
.
Die stärksten Heilpflanzen bei kognitiven Symptomen | Übersicht und Bewertung
Bis zu 75 % der schizophren Erkrankten haben ein gewisses Maß an kognitiven Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive Funktionen, Intelligenz, soziale Kognition und Motorik. (2)
Der Schweregrad kann von leichten Defiziten bis zu deutlichen Beeinträchtigungen variieren, wobei die Kognition bei Menschen mit Schizophrenie im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen mittelschwer bis schwer beeinträchtigt ist. (2)
Kognitive Fähigkeiten sind die wichtigsten Vorraussetzungen zum selbstständigen Leben, für funktionelle Fähigkeiten, Arbeit und Beschäftigung, Engagement in der Rückfallprävention sowie das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten.
An Schizophrenie Erkrankte zeigen eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit und dieses Defizit trägt zu schlechten klinischen Ergebnissen bei, wie Arbeitslosigkeit und der Unfähigkeit, unabhängig zu leben.
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist der am stärksten betroffene Bereich und diese Defizite beeinflussen die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit am stärksten. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit wird besonders durch antipsychotische Medikamente negativ beeinflusst. Antipsychotika blockieren Dopaminrezeptoren auch in den Gehirnregionen, die mit diesen Symptomen in Verbindung stehen.
Eine aktuelle Rezension zur Behandlung von kognitiven Symptomen bei Schizophrenie stellt fest: "Schließlich stellen die verwirrenden Auswirkungen von Medikamenten auf die kognitiven Funktionen ein weiteres Hindernis in diesem Bereich dar." (2)
Ausgeprägt sind auch Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen sowie Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis oder auch Kurzzeitgedächtnis genannt, also mit der Fähigkeit, Informationen unmittelbar nach Erhalt zu nutzen.
Dies wirkt sich auf schlechte Exekutivfunktionen aus, d.h. die Fähigkeit ist eingeschränkt, Informationen zu verstehen und diese für das Treffen von Entscheidungen zu nutzen.
Das Denken kann kurzschrittig werden, oder Zusammenhänge können in ihrer Komplexität nicht mehr begriffen werden. Der sprachliche Ausdruck verarmt. In zugespitzten Fällen können stereotypes Wiederholen eines Wortes oder Gedankens oder unverständliche Laute auftreten.
Kognitive Störungen dieser Art sind ein zentraler Symptomkomplex der Schizophrenie und ihre Ausprägung sagt am besten voraus, wie gut Betroffene ihren Alltag bewältigen können. Auch Defizite in der sozialen Kognition sind bei Personen mit Schizophrenie offensichtlich und haben einen großen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit.
Mögliche Bereiche die bei Schizophrenie beeinträchtigt sind:
- Aufmerksamkeit und Konzentration
- Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktion
- Lernen und Gedächtnis
- Sprachbezogene Kognition
- Soziale Kognition
Die Bereiche im Einzelnen:
Größere kognitive Beeinträchtigungen wurden bei Menschen mit Schizophrenie in den Bereichen Verarbeitungsgeschwindigkeit, verbales Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis berichtet.
Größere kognitive Beeinträchtigungen waren Berichten zufolge mit schlechterer Funktionalität und schlechterer Einsicht verbunden. Kognitive Beeinträchtigungen wurden auch mit Kindheitstraumata und aggressivem Verhalten in Zusammenhang gebracht.
1. Aufmerksamkeit und Konzentration
Aufmerksamkeit umfasst die Fähigkeit, sich selektiv auf einen bestimmten Reiz zu konzentrieren und andere zu ignorieren. Es gibt verschiedene Arten der Aufmerksamkeit, abhängig von der Art der ausgeführten Aufgabe, darunter anhaltende Aufmerksamkeit, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitswechsel.
2. Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktion
Die Exekutivfunktion wird als Grundlage der selbstgesteuerten Verhaltenskontrolle angesehen und basiert auf dem Arbeitsgedächtnis, um impulsive Reaktionen auf Reize zu hemmen. Seine ordnungsgemäße Funktion ist der Schlüssel zur Problemlösung, zur Vorausplanung, zum Lernen und zur sozialen Interaktion mit anderen und sich selbst.
