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ERNÄHRUNG UND NAHRUNGSERGÄNZUNG |
Der Darm - das zweite Gehirn. Wie eine gesunde Darmflora die Symptome von Psychosen und Schizophrenie verbessert ?
| Besserung in 4 - 6 Wochen | G | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Psychobiotika | 10% | 10% | ✓ | 10% | 35% | 30% | 15% | 25% |
| Effektstärke | mittel (0,5) |
G= Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k )= kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
Zitat„Alle Krankheiten beginnen im Darm“ Hippokrates (griechischer Arzt der Antike)
| Kurzfassung |

| Der Darm mit seinem Einfluss auf das Gehirn, und damit auf die Psyche wird in den letzten Jahren zunehmend untersucht. Darm und Gehirn sind über einen Kommunikationsweg miteinander verbunden, wobei das Darmmikrobiom die Gehirnfunktion beeinflusst und umgekehrt.
Untersuchungen zeigen, das Menschen mit Psychosen und Schizophrenie eine veränderte Darmflora haben, und diese beeinflusst die Symptome. Das gleiche gilt für andere psychische Erkrankungen. Erste Befunde gibt es auch für Patienten mit Angststörungen, Depressionen und bipolarer Störung. Ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden verbesserten sich messbar nach Gabe von gesunden Darmbakterien, den sogenannten Psychobiotika.
Die Zusammensetzung der Darmflora ist bei vielen Personen mit psychischen Erkrankungen auffällig und Krankheitssymptome lassen sich zusammen mit den Darmbakterien sogar auf andere Tiere oder Menschen übertragen – und verschwinden wieder, wenn sich das Mikrobiom durch therapeutische Maßnahmen regeneriert. Versuche an Mäusen haben gezeigt, das eine Übertragung von Darmbakterien von Schizophrenen oder Depressiven zu krankheitsähnlichen Symptomen bei ihnen führen. Und andersherum, hat die Gabe von gesunden Darmbakterien die Symptome von psychisch Erkrankten lindern können.
Eine ungesunde Ernährung kann die Darmgesundheit schwer beeinträchtigen. Nur 10,7% der schizophren Erkrankten ernähren sich gesund. Aber auch Stress in der frühen Kindheit, wie durch ein Kindheitstrauma, und andere Stressfaktoren können die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern, was sich dann auf das Nerven- und Hormonsystem auswirken und zu Psychosen beitragen kann. (8)
Eine aktuelle Forschungsarbeit von 2024 mit dem Titel "Zusammenhang zwischen Darmdysbiose und Erstpsychose" berichtet:
"Veränderungen im Gleichgewicht, der Zusammensetzung und der Vielfalt der Darmmikrobiota (Darmdysbiose) stehen nachweislich mit der Entstehung von Psychosen in Zusammenhang. Stress in der frühen Kindheit sowie verschiedene Stressoren in unterschiedlichen Entwicklungsphasen stehen nachweislich mit einer abnormalen Zusammensetzung der Darmmikrobiota in Zusammenhang und führen zu unregelmäßigen immunologischen und neuroendokrinen Funktionen, die wiederum für das Auftreten einer Erstpsychose verantwortlich sein können." (8)
Ungleichgewichte der Darmbakterien (Dysbiose) werden also mit Psychosen und Schizophrenie in Verbindung gebracht, da sie die Immunreaktion und die Produktion von Neurotransmittern verändern. Das Darmmikrobiom spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Immunsystems. Störungen können zu einer Dysregulation des Immunsystems und zu Entzündungen führen, die wiederum mit der Entstehung von Psychosen in Zusammenhang stehen.
Ein Ungleichgewicht der Darmbakterien kann auch die Durchlässigkeit der Darmbarriere beeinträchtigen, wodurch schädliche Substanzen in den Blutkreislauf gelangen und möglicherweise die Gehirnfunktion beeinträchtigen können.
