ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN | Wirkstoffe bei negativen Symptomen
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SeelenKraut -
6. Juli 2025 um 04:30 -
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ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN |
Wirkstoffe bei negativen Symptomen
| Die Entstehung und Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen, wie Schizophrenie ist sehr komplex. Störungen des Aminosäuren-Haushalts können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Die Mehrheit der schizophrenen Patienten werden mit Antipsychotika behandelt, mit schweren Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen, obwohl keine ausschließliche Störungen der dopaminergen Signalübertragung bei Schizophrenie vorliegt, auf die diese Psychopharmaka abzielen. D.h. 50%–60% der Patienten mit Schizophrenie erzielen nur ein teilweises Ansprechen auf Antipsychotika und weitere 10 %–30 % erfahren keine Wirkung. (Kane et al., 2019).
In dem Ausmaß, in dem ein Überschuss an Dopamin existiert, kann dieser somit nur die Folge von Störungen in anderen Botenstoffsystemen sein. Eine antidopaminerge Behandlung kann daher, obwohl sie die Symptome kontrolliert, die zugrunde liegenden Krankheitsursachen nicht beheben.
Anormale Konzentrationen von Aminosäuren, die an der Aktivierung von dopaminergen, GABAergen, glutamatergen und serotoninergen Neurotransmittern im Gehirn von Patienten mit Psychose und Schizophrenie beteiligt sind, sind gut beschriebene Befunde. Eine Forschungsarbeit "Mögliche Rolle von Aminosäuren in der Pathogenese der Schizophrenie" kommt zu folgendem Ergebnis:
"Die Beziehung zwischen gestörtem Aminosäurespiegel und Schizophrenie ist eine neue Ära, die weiter erforscht werden muss, um schizophrene Patienten effektiv zu behandeln. Da viele antipsychotische Arzneimittel Nebenwirkungen haben, wäre eine Reduzierung der Dosierung dieser Arzneimittel und die Zugabe von Aminosäuren, Vitaminen und anderen Antioxidantien in die regelmäßige medizinische Versorgung dieser Patienten auf lange Sicht wirklich vorteilhaft." (1)
Studien haben gezeigt, dass Aminosäuren eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielen, da sie Hauptvorläufer von Botenstoffen, wie Dopamin, Glutamat, GABA und Serotonin sind. Bei Patienten mit Psychosen und Schizophrenie gibt es gut beschriebene Befunde, dass anormale Konzentrationen von Aminosäuren an der Aktivierung von Botenstoffen im Gehirn beteiligt sind.
Die Einbeziehung aller relevanten Botenstoffsysteme in eine moderne Multi-Target-Strategie ist für die erfolgreiche Behandlung von elementarer Bedeutung. Es sollte betont werden, dass für die Behandlung der Schizophrenie nichts wirksameres als eine Multi-Target-Behandlung vorgeschlagen wurde.
Bemerkenswerterweise gab es bei Schizophrenie zusammen mit einer Erhöhung von einigen Aminosäuren eine signifikante Verbesserung bei positiven, negativen, und kognitiven Symptomen sowie von Depressionen, Ängsten, Stress und Schlafstörungen was eine wirksame antipsychotische Behandlung sein kann.
Im Folgenden werden Wirkstoffe, vornehmlich Aminosäuren und deren Derivate vorstellt, deren Wirkung u.a. auf negative Symptome in über 50 placebokontrollierten Studien mit ca. 1800 Schizophrenie-Patienten bestätigt wurde und zu einer umfassenden und ganzheitlichen Therapie von Psychosen und Schizophrenie auf der stofflichen Ebene genutzt werden können.
Studien zeigten Besserungen der negativen Symptome bei den 8 vorgestellten Wirkstoffen um 10 -35% in 6-12 Wochen gegenüber Placebo. Jeder schizophren Erkrankte hat individuell unterschiedliche Defizite, Dysfunktionen und Symptome, die im Zusammenhang mit einem Mangel an Aminosäuren stehen können. Daher ist nur der Selbsttest die beste Möglichkeit die Stärke der Wirksamkeit festzustellen. |
Was sind negative Symptome?
