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SERIE | Hormone bei Psychosen und Schizophrenie:
3. Genistein
| Besserungen [in Studien gegenüber Placebo in 12 Wochen] | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Genistein | ✓ | ✓ | 20% | ✓ | ✓ | - | - |
(+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
| Kurzfassung | |||||||||||||||||||||||
| Der Zusammenhang zwischen Hormonen und Schizophrenie wird seit über einem Jahrhundert vermutet. Allerdings gibt es erst in den letzten drei Jahrzehnten wissenschaftliche Beweise für die therapeutische Wirkung von Estrogen bzw. ähnlichen Substanzen, wie pflanzliche Hormone, Sterioide und Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren. Neuste Forschungen zeigen eine entscheidende Rolle von Hormonen bei Psychosen und Schizophrenie. Es wurde festgestellt, dass die Östrogenspiegel bei Patienten mit Schizophrenie alarmierend niedrig waren. (1) Östrogenmangel tritt bei beiden Geschlechtern häufig auf und ist mit einer Zunahme psychotischer Symptome verbunden. Östrogenmangel ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Schizophrenie im Verlauf ihrer Krankheit üblich, im Vorfeld und bei Psychosen sowie bei chronischer Schizophrenie. Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit zeigt, dass Hormone als Antipsychotikum wirken können, da sie in ähnlicher Weise auf die Dopamin-Signalgebung abzielen wie Antipsychotika: "Leider gibt es einen beträchtlichen Anteil an Personen, die nur begrenzt oder gar nicht positiv auf Antipsychotika reagieren. Für solche Patienten kann die Erwägung ... einer Östrogenverstärkung von großer Bedeutung sein." (13) (Ausführlich siehe Artikel: "Die Bedeutung von Hormonen bei Psychosen und Schizophrenie") Genistein ist ein sekundärer Pflanzenstoff und wurde erstmals aus der Ginsterpflanze isoliert. Er ist auch in der Sojabohne und dem Rotklee vorhanden. Genistein ist ein pflanzliches Hormon oder auch Phytoöstrogen genannt, d.h. mit einer Wirkung, die Gemeinsamkeiten mit dem Hormon Östrogen aufweist. Aufgrund dieser Eigenschaften können Phytoöstrogene die Funktion des Gehirns beeinflussen und die schizophrene Erkrankung modulieren oder zumindest einige Symptome davon lindern. Es wurde festgestellt, dass Genistein therapeutische Wirkungen gegen verschiedene Symptome der Schizophrenie gezeigt hatte, indem es auf den Östrogenrezeptor einwirkte und das Dopamin- und Glutamatsystem beeinflusste. Die Östrogenbehandlung verringert die Empfindlichkeit der Dopaminrezeptoren und blockiert sie wie Antipsychotika. (1) Die Ergebnisse von Studien zeigten weiterhin, dass Genistein die kognitive Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich des Gedächtnisses, durch seine Fähigkeit, oxidativen Stress zu reduzieren und Neuroinflammation zu dämpfen, hochwirksam verbessern kann. (9) Genistein kann zudem Depressionen und ängstliches Verhalten wirksam verbessern. Es zeigte im Tierversuch "eine antidepressiv wirkende Wirkung, die mit der von Amitriptylin (Antidepressivum) vergleichbar ist ... Darüber hinaus führt Genistein in Übereinstimmung mit früheren Berichten nicht zu einer Gewichtszunahme ... und kann " in Kombination mit ... Amitriptylin die Dosis und damit die Nebenwirkungen von Antidepressiva reduzieren. " (13) Die wichtigsten positiven Wirkungen von Genistein beim Schutz vor Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen von Psychopharmaka beziehen sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und auf die Verringerung der Häufigkeit einiger Krebsarten. Im Gegensatz zu synthetischen Östrogenderivaten, die mit schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht werden, gelten Phytoöstrogene als sicher. | | |||||||||||||||||||||||
| 1. Wirkungsweise | |||||||||||||||||||||||