Darmmikroben produzieren zudem wichtige Neurotransmitter wie Serotonin, Glutamat und GABA, die für die Gehirnfunktion von entscheidender Bedeutung sind und bei psychotischen Störungen häufig dysreguliert sind. Forschungen auf diesem Gebiet deuten auf das Potenzial neuer therapeutischer Ansätze durch Veränderung des Darmmikrobioms hin, um die Symptome psychotischer Störungen zu lindern.
Psychobiotika in Ernährung und Nahrungsergänzung
Das Verständnis der Rolle des Darmmikrobioms bietet vielversprechende neue Therapieansätze. Potenziellen Vorteile einer Verbesserung des Darmmikrobioms durch spezielle Ernährung und Nahrungsergänzung wurden in den letzten Jahren als neues therapeutisches Ziel für die Behandlung psychiatrischer Störungen untersucht. Verschiedene Nahrungsergänzung, darunter Probiotika, Präbiotika, Symbiotika und Psychbiotika wurden verwendet.
Was sind Probiotika, Präbiotika, Symbiotika und Psychbiotika
- Probiotika: lebende Mikroorganismen, die bei Verabreichung in ausreichenden Mengen einen Nutzen für die Darmgesunheit bringen
- Präbiotika: unverdauliche Nahrungsmittelbestandteile, die das Wachstum oder die Aktivität nützlicher Mikroorganismen im Darm stimulieren
- Symbiotika: Kombinationen von Probiotika und Präbiotika, die synergistische Effekte erzielen und das Überleben und die Besiedlung nützlicher Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt verbessern wurden entwickelt und haben Vorteile für die psychische Gesundheit gezeigt, darunter Verbesserungen der Wahrnehmung, der Stimmung und des Sozialverhaltens.
- Psychbiotika: Psychobiotika sind nützliche lebende Mikroorganismen (Probiotika), die bei Einnahme durch Beeinflussung der Darm-Hirn-Achse Vorteile für die psychische Gesundheit bringen können, einschließlich potenzieller Verbesserungen der Schizophreniesymptome.
Wirkungsweise
Psychobiotika, also nützliche Mikroorganismen, beeinflussen das Darmmikrobiom und könnten eine alternative Therapiestrategie bieten, indem sie die mikrobielle Vielfalt fördern und Entzündungen, Neurotransmitterproduktion und Immunreaktionen beeinflussen. Sie stärken die Darmbarriere und helfen entzündungsfördernde Substanzen zu reduzieren. Psychobiotika können Neurotransmitter wie Glutamat, GABA und Serotonin produzieren, die sich psychotische und kognitive Symptome auswirken, sowie auf Depressionen, Ängste, Stress und Schlaf.
Verbesserung der Symptome
Psychobitika sind vielversprechend bei der Linderung verschiedener Symptome der Schizophrenie, darunter positive Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen sowie negative Symptome wie Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug. Metaanalysen berichten von mittleren Effektstärken für die Gesamtsymptome bei Psychosen und Schizophrenie (9), mit Besserungen in einzelnen Studien von 10% bei positiven und negativen Symptomen, 25% bei kognitiven Symptomen, 35% bei Depressionen, 30% bei Ängsten, 15% bei Stress und 25% bei Schlafstörungen gegenüber Placebo in 4-6 Wochen.
Individualisierte Ansätze
Die Wirkungen von Psychobiotika können unterschiedlich sein, was die Notwendigkeit präziser medizinischer Ansätze unterstreicht, um zu ermitteln, welche Patienten aufgrund ihres individuellen mikrobiellen Profils am meisten davon profitieren könnten.
Nebenwirkungen von Psychopharmaka
Das Darmmikrobiom hat zudem das Potenzial, durch Antipsychotika induzierte Nebenwirkungen, wie Übergewicht und Stoffwechselstörungen (Diabetes) bei Menschen mit Schizophrenie zu verbessern. Auf das Mikrobiom ausgerichtete Behandlungen können lähmende medikamenteninduzierte Nebenwirkungen lindern, die Lebensqualität zu erhöhen.
