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SERIE | Antipsychotische Heilpflanzen bei Psychosen und positiven Symptomen:
10. Belerische Myrobalane
| Besserung in 4 -12 Wochen | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Belerische Myrobalane | ✓ | ✓ | - | ✓ | ✓ | - | - |
(+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (Sch) = Schlaf
| Kurzfassung | |
| Die Belerische Myrobalane (Terminalia bellirica) oder auch Bibhitaki genannt ist eine der ältesten Heilpflanzen Südostasiens und wird in der Heiltraditionen des Ayurveda, der TCM und auch in der tibetischen Medizin angewand und erfährt große Wertschätzung. In der Volksheilkunde wird sie als Bitter- und entzündungshemmendes Mittel bei Fieber, Lepra, Gallenbeschwerden, Wassersucht und Durchfall verwendet. Obwohl die Früchte der Myrobalanen heute in Europa kaum bekannt sind, fanden sie doch schon vor über fünfhundert Jahren den Weg aus dem Orient hierher. Dies belegen alte Schriften, welche den traditionellen Wert dieser «fremdländischen Pflaumen» beschreiben. Besonders häufig wird Bibhitaki zusammen mit Amla und Haritaki, beide auch mit antipsychotischer Wirkung, zur beliebten Mischung Triphala (Tri = 3 und Phala= Früchte) verbunden.
Mehrere Tiermodelle für Psychosen wurden verwendet, um die antipsychotische Wirkung von Bibhitaki-Fruchtpulver zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass es psychotisches Verhalten und den Dopaminspiegel im Gehirn reduzierte. Die Belerische Myrobalane konnte das psychotische Verhalten um 40% senken und Olanzapin um 55%. (1) Zudem besitzt die Belerische Myrobalane Eigenschaften zur Linderung von Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen von Antipsychotika, wie Übergewicht, Leber- und Nierenschäden, Diabetes sowie Krebs. (2) Eine Übersichtsarbeit stellt fest: "Ein breites Spektrum an In-vitro- und In-vivo-Studien deutete auf verschiedene biologische und pharmakologische Wirkungen hin, darunter antioxidative, entzündungshemmende, immunmodulatorische, leberschützende, nierenschützende, antidiabetische, antihyperlipidämische und krebshemmende Wirkungen. Präklinische und klinische Studien haben gezeigt, dass die Pflanze T. bellirica und ihre Phytobestandteile ein enormes Potenzial zur Prävention und Behandlung verschiedener Krankheiten haben."(3)| | |
| 1. Wirkungsweise | |
In einer vorklinischen Studie senkte Terminalia bellerica-Fruchtpulver (TBFP) den Dopaminspiegel im Gehirn signifikant. Die vorliegende Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Fruchtpulver von Terminalia bellerica Bestandteile enthält, die die dopaminerge Neurotransmission hemmen und den Dopamin-D2-Rezeptor blockieren. Eine weitere Studie untersuchte die Wirkstoffe der Belerischen Myrobalane. Die antipsychotischen Wirkstoffe sind u.a. β-Sitosterol, Ellagsäure und Quercetin. Diese zeigten eine hohe Bindungsaffinität gegenüber allen makromolekularen Wirkstoffzielen. β-Sitosterol besitzt eine hohe Bindungsaffinität für den Dopaminrezeptor, während Quercetin eine hohe Bindungsaffinität sowohl für den Dopamin- als auch für den Glutamatrezeptor (NMDA-Rezeptor) hat. Ellagsäure bildete stärkere Bindungswechselwirkungen mit GABA. Schlussfolgerung der Studie: "Terminalia bellerica kann als neues Antipsychotikum aus natürlichen Quellen mit vielversprechender Entwicklung dienen." (2) | |
| 2. Studien | |
In einer vorklinischen Studie senkte Terminalia bellerica-Fruchtpulver (TBFP) denDopaminspiegel und die psychotischen Symptome. Somit besitzt es eine antidopaminerge und antipsychotische Aktivität. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Terminalia bellerica eine potenzielle klinische Anwendung bei der Behandlung von psychiatrischen Störungen wie Psychosen hat. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: "Die Ergebnisse deuten auf eine antipsychotische Wirkung von TBFP hin. Weitere neurochemische Untersuchungen können den Wirkmechanismus des pflanzlichen Arzneimittels im Hinblick auf die antidopaminergen Funktionen ergründen und dazu beitragen, die Pflanze als antipsychotisches Mittel zu etablieren." (1) Senkung Dopaminspiegel: Senkung psychotische Symptome: Depression
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| 3. Hilfe bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Psychopharmaka | |
1. Krebs 90% der Antipsychotika und 70% der Antidepressiva gelten als stark krebserregend (9). Die Früchte der Belerischen Myrobalene zeigten Antikrebsaktivitäten. Der Fruchtextrakt hat in mehreren Krebszelllinien eine wachstumshemmende Wirkung mit einem hohen Grad an Selektivität gezeigt. Haut-, Zungen- und Rachenkarzinomzelllinien wurden verwendet, um die Antikrebsaktivitäten von Samenextrakt und Gallussäure zu bewerten. (3) 3. Leber- und Nierenschäden Antipsychotika werden über die Leber und Nieren abgebaut, belasten diese und können zu Schäden führen. (11) (12) Bibhitaki hat leberschützende Eigenschaften. Forscher untersuchten seinen Wirkstoff Gallussäure bei Labortieren. Biochemische Parameter und Leberwerte zeigten eine Verbesserung. (3) 4. Übergewicht | |
| 4. Anwendung | |
Die tägliche Dosis liegt bei etwa einem gestrichenen Teelöffel, also 3g pro Tag. Das Pulver kann man beispielsweise mit Wasser vermischen und einnehmen. Alternativ kann man es in Smoothies und ins Müslis geben oder heiß als Tee mit Honig und Milch trinken. (4) | |
| 5. Einkauf | |
Die Früchte der Belerischen Myrobalane sind unter dem Namen Bibithaki oder auch Baheda zu kaufen. Es gibt sie Rohform oder als Pulver. Hier Beispiele: Bibhitaki Früchte [magicherbs.de] 2,30€/50 g (15 ct/ Tag) Pulver [seyfrieds.de] BIO 8€/100 g (25 ct/Tag) Bibhitaki gibt es auch in der bekannten Mischung Triphala mit Haritaki für negative Symptome und Amla für kognitive Symptome. | |
Studien und Quellen(1) Evaluation of Terminalia bellerica for its antipsychotic potential (2) In Silico Investigations on the Probable Macromolecular Drug Targets Involved in the Anti-Schizophrenia Activity of Terminalia bellerica, Lim Chiew Fei, Anand Gaurav and Mayasah Al-Nema, 2022 (3) Terminalia bellirica in health and disease: A systematic and comprehensive review. Gupta A, Kumar R, Bhattacharyya P, Bishayee A, Pandey AK, 2020 (4) https://heilkraeuter.de/lexikon/bibhitaki.htm (9) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0004867415582231 (10) https://www.aerztezeitung.de/M…stark-erhoeht-307653.html (11) https://dorsch.hogrefe.com/sti…er-psychopharmakotherapie (12) https://www.infomed.ch/screen_template.php?articleid=2387 |