sie auf verschiedene Behandlungsziele wirken.
Die einzelnen Heilpflanzen hatten eine Besserung von 10-20% in 4-12 Wochen gegenüber Placebo in Studien gezeigt. Eine Kombination wird geschätzte 30-40% in 12 Wochen erreichen können.
Was sind negative Symptome?
Negative Symptome sind solche, die durch ihre Abwesenheit (negativ = fehlen) auffallen – zum Beispiel mangelnde Sorge um das eigene Aussehen und mangelnde Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten. Die genaue Beschreibung negativer Symptome kann über die Bewertungsskala SANS erfolgen. SANS unterteilt die Bewertung in fünf Bereiche.
1. Gefühlsarmut (Affektive Abflachung oder Abstumpfung)
Unveränderlicher Gesichtsausdruck, Verringerte spontane Bewegungen, Mangel an ausdrucksvollen Gesten, schlechter Blickkontakt, eine mangelnde Aufhellbarkeit der Stimmung auf positive Ereignisse, Mangel an stimmlichen Beugungen, unangemessene Gefühlsreaktionen.
Die Grafik zeigt die Intensität der Gefühle bei gesunden Menschen (CO) im Vergleich zu Menschen mit Schizophrenie:

2. Spracharmut (Alogia)
Spracharmut, Armut des Sprachinhalts, Unvermögen grammatikalisch richtige und in sich logische Sätze zu bilden (Alogia), Blockierung, verlangsamte Reaktionen.
3. Freudlosigkeit (Anhedonie)
Anhedonie beschreibt eine Vielzahl von Defiziten, einschließlich verminderter Motivation oder Fähigkeit, Freude zu erleben. Mangel an Freizeitinteressen und -aktivitäten. Unfähigkeit Vergnügen zu erleben, reduzierte Motivation, reduziertes Genussvergnügen und Defizite beim bestärkenden Lernen.
4. Soziale Passivität (Asozialität)
Asozialität bezieht sich auf den Mangel an Motivation, sich an sozialer Interaktion zu beteiligen oder einsame Aktivitäten zu bevorzugen. Asozialität kann aber darüber hinaus eine begrenzter Möglichkeiten für soziale Beziehungen sein.
emotionaler Rückzug (wenig Gefühle zu anderen Menschen)
Soziale Unaufmerksamkeit, Unaufmerksamkeit bei den Gefühlen anderer.
mangelnder affektiver Rapport (wenig vertrauensvolle Beziehungen, Einsamkeit)
Mangelndes oder überhöhtes sexuelles Interesse und Aktivität. Unfähigkeit, Intimität und Nähe zu empfinden, wenig Beziehungen zu Freunden und Gleichaltrigen.
5. Antriebslosigkeit (Avolition)
Avolition ist Abnahme der Fähigkeit, selbstgesteuerte, zielgerichtete Aktivitäten zu beginnen und daran festzuhalten. Zu den vernachlässigten Aktivitäten gehören in der Regel Routinetätigkeiten wie Pflege und Hygiene sowie Hobbys, der Gang zur Arbeit und/oder zur Schule und vor allem soziale Aktivitäten. Eine Person, die unter Avolition leidet, kann längere Zeit zu Hause bleiben, anstatt Arbeit oder Beziehungen zu Gleichaltrigen zu suchen.
6. Gefühlslosigkeit (Apathie)
Apathie ist ein Mangel an Gefühlen, Emotionen, Interesse oder Sorge um etwas. Es ist ein Zustand der Gleichgültigkeit oder das Unterdrücken von Emotionen wie Sorge, Aufregung, Motivation oder Leidenschaft. Eine apathische Person hat kein Interesse an emotionalem, sozialem, spirituellem, philosophischem, virtuellem oder physischem Leben und der Welt. Apathie kann auch als mangelnde Zielorientierung einer Person definiert werden.
1. Antipsychotische Heilpflanzen bei negativen Symptomen
Es folgt nun abschließend eine Liste von Heilpflanzen und sekundären Pflanzenstoffen, die insbesondere auf negative Symptome wirken, in vorklinischen oder klinischen Studien ihr Potential bestätigt haben und im Handel erhältlich sind.
Sollte Motivation und Antriebsschwäche das am stärksten belastende negative Symptom sein, sind adaptogene Heilpflanzen bei Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebsschwäche vorzuziehen, da diese eine stärkeren Effekt bewirken können. Auch Heilpflanzen bei Depressionen sind zuwählen, wenn typisch depressive Symptome im Vordergrund stehen, denn auch diese sind stärker, mit einer mittleren Effektstärke. Heilpflanzen für negative Symptome habe eher einen kleinen Effekt, sind aber bei diesen typisch Symptomen die beste Wahl.