Negative Symptome sind solche, die durch ihre Abwesenheit (negativ = fehlen) auffallen – zum Beispiel mangelnde Sorge um das eigene Aussehen und mangelnde Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten. Die genaue Beschreibung negativer Symptome kann über die Bewertungsskala SANS erfolgen. SANS unterteilt die Bewertung in fünf Bereiche. Starke negative Symptome treten meist nach einer Psychose auf.
1. Affektive Abflachung oder Abstumpfung (Gefühlosigkeit)
Unveränderlicher Gesichtsausdruck, verringerte spontane Bewegungen, Mangel an ausdrucksvollen Gesten, schlechter Blickkontakt, eine mangelnde Aufhellbarkeit der Stimmung auf positive Ereignisse, Mangel an stimmlichen Beugungen, unangemessene Gefühlsreaktionen.
2. Alogia (Spracharmut)
Armut des Sprachinhalts, Unvermögen grammatikalisch richtige und in sich logische Sätze zu bilden. Blockierte, verlangsamte Reaktionen.
3. Anhedonie (Freudlosigkeit)
Anhedonie beschreibt eine Vielzahl von Defiziten, einschließlich verminderter Motivation oder Fähigkeit, Freude zu erleben. Mangel an Freizeitinteressen und -aktivitäten. Unfähigkeit Vergnügen zu erleben, reduzierte Motivation, reduziertes Genussvergnügen und Defizite beim bestärkenden Lernen.
4. Asozialität (soziale Passivität)
Asozialität bezieht sich auf den Mangel an Motivation, sich an sozialer Interaktion zu beteiligen oder einsame Aktivitäten zu bevorzugen. Asozialität kann aber darüber hinaus eine begrenzter Möglichkeiten für soziale Beziehungen sein.
- Emotionaler Rückzug
Wenig Gefühle zu anderen Menschen, soziale Unaufmerksamkeit, Unaufmerksamkeit bei den Gefühlen anderer.
- Mangelnder affektiver Rapport
wenig vertrauensvolle Beziehungen, Mangelndes oder überhöhtes sexuelles Interesse und Aktivität. Unfähigkeit, Intimität und Nähe zu empfinden, wenig Beziehungen zu Freunden und Gleichaltrigen.
5. Avolition
Avolition ist Abnahme der Fähigkeit, selbstgesteuerte, zielgerichtete Aktivitäten zu beginnen und daran festzuhalten. Zu den vernachlässigten Aktivitäten gehören in der Regel Routinetätigkeiten wie Pflege und Hygiene sowie Hobbys, der Gang zur Arbeit und/oder zur Schule und vor allem soziale Aktivitäten. Eine Person, die unter Avolition leidet, kann längere Zeit zu Hause bleiben, anstatt Arbeit oder Beziehungen zu Gleichaltrigen zu suchen.
6. Apathie (Teilnahmslosigkeit)
Apathie ist ein Mangel an Gefühlen, Emotionen, Interesse oder Sorge um etwas. Es ist ein Zustand der Gleichgültigkeit oder das Unterdrücken von Emotionen wie Sorge, Aufregung, Motivation oder Leidenschaft. Eine apathische Person hat kein Interesse an emotionalem, sozialem, spirituellem, philosophischem, virtuellem oder physischem Leben und der Welt. Apathie kann auch als mangelnde Zielorientierung einer Person definiert werden.
2. Wirkstoffe bei negativen Symptomen
Die folgenden Aminosäuren und Derivate haben in über 50 placebokontrollierten Studien ca. 1800 Schizophrenie-Patienten ihre Wirkung auf negative Symptome bewiesen und können zu einer ganzheitlichen und umfassenden Therapie von Psychosen und Schizophrenie auf der stofflichen Ebene genutzt werden.
Diese Reihe an Wirkstoffen haben unterschiedliche Funktionen und Behandlungsziele, was einen kombinierten Einsatz sehr effektiv machen kann. Der Multi-Target-Ansatz gilt bei Psychosen und Schizophrenie am wirkungsvollsten zur Besserung von Symptomen.
Diese Substanzen haben beachtliche Effekte auf positive, negative, kognitive und depressive Symptome sowie bei Ängsten, Stress und Schlafstörungen gezeigt.