Sowohl die Gattungen Lactobacillus als auch Bifidobacterium sind gut etablierte Probiotika, im Handel weithin erhältlich und für ihre ausgezeichnete Verträglichkeit geschätzt. Diese Gattungen werden häufig in zahlreichen klinischen und präklinischen Studien verwendet. |
1. Wirkungsweise - Darm und Gehirn kommunizieren miteinander
Verbindung der Darm-Hirn-Achse
Erst seit wenigen Jahren beginnen Forscher zu verstehen, wie genau der Darm und das Gehirn miteinander über die so genannte Darm-Hirn-Achse kommunizieren. Durch den Vagusnerv sind beide direkt miteinander verbunden und können Informationen austauschen. Gleichzeitig produzieren unsere Darmbakterien Botenstoffe – oder deren Vorstufen –, die unsere Stimmung beeinflussen.
Und noch einen dritten Kommunikationspfad gibt es: die Zellen des Immunsystems, die sich sowohl im Darm als auch im Gehirn finden. Lebende Mikroorganismen wie Lactobacillus und Bifidobacterium, können das Gleichgewicht im Darmmikrobiom wiederherstellen und Immun-, Stoffwechsel- und neurologische Signalwege beeinflussen
Entzündungshemmende Wirkung
Schizophrenie ist mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmmikrobiota und einer verstärkten Entzündungen verbunden. Durch die Förderung einer gesunden Darmflora können Psychobiotika zur Verringerung der Entzündungen beitragen, einem Schlüsselfaktor bei der Entstehung von Schizophrenie.
Stärkung des Immunsystems
Die Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium können die Gesundheit verbessern, indem sie die Stoffwechselfunktion verbessern und Entzündungsreaktionen über immunmverstärkende Eigenschaften reduzieren. Zusammen aktivieren diese Prozesse Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger, fördern das Immunsystem.
Schutz der Darmbarriere
Psychobiotika können die Darmbarriere verbessern und die Darmdurchlässigkeit verringern, wodurch die Freisetzung entzündungsfördernder Substanzen verhindert wird, die die Entzündungen im Gehirn verschlimmern könnten.
Stoffwechselwege
Die Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium können auch verschiedene Neurotransmittersysteme modulieren. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass Beispielsweise Lactobacillus plantarum PS128 angstähnliches Verhalten reduzieren kann, indem es den Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex erhöht und den Serotonin- und Dopaminspiegel im Striatum moduliert.
Studien zeigten, dass der Überstand von Lactobacillus- und Bifidobacterium -Kulturen die Serotoninrezeptoren erhöhen und so zur Regulierung des Serotoninspiegels im Darm beiträgt. Dieser Effekt wurde auch im Gehirn beschrieben, was darauf hindeutet, dass Probiotika die zentrale serotonerge Funktion verbessern.
Sowohl Lactobacillus als auch Bifidobacterium produzieren Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Präklinische Studien haben gezeigt, dass Arten der Gattungen Bifidobacterium und Lactobacillus den GABA-Spiegel im Gehirn und die GABA-Rezeptoren erhöhen können.
Schließlich wurden auch einige Arten der Gattung Lactobacillus als Glutamatproduzenten identifiziert, die den Spiegel dieses erregenden Neurotransmitters im Gehirn erhöhen.
Sowohl die Gattungen Lactobacillus als auch Bifidobacterium besitzen Arten, die kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) produzieren können, hauptsächlich Acetat, Propionat und Butyrat, die entzündungshemmend wirken, Immunsystem stärken und für das Wachstum der Dickdarmzellen und die Gesundheit des Gehirns von entscheidender Bedeutung sind.
Stressachse
Probiotika können die Stressachse beeinflussen und möglicherweise den Cortisolspiegel normalisieren, der bei Schizophreniepatienten häufig verändert ist.