3. Lernen und Gedächtnis
Lernen und Gedächtnis sind grundlegende Anpassungsprozesse, die Identität, Unabhängigkeit und Lebensqualität bestimmen.
4. Sprachbezogene Kognition
Die kognitive Linguistik betrachtet Sprache als ein Phänomen, das über eine Vielzahl menschlicher kognitiver Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Gedächtnis und Kategorisierung hinweg integriert ist. Basierend auf diesem Prinzip können Nootropika, die auf andere kognitive Funktionen abzielen, wie oben erwähnt, auch im kognitiven Bereich der Sprache wirken.
5. Soziale Kognition
Soziale Kognition ist jeder kognitive Prozess, der an sozialen Interaktionen mit anderen beteiligt ist. Pathologisch ist dies eng mit psychosozialen Dysfunktionen bei neurologischen Entwicklungsstörungen sowie psychologischen und psychiatrischen Störungen wie Schizophrenie, Autismus, Persönlichkeitsstörungen, und schweren Depressionen verbunden.

1. Heilpflanzen bei kognitiven Symptomen
Substanzen, wie Vitalstoffe oder Heilpflanzen, die die menschlichen Kognition und Hirnfunktionen, wie Gedächtnis, Lern-, Auffassungs-, Denk- und Konzentrationsfähigkeit verbessern, werden Nootropika genannt. Das Pflanzenreich liefert die meisten der derzeit verfügbaren Nootropika natürlichen Ursprungs. In der Literatur werden 251 Pflanzenarten aufgeführt, bei denen über eine Verbesserung der Gedächtnisleistung berichtet wurde. (3)

Die geografische Verteilung der Heilpflanzen in der traditionellen Medizin wurde kartiert.
Es zeigte sich eine weltweite Verwendung, z. B. im indischen Ayurveda, in der TCM, in der koreanischen Medizin, in der afrikanischen oder amerikanischen Medizin.
Ein traditioneller medizinischer Text über ayurvedische Medizin, der auf 6.000 v. Chr. zurückdatiert werden kann dokumentiert die Verwendung von „Medhya Rasayanas“, einer Gruppe von Heilpflanzen, die das Gedächtnis und die Intelligenz verbessern. Zu den Pflanzen gehören z.B. Ashwagandha, Brahmi und Jyotiṣmati.
Ebenso wurde die Verwendung der Sibirische Kreuzblumenwurzel, den Pilzen Löwenmähne oder Reishi in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Verbesserung der kognitiven Funktion in wiedergefundenen Manuskripten dokumentiert, die fast 5.000 Jahre alt sind.

Die Wirksamkeit mit signifikanter gedächtnis- und kognitionsverbessernden Aktivität wurde in vorklinischen Studien bestätigt und bei 25 Pflanzenarten auch in klinischen Studien am Menschen. (3)
Ginkgo war dabei das relevanteste Nootropikum in Bezug auf Wahrnehmungs- und Motorikfunktionen. Brahmi verbessert Sprache, Lernen und Gedächtnis. Ashwagandha verbessert Angst und sozial bezogene Kognitionen. Koffein steigert die Aufmerksamkeit und die exekutiven Funktionen. (4)
2. Die stärksten Heilpflanzen bei kognitiven Symptomen
| Symptome/Besserungen | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Ginkgo*** | 20% | 10% | 20% | 20% | 30% | ✓ | ✓ |
| Brahmi*** | ✓ | ✓ | 25% | 15% | 10% | 30% | ✓ |
| Ashwagandha*** | - | 10% | 20% | 30% | 30% | 20% | 40% |
| Schneeglöckchen* | ✓ | 25% | 20% | - | - | - | - |
| Ginseng*** | - | 10% | 15% | 25% | 30% | ✓ | 10% |
| Gotu Kola** | - | - | 20% | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Salbei** | - | - | 15% | ✓ | 10% | ✓ | ✓ |
| Zitronenmelisse*** | - | ✓ | 20% | 35% | 25% | ✓ | 50% |
| Löwenmähne*** | ✓ | ✓ | 10% | 30% | 40% | 15% | 30% |
| Kalmus*** | ✓ | ✓ | 10% | 20% | 20% | 25% | ✓ |