Aminosäuren sind natürliche körpereigene Stoffe und Teil der Ernährung. Sie sind in der vorgegebenen Dosis sicher und frei von Nebenwirkungen. Vielfältige Anwendung finden sie in der Medizin und als Nahrungsergänzung im Leistungssport und sind umfassend in ihrer positiven Wirkung erprobt.
Viele diese Substanzen sind auch in Erfahrungsberichten beschrieben und finden sich z.B. im internationalen Forum für Schizophrenie: Schizophrenia.com
Eine ausführliche Beschreibung gibt es in der Verlinkung über den Namen der Wirkstoffe. Es werde die Ergebnisse aktueller Forschungen vorgestellt:
3. Die Problematik der Antipsychotika-Behandlung
Die Mehrheit der schizophrenen Patienten werden mit Antipsychotika behandelt, mit schweren Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen, obwohl keine ausschließliche Störungen der dopaminergen Neurotransmission bei Schizophrenie vorliegt, auf die diese Psychopharmaka abzielen.
D.h. 50%–60% der Patienten mit Schizophrenie erzielen nur ein teilweises Ansprechen auf Antipsychotika und weitere 10 %–30 % erfahren keine Wirkung. (Kane et al., 2019).
In dem Ausmaß, in der ein Überschuss an Dopamin existiert, kann dieser somit nur die Folge von Störung in anderen Neurotransmittersystemen sein. Eine antidopaminerge Behandlung kann daher, obwohl sie die Symptome kontrolliert, die zugrunde liegenden Krankheitsursachen nicht beheben.
Zudem sind Antipsychotika bei der Verbesserung negativer und kognitiver Defizite, die mit der Bewältigung des Alltags und der Lebensqualität eines Patienten zusammenhängen, relativ unwirksam. Negativsymptome und kognitive Defizite können mit den bisher entwickelten Antipsychotika nicht behandelt werden, im Gegenteil - diese können sogar zu einer Verschlechterung dieser Symptome führen.
Ein hoher Prozentsatz (20 bis 50 %) schizophrener Patienten zeigt fortgesetzt positive, negative und kognitive Symptome , wie Denkstörungen trotz der Behandlung mit Antipsychotika als Dopamin-blockierende Mittel, was darauf hindeutet, dass neue Behandlungsansätze notwendig sind.
4. Der Multi-Target-Ansatz

Die Breite der potenziellen Ziele und getesteten Verbindungen der alternativen Medizin zeigen deutlich, dass ein Interesse für das Streben nach innovativer Wirkstoffentwicklung besteht.
Es sollte betont werden, dass für die Behandlung der Schizophrenie nichts wirksameres als eine Multi-Target-Behandlung vorgeschlagen wurde. Die Einbeziehung aller relevanten Botenstoffsysteme in eine moderne natürliche Multi-Target-Strategie ist für die erfolgreiche Behandlung von elementarer Bedeutung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich beim dem Multi-Target-Ansatz der orthomolekularen Psychiatrie hauptsächlich um weitere Botenstoffsysteme als Wirkstoffziele handelt. [ s. Behandlungsziele bei Psychosen und Schizophrenie: Die Multi-Target-Strategie]
Botenstoffsysteme und Behandlungsziele
Zu den wichtigsten Botenstoffsystemen und Behandlungszielen bei negativen Symptomen gehören:
- Glutamat - Signalweg
- Acetylcholin - Signalweg
- Oxidativer Stress, Entzündungen des Zentralnervensystems und eine Unterfunktion des Immunsystems
- Stickoxid-Ungleichgewicht
1. Der Glutamat - Signalweg
Da der Glutamat - Signalweg an negativen, positiven und kognitiven Symptomen beteiligt ist besteht großes Interesse an der Untersuchung der Wirkung direkter und indirekter Glycin-Modulatoren und ihres therapeutischen Potenzials.
Insbesondere einige NMDAR (N-Methyl-D-Aspartat-Glutamat-Rezeptor) verstärkende Wirkstoffe führen bei Patienten mit Schizophrenie zu einer signifikanten Verringerung psychotischer, negativer und kognitiver Symptome. Es besteht daher ein wachsendes Interesse am Potenzial von NMDAR - Modulatoren, wie Glycin, D- Serin und Sarkosin, um die Symptome der Schizophrenie zu verbessern.
