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ANTIPSYCHOTIKA |
8. Warum Psychiater Anitipsychotika eigentlich nicht selber einnehmen würden?
Vortrag von Dr. Stefan Weinmann: Neuroleptika reduzieren und absetzen - warum und wie?
Zitat„Seit meinem ersten Tag in der Psychiatrie wundere ich mich, warum so viele Therapeuten so viel Energie darauf verwenden, Menschen zu überzeugen Medikamente zu nehmen, die sie eigentlich nicht selber einnehmen würden.“ (Dr. Weinmann)

Dr. Stefan Weinmann ist mit Dr. Aderhold einer der sehr wenigen Psychiater in Deutschland, die sich trauen über die wahre Wirkung von Antipsychotika öffentlich zu berichten. Der Druck von Big Pharma, der hörigen Politik und der Ärzteorganisationen ist so groß, das man als Arzt auch seine Zulassung verlieren kann. Die Mutter von Dr. Weinmann ist an Schizophrenie erkrankt und er berichtet, dass weder er noch seine Kollegen selbst Psychopharmaka nehmen würden (Vortrag 2 min, s.u.).
Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Gesundheitswissenschaftler an der Charité Berlin. Er arbeitet wissenschaftlich im Bereich psychiatrische Versorgungsforschung und besitzt mehrjährige Erfahrung mit Gesundheitssystemen unterschiedlicher Länder. Seine kritische Haltung zur Psychopharmakatherapie hat er in mehreren Publikationen dargelegt.
In diesem Vortrag gibt Dr. Weinmann einen guten Überblick darüber, warum Psychopharmaka äußerst kritisch gesehen werden müssen. Er kann es nicht so klar und deutlich wie Prof. Götzsche auf den Punkt bringen, dass Antipsychotika nur für ein paar Tage bis max. 6 Wochen einen (geringen) Nutzen haben, und danach mehr schaden, aber diese Vortrag zeigt alles, was man über Antipsychotika aus der kritischen Sicht wissen sollte:
Er ist Autor u.a. der Bücher:
"Mythos Psychopharmaka: Warum wir Medikamente in der Psychiatrie neu bewerten müssen."

Buchbeschreibung:
"Arzneimittelstudien prüfen Kriterien wie Symptom-Minderung, Verminderung der Rückfallgefahr oder weniger Nebenwirkungen. Die Betroffene stellen eher die Lebensqualität und -zufriedenheit in den Mittelpunkt, wie auch die Recovery-Bewegung zeigt. Hierzu tragen Medikamente alleine aber wenig bei.
Stefan Weinmann stellt mit diesem Buch nicht nur die Medikamentenbehandlung auf den Prüfstand, er zeigt auch auf, dass es schon längst Alternativen zur Routine-Therapie gibt - man muss sie nur wollen und entsprechend fördern.
Stefan Weinmann zeigt, dass die zentrale Bedeutung der Psychopharmakatherapie bei schweren psychischen Erkrankungen nicht gerechtfertigt ist. Arzneimittelhersteller suggerieren zwar ein anderes Bild, die aktuellen Studien lassen aber Zweifel aufkommen.
Ist der über die Placebo-Wirkung hinausgehende Nutzen von Antidepressiva doch geringer als bisher vermutet? Schaden Antipsychotika in manchen Fällen nicht mehr als sie nutzen?
Höchste Zeit für eine Neubewertung, fordert Stefan Weinmann, und belegt dies ausführlich an den beiden wichtigsten Psychopharmakagruppen, den Antidepressiva und den Antipsychotika."
"Die Vermessung der Psychiatrie: Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiets" (2019)
Buchbeschreibung:
"Die Mechanismen von Täuschung und Selbsttäuschung sind aus der Psychologie gut bekannt. In diesem Buch werden diese Erkenntnisse auf das Fachgebiet Psychiatrie selbst angewendet.
Wie sieht es aus mit der sogenannten »Evidenz« zu den Ursachen von Depression und Schizophrenie? Wie mit der Wirksamkeit von Medikamenten und Psychotherapien? Welche Bedeutungen haben Vorurteile, Verzerrungen und sich selbst erfüllende Voraussagen in der psychiatrischen Behandlung und Forschung? Und wieso helfen viele gut erforschte Ansätze so häufig nicht?
Wenn man die gegenwärtige Psychiatrie verstehen will, muss man verstehen, was in den Köpfen von Psychiatern vor sich geht, sagt Weinmann und plädiert dafür, dass sich die Psychiatrie mehr den sozialen und auch den gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren stellt. Mit diesem Buch liefert er einen kritischen und hochspannenden Beitrag."
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