Die stärkste Wirkung würde ich aufgrund der Studienlage Helmkraut, Reveratrol, Ginseng, Sulphoraphan und Kurkuma zuweisen. Schwarze Myrobalane und Ashwagandha zeigten ebenfalls eine herausgehobene starke Wirkung bei negativen Symptomen. Berberitze, Schizandra und Mariendistel sind ebenfalls bekannte Heilpflanzen mit vielfältiger Anwendung.
Um die stärkste Wirkung zu erzielen, ist eine Kombination von Heilpflanzen angeraten und in den verschiedenen Heiltraditionen wie Ayurveda und TCM üblich. Daher wäre die Empfehlung für die genannten Heilpflanzen eine Mischung anzusetzen, möglichst in Rohform eingekauft und selbst frisch gemahlen. Damit ist gesichert, das die Wirkstoffe in der stärksten Wirkung zur Verfügung stehen.
Die genannten Heilpflanzen hatten einzeln eine Besserung von 10-20% in 4-12 Wochen in Studien gezeigt. Eine Kombination wird geschätzte 30% in 12 Wochen erreichen können. Ausführliche Beschreibungen der Heilpflanzen in der Liste sind über den Namen der Heilpflanzen verlinkt.
LISTE VON HEILPFLANZEN FÜR NEGATIVE SYMPTOME:
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
** = Senkt negative Symptome und hilfreiche bei weiteren Symptomen
*** = Senkt negative Symptome und hilfreiche bei weiteren Symptomen und bei Linderung der Nebenwirkungen und Folgekrankheiten von Antipsychotika
**** = stärkere Wirkung, hilfreich bei weiteren Symptomen sowie bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika
(1) = chinesische Kräuterformel (einschließlich Helmkraut )
(2) = Studie ohne Placeboikontrollle
(3) Mischung aus Schwarzer Myrobalane und Weihrauch
(4) = Kombination von Mariendistel mit Probitika ohne Placebokontrolle
2. Wirkungsweise
Negative Symptome hängen u.a. Dopaminmangel (im präfrontalen Kortex), mit Entzündungen des Zentralnervensystems und einer Dysfunktion des glutaminergen Systems zusammen. Antipsychotische Heilpflanzen für negative Symptome wirken über ihre Fähigkeit den Dopaminmangen auszugleichen, über ihre entzündungshemmenden Eigenschaften und als Agonist für Glutamat- und Acetylcholin-Rezeptoren.
Zu den wichtigsten Botenstoffsystemen und Behandlungszielen bei negativen Symptomen gehören also:
- Dopaminmangel (im präfrontalen Kortex)
- Entzündungen des Zentralnervensystems und Oxidativer Stress
- Dysfunktion des Glutamat- und Gaba-Signalwegs
3. Kombination von Heilpflanzen
In der TCM, Ayurveda und japanischen Kampo-Tradition werden feste Kombinationen von Heilpflanzen in standardisierten Proportionen verwendet. Die Idee, zwei oder mehr Pflanzen oder Substanzen zu kombinieren, die dann stärker wirken als jeder Inhaltsstoff allein, ist aus mehreren Gründen sehr attraktiv: Die Inhaltsstoffe können im menschlichen Organismus unterschiedliche Ziele und Wirkmechanismen haben und daher in Kombination eine bessere Wirkung erzielen.
Die Inhaltsstoffe können auch synergistisch wirken und so neue, einzigartige Wirkungen erzielen, die mit keinem Inhaltsstoff allein erzielt werden können. Synergistisch bedeutet, dass die Kombination aktiv ist, während die Inhaltsstoffe einzeln inaktiv sind. Synergie kann auch als die Entstehung einer neuen pharmakologischen Aktivität interpretiert werden, die nur der Kombination zweier oder mehr Inhaltsstoffe vorbehalten ist.
Eine Forschungsarbeit kommt zu dem Ergebnis:
"Einige Kombinationen adaptogener Pflanzen bieten aufgrund ihrer synergistischen Wechselwirkungen in Organismen einzigartige Effekte, die durch keine Zutat allein erreicht werden können." (1)
Weitere natürliche Wirkstoffe für negative Symptome bieten Aminosäuren, welche in diesem Artikel zu finden sind.