2. Eine veränderte Darmflora bei Psychosen und schizophrener Erkrankung
Immer mehr Studien belegen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung des Mikrobioms und der Entstehung psychischer Krankheiten. Die Ergebnisse zeigen, dass schizophrene Menschen Unterschiede in ihrer Darmflora aufweisen, und dass diese Unterschiede mit Schizophrenie-Symptomen verbunden sind.
Es wurden vermehrt entzündungsfördernde Bakterien wie Eggerthella im Darm gefunden. Und wie es dem Darm geht, hängt von Faktoren wie Stress, Medikamenten und von der Ernährung ab. Wissenschaftler untersuchten die Darmbakterien von Patienten mit Schizophrenie und stießen dabei auf einige Auffälligkeiten: Manche Bakterien fehlten in der Darmflora der Probanden ganz, andere waren hingegen im Übermaß vorhanden.
Die Forscher transplantierten Proben der Darmflora dieser Patienten in den Darm von Mäusen. Die Tiere zeigten daraufhin unmittelbar Symptome, die für eine Schizophrenie charakteristisch sind, wie motorische Unruhe und Schreckhaftigkeit. Ähnliche Ergebnisse lieferten auch Studien zu Angststörungen oder Depressionen.
"Veränderungen im Gleichgewicht, der Zusammensetzung und der Vielfalt der Darmmikrobiota (Darmdysbiose) stehen nachweislich mit der Entstehung von Psychosen in Zusammenhang. Stress in der frühen Kindheit sowie verschiedene Stressoren in unterschiedlichen Entwicklungsphasen stehen nachweislich mit einer abnormalen Zusammensetzung der Darmmikrobiota in Zusammenhang und führen zu unregelmäßigen immunologischen und neuroendokrinen Funktionen, die wiederum für das Auftreten einer Erstpsychose verantwortlich sein können." (8)
Natürlich ist der Zustand der Darmflora nicht die einzige Ursache von psychischen Erkrankungen. Man bekommt keine Psychose, Angststörung oder Depression, weil man sich falsch ernährt. „Die Frage ist nur, welche Veränderung man am ehesten korrigieren kann“, sagt der Neurogastroenterologe Peter Holzer. Die Ernährung ist das zentrale Stellrad, um das Mikrobiom im Darm vielfältig und damit gesund zu halten.
3. Studien
Eine Metaanalyse untersuchte, ob eine Nahrungsergänzung mit Probiotika und Präbiotika Symptome bei Patienten mit Psychosen und Schizophrenie verbessern kann. Neun Studien mit 417 Teilnehmern wurden ausgewertet, darunter sieben placebokontrollierte und zwei offene Studien. Die Gesamteffektstärke deutete auf eine signifikante Symptomverbesserung nach der Mikrobiota-Behandlung hin. Die Effektstärke war mit g= 0,48 nahezu mittelstark. (9)
Probiotika und Präbiotika
7 der 9 hier vorgestellten Studien Patienten mit Lactobacillus und/oder Bifidobacterium. Die verbleibenden zwei Studien verwendeten Inulin oder B-GOS , Präbiotika, von denen bekannt ist, dass sie die Populationen derselben Gattungen erhöhen.
Sowohl die Gattungen Lactobacillus als auch Bifidobacterium sind gut etablierte Probiotika, im Handel weithin erhältlich und für ihre ausgezeichnete Verträglichkeit geschätzt. Diese Gattungen werden häufig in zahlreichen klinischen und präklinischen Studien verwendet und obwohl ihre potenziellen zentralen Wirkungen derzeit diskutiert werden, sind sie seit langem für ihre positive Wirkung auf die Darmgesundheit bekannt.