Genistein kann die pharmakologischen Wirkungen von Östrogen nachahmen sowie das Dopamin- und Glutamatsystem beeinflussen. Studien konnten nachweisen, dass das Genistein über östrogenvermittelte Rezeptoren positive Auswirkungen auf die dopaminerge Funktion haben kann. Aufgrund seiner neuroprotektiven, antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften kann Genistein auch zur Wiederherstellung oder Verbesserung der Gedächtnisfunktionen genutzt werden. Darüber hinaus zeigten Studien, dass die antidepressive Wirkung von Genistein durch die Förderung des Glutamatstoffwechsels und GABA sowie durch die indirekte Erhöhung der Serotonin-Spiegel erreicht werden kann. (13) | |||||||||||||||||||||||
| 2. Studien | |||||||||||||||||||||||
1. Ziel einer Studie war es, die Wirkung von Genistein in einem Schizophreniemodell im Tierversuch zu beurteilen. Die Schizophrenie wurde durch die Gabe Ketamin herbeigeführt. Die biochemische Parameter wie Dopamin und Acetylcholin wurden im Hirngewebe bestimmt. (1)
In Verhaltensmodellen wurden die positive, negativen und kognitiven Symptome untersucht:
Von drei verschiedenen Behandlungsschemata war die Kombination aus Clozapin und Genistein bei der Normalisierung der Werte verschiedener Parameter, die in der vorliegenden Studie durchgeführt wurden, besser geeignet. Den Ergebnissen zufolge war Genistein bei allen Symptomen von Schizophrenie wirksam. " (1) 2. In einem weiteren Tierversuch wurden Genistein und Leucin (Aminosäure) verabreicht. Leucin und Genistein reduzierten signifikant das psychotische Verhalten.
Kognitive SymptomeDie Ergebnisse von Studien zeigten, dass Genistein die kognitive Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich des Gedächtnisses, einschließlich des räumlichen Gedächtnisses, des Wiedererkennungs-, Behaltens- und Referenzgedächtnisses, durch seine Fähigkeit, oxidativen Stress zu reduzieren und Neuroinflammation zu dämpfen, hochwirksam verbessern kann. (9) 1. In einer 12-wöchigen placebokontrollierten Studie mit 34 gesunden Männern wurde die Wirkung einer Isoflavon-Supplementierung auf die kognitive Funktion untersucht. Die Freiwilligen nahmen entweder 6 Wochen lang täglich vier Kapseln mit Soja-Isoflavonen (Daidzein, Genistein, Glycitin) oder ein Placebo ein. (8) Die Ergänzung mit Isoflavonen verbesserte das räumliche Arbeitsgedächtnis signifikant. Im Vergleich zur Ergänzung mit Placebo waren 18 % weniger Versuche, 23 % weniger Fehler und 17 % weniger Zeit erforderlich, um die erforderlichen Informationen richtig zu identifizieren. Ergebnis der Studie: "Die Ergänzung mit Isoflavonen bei gesunden Männern kann kognitive Prozesse verbessern, die von der Aktivierung von Östrogen abzuhängen scheinen." (8) 2. Ziel einer weiteren Studie war die Bestimmung der kognitiven Auswirkungen einer langfristigen Aufnahme von Soja-Isoflavonen in einer Tagesdosis, die mit der traditionellen asiatischen Ernährung vergleichbar ist. In der doppelblinden Studie erhielten 350 gesunde postmenopausale Frauen 2,5 Jahre täglich 25 g isoflavonreiches Sojaprotein (mit Genistein) oder ein Placebo. Schlussfolgerung: Bei gesunden Frauen nach der Menopause kann eine langfristige Nahrungsergänzung mit Soja-Isoflavonen in einer Dosis, die mit der traditionellen asiatischen Ernährung vergleichbar ist, das visuelle Gedächtnis verbessern. (10) DepressionenGenistein kann Depressionen und ängstliches Verhalten wirksam verbessern. 