| Taigawurzel** | - | ✓ | 15%(1) | 10% | ✓ | ✓ | ✓ |
| Sibirische Kreuzblumenwurzel** | - | ✓ | 30%(2) | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| CBD*** | 10% | 20% | 10% | 30% | 50% | ✓ | 65% |
| Heilpflanzen-Kombinationen*** | ✓ | ✓ | 55% | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Symptome/Besserungen | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
(1) = im Zusammenwirken mit Schizandra und Rosenwurz
(2) = Sibirische Kreuzblumenwurzel als Hauptbestandteil im Zusammenwirken mit 14 weiteren Heilpflanzen bei kognitiven Symptomen
3. Heilpflanzen und ihre Wirkungsbereiche
| Aufmerksamkeit und Konzentration | Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktion | Lernen und Gedächtnis | Sprache | Soziale Kognition |
| Ginkgo | Ginkgo | Ginkgo | Ginkgo | Ginkgo |
| Brahmi | Brahmi | Brahmi | Brahmi | Brahmi |
| Ashwagandha | Ashwagandha | Ashwagandha | - | Ashwagandha |
| Schneeglöckchen | Schneeglöckchen | - | Schneeglöckchen | - |
| - | Ginseng | Ginseng | Ginseng | Ginseng |
| Salbei | Salbei | Salbei | - | - |
| Gotu Kola | Gotu Kola | Gotu Kola | - | - |
| Kalmus | - | Kalmus | - | Kalmus |
| Zitronenmelisse | Zitronenmelisse | Zitronenmelisse | - | Zitronenmelisse |
| Löwenmähne | Löwenmähne | Löwenmähne | - | - |
| Taigawurzel | Taigawurzel | Taigawurzel | - | Taigawurzel |
| - | - | Sibirische Kreuzblumenwurzel | - | - |
| - | CBD | - | - | - |
4. Weitere bedeutende Heilpflanzen aus der traditionellen Medizin
Wie ober erwähnt gibt es über 200 Heilpflanzen in der traditionellen Medizin die bei kognitiven Symptomen zur Gedächtnissteigerung in der Literatur erwähnt werden. Diese wurden meist in vorklinischen Studien und 25 in Studien am Menschen überprüft. (3)
Da Heilpflanzen-Kombinationen deutliche Wirkungssteigerungen erzielen konnten, werden werden nun weitere wichtige Heilpflanzen für kognitive Symptome der traditionellen Medizin vorgestellt.
| Europäische Medizin | Ayurvedische Medizin | TCM | Sonstige |
| Salbei | Jatamansi | Kokospilz | Grüner Tee |
| Rosmarin | Shankhpushpi | Süßholz | Guarana |
| Melisse | Bhringaraj | Chinesischer Engelwurz | Koffein |
| Pfefferminze | Jyotishmati | Stacheljujubensamen | Kakao |
| Weintraubenkerne (Resveratrol) | Haritaki | Magnolienrinde | Maca |
| Rosenwurz | Guduchi | Astragalus | Mate |
| Heidelbeeren | Kurkuma | Chinafingerhut | Safran |
| Schwarzkümmel | Ingwer | Schizandra | Muskat |
Studien und Quellen
(1) Herbal drugs and natural bioactive products as potential therapeutics: A review on pro-cognitives and brain boosters perspectives. Swati Halder, Uttpal Anand, Samapika Nandy , Patrik Oleksak , Safaa Qusti , Eida M Alshammari , Gaber El-Saber Batiha, Eapen P Koshy , Abhijit Dey , 2021
(2) Pharmakologische Behandlung neurokognitiver Beeinträchtigungen bei Schizophrenie: Eine narrative Übersicht. Kyle Arsenault-Mehta , Mario Hochman-Bérard , Alexander Johnson , Dar'ya Semenova , Bea Nguyen , Jessie Willis , Natalia Mouravska , Ridha Joober , Naista Zhand, 2023
(3) Reversing memory/cognitive impairment with medicinal plants targeting inflammation and its crosstalk with other pathologies. Sheena E.B. Tyler, Luke D.K. Tyler, 2023
(4) Plant-derived nootropics and human cognition: A systematic review. Cristina Lorca,María Mulet,Catalina Arévalo-Caro,M. Ángeles Sanchez,Ainhoa Perez,María Perrino, 2022
Kommentare 3