Historie
1. Der Einsatz von Probiotika als unterstützende Behandlung der Schizophrenie erlangte durch die bahnbrechende Studie von Dickerson und Kollegen im Jahr 2014 Bekanntheit. Sie führten eine placebokontrollierte klinische Studie durch, um die Auswirkungen der Probiotika-Behandlung zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt vor allem auf der Verbesserung der Darmgesundheit lag. Vierzehn Wochen lang erhielten die Patienten eine Probiotika-Mischung aus Lactobacillus rhamnosus GG und Bifidobacterium animalis subsp. Lactis Stamm Bb12. Die Probiotika-Ergänzung wurde gut vertragen und führte zu einer Verbesserung der Schwere der Magen-Darm-Trakt Symptome. (9)
Probiotika und Entzündungen
2. In einer anschließenden Nachuntersuchung derselben Patienten konzentrierte sich die Untersuchung darauf, ob die Behandlung mit Probiotika Entzündungsmarker veränderte. Die Probiotika zeigten immunmverbessernde Eigenschaften, die sich vor allem auf Darmentzündungen positiv auswirkten.
Als Teilursache für Psychosen und Schizophrenie sind Entzündungen verantwortlich, was auf einen möglichen Mechanismus hindeutet, durch den Probiotika ihre wohltuende Wirkung entfalten. Einige Studien haben gezeigt, dass die Behandlung mit Probiotika die Entzündungsreaktion bei Patienten mit Schizophrenie abschwächte.
Symptomverbesserung
3. Die jüngste Studie ( Mujahid et al., 2022 ) zeigte, dass eine Therapie mit Probiotika die psychotischen Symptome bei Patienten mit Schizophrenie, die Risperidon erhielten, verbesserte. Dieser Effekt war mit einem verringerten Entzündungen verbunden, die mit der Entwicklung von Schizophrenie und Dysbiose in Verbindung gebracht wird.
4. Okubo und Kollegen haben desweiteren gezeigt, dass die Verabreichung von Bifidobacterium breve die Schwere von Angstzuständen und depressiven Symptomen bei Patienten mit Schizophrenie verbesserte ( Okubo et al., 2019 ).
5. Darüber hinaus haben Severance et al. in einer randomisierten Studie (2015) angegeben, dass das Vorhandensein von Candida albicans bei Männern mit einer Verschlechterung der positiven Symptome verbunden war. In derselben Studie schien eine probiotische Ergänzung seronegativen Patienten für C. albicans zu helfen.
Probiotika und Stoffwechsel
Das Potenzial von Probiotika zur Linderung von Stoffwechselstörungen, die durch Antipsychotika hervorgerufen werden, wurde in einigen Studien untersucht.
6. So hat beispielsweise eine kürzlich durchgeführte placebokontrollierte Studie gezeigt, dass eine probiotische Nahrungsergänzung mit Lactobacillus acidophilus , Bifidobacterium lactis , Bifidobacterium bifidum und Bifidobacterium longum in Kombination mit Selen sowohl die klinischen als auch die metabolischen Symptome bei Patienten mit chronischer Schizophrenie verbesserte ( Jamilian und Ghaderi, 2011 ).
In dieser Studie führten Probiotika und Selen zu positiven Stoffwechseleffekten, darunter eine Senkung des Nüchternblutzuckers, des Insulinspiegels und der Insulinresistenz. Die Behandlung verbesserte auch die antioxidative Kapazität und zeigte potenzielle entzündungshemmende Wirkungen.
7. Ähnlich fanden Ghaderi et al. (2019) heraus, dass dieselbe probiotische Kombination, ergänzt mit Vitamin D, die klinischen Symptome, die gesamte antioxidative Kapazität und den Entzündungsstatus bei Patienten mit Schizophrenie verbesserte. Darüber hinaus verbesserte diese Behandlung das Stoffwechselprofil durch Senkung des Nüchternglukosespiegels, der Insulinkonzentrationen, der Insulinresistenz und des Gesamtcholesterins.