Theanin ähnelt strukturell dem erregenden Neurotransmitter Glutamat und bindet an Glutamatrezeptoren und in geringerem Maße an den NMDA-Rezeptor, der bei Schizophrenie eine Unterfunktion hat. Theanin fungiert als Antagonist der erstgenannten Stelle und als teilweiser Co-Agonist der NMDA-Rezeptoren. Darüber hinaus hemmt es Glutamin- und Glutamattransporter und blockiert so die Wiederaufnahme von Glutamin und Glutamat.
Natriumbenzoat erhöht durch die Hemmung eines Emzyms (D-AAO) den Spiegel von D-Glycin und synaptischem D-Serin. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung der Rezeptorerregbarkeit, die wiederum mit einer Normalisierung der Rezeptorfunktion einhergeht. Die Hemmung der Enzym-Aktivität und die Verlangsamung des D-Serin-Abbaus durch den Einsatz von Natriumbenzoat zur Verbesserung der Glutamat-Funktion wurden bei der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt.
2. Der Acetylcholin - Signalweg
Citicolin ist eine Vorstufe von Acetylcholin und wirkt auf Muskarin- , Nikotinrezeptoren und GABA, erhöht Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und senkt Glutamat.
3. Oxidativer Stress, Entzündungen des Zentralnervensystems und eine Unterfunktion des Immunsystems
Bei Menschen mit Schizophrenie besteht ein relativ starker oxidativer Stress, Entzündungen im Zentralnervensystem und eine Immunschwäche im Vergleich zu gesunden Personen und diese Faktoren tragen ursächlich zur Erkrankung bei.
Glycin bildet Glutathion, das wichtigste körpereigene Antioxidans, das freie Radikale vernichtet. In allen Geweben und Organen des Körpers kann die Aminosäure Glycin Entzündungen verringern. Sarkosin ist ebenfalls entzündungshemmend.
Eine Ergänzung mit NAC kann die Schwere der psychotischen Symptome reduzieren, indem der oxidative Stress und Entzündungen gesenkt werden, das Immunsystem gestärkt und die Glutamatspiegel gesenkt werden, was auch dazu führt, das die Dopaminausschüttung reduziert wird.
Natriumbenzoat und Citicolin sind ebenfalls antioxidativ und entzündungshemmend.
4. Stickoxid-Ungleichgewicht
Präklinische und klinische Studien haben Hinweise auf die Beteiligung eines Stickoxid-Ungleichgewichts im Gehirn bei Schizophrenie geliefert. Es häufen sich Hinweise darauf, dass das Stickoxid-Signalsystem ein neuartiges Behandlungsziel darstellt. L-Lysin ist eine Aminosäure, die die NO-Produktion mindert.
5. Fazit
Antipsychotika behandeln nur einen sehr kleinen Ausschnitt eines komplexen Systems, den Dopaminüberschuss im Gehirn, mit schweren Nebenwirkungen und typischen Folgekrankheiten. Sie führen bei langfristiger Einnahme zur Abhängigkeit und zur Chronifizierung von Schizophrenie.
Um aus der Abhängigkeit von Antipsychotika zu kommen und wirklich zu gesunden, das Gehirn und den Organismus wieder zu regenerieren und bei eventuellen Psychosen einen Schutz zu haben, sind daher auch die natürlichen Wirkstoffe der orthomulekularen Medizin eine wichtige Unterstützung.
"Dabei kann eine Optimierung der entsprechenden Substanzen erstaunliche Wirkung zeigen. Die Orthomolekularmedizin entwickelt sich seit Jahren weiter zur Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Im Leistungssport gehört dies bereits zu den Routinemaßnahmen. Im Bereich der Neurologie und Psychiatrie zeigt sich oft eine verblüffende Verbesserung von Krankheiten und Beschwerden durch orthomolekulare Ergänzungsbehandlung. " (Zitat Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie Zentrum, Hannover)
Studien und Quellen
(1) Potential role of amino acids in pathogenesis of schizophrenia. Shamaila Saleem, Faiza Shaukat, Anjuman Gul, Mahwish Arooj, and Arif Malik, 2017