1. In Übereinstimmung mit früheren Befunden zeigte Genistein im Tierversuch "eine antidepressiv wirkende Wirkung, die mit der von Amitriptylin (Antidepressivum) vergleichbar ist ... Darüber hinaus führt Genistein nicht zu einer Gewichtszunahme ... und kann " in Kombination mit ... Amitriptylin die Dosis und damit die Nebenwirkungen von Antidepressiva reduzieren. " (13) 2. Eine placebokontrollierte Studie mit dem Isoflavon Genistein (54 mg) oder Placebo wurde über zwei Jahre durchgeführt. An dieser Studie nahmen 262 postmenopausale Frauen teil. Schlussfolgerung der Studie: "Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse dieser randomisierten Studie, dass Genistein die Lebensqualität (Gesundheitszustand, Lebenszufriedenheit und Depression) bei osteopenischen Frauen nach der Menopause verbessert." (12) 3. Eine vorklinische Studie lieferte die theoretische Unterstützung für den antidepressiven Mechanismus von Genistein basierend auf Darmmikrobiota. (11) Es wurde gezeigt, dass Genistein die Vermehrung von Bifidobacterium fördern und das Gleichgewicht der Darmflora wiederherstellen kann. Der antidepressive Mechanismus hängt mit der Förderung des Glutamatstoffwechsels, der Förderung der GABA-Synthese und der indirekten Erhöhung des Serotonin-Spiegels zusammen. Oxidativer Stress korreliert mit Depressionen. Daher ist anzunehmen, dass auch die antioxidativen Eigenschaften von Genistein zu seiner antidepressiv wirkenden Wirkung beitragen. (11) | |||||||||||||||||||||||
| 3. Hilfe bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Psychopharmaka | |||||||||||||||||||||||
![]() Antipsychotika erhöhen das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. 90% der Antipsychotika und 70% der Antidepressiva gelten als stark krebserregend. Die wichtigsten positiven Wirkungen von Genistein beziehen sich auf den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und vor einigen Krebsarten, insbesondere Brust- und Prostatakrebs. (2) Genistein-Isoflavon hat keine negativen Auswirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane. Auch Männer profitieren von Isoflavonen durch Prostatavergrößerung. (5) | |||||||||||||||||||||||
| 4. Anwendung | |||||||||||||||||||||||
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 100 mg Soja-Isoflavone über maximal zehn Monate (4) (5). In einer Studie über Depressionen mit postmenopausale Frauen wurden 54 mg über 2 Jahre eingenommen. (6) Die Mengenangaben des jeweiligen Produkts können auch als Orientierung dienen. | |||||||||||||||||||||||
| 5. Einkauf | |||||||||||||||||||||||
![]() Genistein oder Soya-Isoflavone gibt es ab 10€. Die Kapseln reichen dabei für 3 Monate (10 ct am Tag) | |||||||||||||||||||||||
Die wichtigsten Hormone bei Psychosen und Schizophrenie in der Übersicht:Prohormone | |||||||||||||||||||||||
Studien und Quellen(1) GENESTEIN, A PHYTOESTROGENS FOR THE TREATMENT OF SCHIZOPHRENIA. Silveri Kalpana, Akondi Butchi Raju, 2013 (7) Antidopaminergic effects of leucine and genistein on shizophrenic rat models. P. Suresh, Butchi Raju Akond, 2013 (8) Soya isoflavone supplementation enhances spatial working memory in men. Alicia A Thorp 1, Natalie Sinn, Jonathan D Buckley, Alison M Coates, Peter R C Howe, 2009 (9) Genistein: A Potential Natural Lead Molecule for New Drug Design and Development for Treating Memory Impairment. Shivkanya Fuloria 1, Muhamad Azrul Amir Yusri 2, Mahendran Sekar 2, Siew Hua Gan 3, Nur Najihah Izzati Mat Ran, Pei Teng Lum 2, Subban Ravi 5, Vetriselvan Subramaniyan 6, Abul Kalam Azad 1, Srikanth Jeyabalan 7, Yuan Seng Wu, Dhanalekshmi Unnikrishnan Meenakshi 10, Kathiresan V Sathasivam 11, Neeraj Kumar Fuloria, 2022 (10) Long-term soy isoflavone supplementation and cognition in women: a randomized, controlled trial. V W Henderson 1, J A St John, H N Hodis, N Kono, C A McCleary, A A Franke, W J Mack; WISH Research Group, 2012 (11) Genistein improves depression-like behavior in rats by regulating intestinal flora and altering glutamate gene expression. Chun-min Ma et al. , 2025 (12) Genistein effects on quality of life and depression symptoms in osteopenic postmenopausal women: a 2-year randomized, double-blind, controlled study (13) Pharmacological Evaluation of Antidepressant-Like Effect of Genistein and Its Combination with Amitriptyline: An Acute and Chronic Study. Gaurav Gupta 1,2,*, Tay Jia Jia 1, Lim Yee Woon 1, Dinesh Kumar Chellappan 1, Mayuren Candasamy 1, Kamal Dua, 2015 |