8. Antipsychotika sind nicht nur mit einer erhöhten Häufigkeit von Magen-Darm-Beschwerden verbunden, sondern auch mit einem höheren Risiko für Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes. Vor diesem Hintergrund führten Yang und Kollegen eine randomisierte Kontrollstudie durch, um zu untersuchen, ob eine gleichzeitige Behandlung mit Probiotika, die Bifidobacterium , Lactobacillus und Enterococcus enthalten, die durch Olanzapin verursachte Gewichtszunahme und den gesteigerten Appetit abmildern könnte ( Yang et al., 2021 ).
9. Die probiotische Behandlung verhinderte erfolgreich die durch Olanzapin verursachte Gewichtszunahme während der Anfangsphase der Behandlung und verzögerte die Zunahme des Appetits. Früheren Studien berichten von einer Verringerung des Körpergewichts und des Bauchfetts durch Lactobacillus- Spezies . ( Kadooka et al., 2010 )
Präbiotika
Zwei Studien umfassten Präbiotika, nämlich mit Oligofructose angereichertes Inulin ( Kelly et al., 2021 ) oder Bimuno®-Galacto-Oligosaccharide (B-GOS®) ( Kao et al., 2019 ).
10. Kelly zeigte, dass die Behandlung mit dem mit Oligofructose angereicherten Inulin, die psychiatrischen Symptome bei medikamentenresistenten Patienten mit Schizophrenie verbessert ( Kelly et al., 2021 ).
11. Ähnliche Verbesserungen wurden von Kao und Kollegen ( Kao et al., 2019 ) mit dem Präbiotikum B-GOS® beobachtet. Die Behandlung brachte signifikante kognitive Vorteile bei Patienten mit diagnostizierter Psychose.
Psychosen und Schizophrenie
Ungleichgewichte der Darmbakterien (Dysbiose) werden mit Psychosen und Schizophrenie in Verbindung gebracht, da sie die Immunreaktion und die Produktion von Neurotransmittern verändern.
In einer Studie erhielten Schizophrenie-Patienten 4 Wochen lang eine probiotische Formulierung. Es gab eine Reduzierung der Angst und Depressionsskala um mehr als 25 % in 4 Wochen. Ebenso verbesserten sich die negativen und kognitiven Symptome bei Schizophrenie-Patienten ... weiterlesen
kognitiven Störungen
Probiotika haben nachweislich Auswirkungen auf das Gehirn, insbesondere auf die kognitiven Funktionen, wenn sie im Rahmen einer gesunden Ernährung oder Nahrungsergänzung eingenommen werden.
Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss: "Laut dieser Metaanalyse hatte die Nahrungsergänzung mit Probiotika einen äußerst signifikanten Einfluss auf die kognitive Funktion bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen" ... weiterlesen
Depression
Veränderungen in der menschlichen Ernährung, einschließlich ungesunde Ernährungsmustern, Gewohnheiten und Lebensmittelverarbeitung, haben die Darmgesundheit stark beeinflusst.
Untersuchungen des „Flämischen Darmflora-Projekts“ belegen, dass im Darm von Menschen, die an Depressionen leiden, Bakterien wie Coprococcus und Dialister in geringerer Anzahl vorkommen als bei gesunden Menschen. Diese Bakterien sind an der Produktion der Hirnbotenstoffe GABA und Dopamin beteiligt, die wichtig für den inneren Antrieb und die Motivation sind.
Angesichts des starken Zusammenhangs zwischen Darmgesundheit und psychischem Zustand einer Depression sind eine gesunde Ernährung und die Aufrechterhaltung einer optimalen Darmfunktion für das psychische Wohlbefinden von größter Bedeutung ... weiterlesen
Angst
Angst ist nicht nur eine der Hauptursachen für Behinderungen und löst körperliche, geistige und soziale Probleme aus, sondern erhöht auch das Risiko für einen Suizid.
Eines steht fest, psychisch erkrankte Menschen haben eine veränderte Darmflora, und diese beeinflusst die Symptome auch von Angstzustände. Ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden verbesserten sich messbar nach Gabe von Psychobiotika ... mehr erfahren
Stress
Psychosen sind mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden - 50 % der Erkrankten erleiden einen Rückfall innerhalb eines Jahres nach einer ersten Episode. Die Rolle von Stress beim Ausbruch oder Rückfall in eine Psychose ist mittlerweile allgemein anerkannt. Aber auch Depressionen, Angst- und Schlafstörungen werden durch Stress ausgelöst.
Frühe Studien haben gezeigt, dass ein vielfältiges Mikrobiom dabei hilft, in Krisen die Stressfaktoren zu regulieren und effizient mit ihnen umzugehen ... weiterlesen
Schlafstörungen
Psychosen sind mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden - ca. 50 % der Schizophrenie-Erkrankten erleiden einen Rückfall innerhalb eines Jahres nach einer ersten Episode. Die Rolle von Schlafstörungen beim Ausbruch oder Rückfall in eine Psychose ist mittlerweile allgemein anerkannt.
Von der Darmmikrobiota produzierten Stoffe wie gesunde Fettsäuren, GABA, Serotonin, Melatonin und Tryptophan spielen eine entscheidende Rolle bei der Schlafregulierung.
Psychobiotika haben einen signifikanten positiven Effekt auf die Schlafqualität von Erwachsenen mit Schlafstörungen ... mehr erfahren
Studien und Quellen
1) Emeran A. Mayer "Gut feelings: the emerging biology of gut–brain communication"Nature Reviews Neuroscience 12, 453-466 (August 2011) (Darm Gefühle: Die Biologie der Darm-Gehirn Kommunikation)
(2) Gershon MD "Review article: serotonin receptors and transporters -- roles in normal and abnormal gastrointestinal motility." Aliment Pharmacol Ther. 2004 Nov;20 Suppl 7:3-14. (Die Rolle von Serotonin für die Muskelbewegung im Darm)
(3) Adams JB et al., "Gastrointestinal flora and gastrointestinal status in children with autism--comparisons to typical children and correlation with autism severity." BMC Gastroenterol. 2011 Mar 16;11:22. (Die Rolle der Darmflora bei Kindern mit Autismus)
(4) de Theije CG et al., "Pathways underlying the gut-to-brain connection in autism spectrum disorders as future targets for disease management." Eur J Pharmacol. 2011 Jul 27. (Die Verbindung zwischen Darm-Gehirn Kommunikation zu Autismus)
(5) Gonzalez A et al., "The mind-body-microbial continuum." Dialogues Clin Neurosci. 2011;13(1):55-62. (Die Verbindung von Geist, Körper und Mikroorganismen)
(6) American College of Neuropsychopharmacology, Probiotics could help millions of patients suffering from bipolar disorder, ScienceDaily, 13. Dezember 2018
(7) https://www.spektrum.de/news/wie-der-d…nflusst/1691794
(8) Association of gut dysbiosis with first‑episode psychosis (Review). Christos Theleritis 1, Maria-Ioanna Stefanou 2, Marina Demetriou 1, Evangelos Alevyzakis 1, Konstantinos Triantafyllou 3, Nikolaos Smyrnis 1, Demetrios A Spandidos 4, Emmanouil Rizos, 2024
(9) Should we consider microbiota-based interventions as a novel therapeutic strategy for schizophrenia? A systematic review and meta-analysis. Lucas Hassib Alexandre Kanashiro 3, João Francisco Cordeiro Pedrazzi 4, Bárbara Ferreira Vercesi 5, Sayuri Higa 6, Íris Arruda 2, Yago Soares 2, Adriana de Jesus de Souza 6, Alceu Afonso Jordão 5, Francisco Silveira Guimarães 6, Frederico Rogério Ferreira, 2024
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