NATURHEILMITTEL BEI SCHIZOPHRENIE (3): Was sind antipsychotische Heilpflanzen?

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NATURHEILMITTEL BEI SCHIZOPHRENIE (3): Was sind antipsychotische Heilpflanzen? Teil 1: Einleitung und Grundlagen


(1) Kräuter

(2) Gewürze

(3) Heilpflanzen

(4) Mittel der orthomolekularen Medizin


Einleitung:

Während in den westlichen Ländern die Häufigkeit von chronischer Schizophrenie und Depression seit den 50 iger Jahren parallel mit dem Einsatz von Medikamenten kontinuierlich steigt (s. Artikel) und die vollständige Genesung nach einer Ersterkrankung sinkt, liegt die Heilungsrate in Entwicklungsländern in Afrika und Asien (Indien) um gute 25% höher, bei 50%. Aus Kostengründen kommen keine Medikamente zur Anwendung und das soziale System und die Versorgung mit Naturheilmittel (Etwa 80 % der Gesamtbevölkerung Asiens und Afrikas sind auf natürliche Heilmittel angewiesen) sind einige Gründe für die besseren Heilungschanchen. Schizophrenie gibt es wahrscheinlich so lange, wie es Menschen gibt. Es gibt traditionelle Heilsysteme, wie Ayurveda (Indien), welche über 3000 Jahre alt sind. Da ist es doch schon mal interessant zu schauen, wie und warum so viele Menschen in diesen Länder eine doppelt so höhe Heilungsrate nach der ersten Psychose erreichen können. In einer aktuellen Studie von 2022 werden alle bisher bekannten und getesteten antipsychotische Inhaltsstoffe von Heilpflanzen (Phytochemikalien) aufgelistet. Es gibt mit diesen Wirkstoffen auch schon günstige heilpflanzliche Medikamente.


Ich habe nun etwas tiefgründiger recherchiert und hoffe, das was in den Studien zu Heilpflanzen und deren Wirkung steht, sich auch in der Praxis bewahrheiten kann. Auch wenn es schon belastbare Studien zu Heilpflanzen, wie Ashwaganda gibt, die nachweißbare Effekte auf die psychotische Symptome zeigen, so wird jeder der sich dafür interessiert, ein Pionier sein müssen um die Auswirkungen bei sich selbst zu testen. Ich habe seit 3 Monaten Koreanischen Ginseng, Astragallus, und Ginko im Test. Ich nehme sie ab und zu mal. Ich kenne jedoch nicht die empfohlene Dosis und schätze die Wirkung derzeit auf plus 5% meines Wohlbefinden. Ich spüre eine feine Energie und sehe sie als eine gute Ergänzung meiner Hausapotheke. Was die Wirkung der unten genannten 10 Heilpflanzen angeht, habe ich in der Praxis auch keine Ahnung, freue mich aber, so wie sich Alexander von Humboldt im Amazonas wohl gefreut hat, mich durch den Dschungel von Heilpflanzenstudien zu arbeiten, mehr über die Mittel zu erfahren, sie zu testen und hier vorstellen zu dürfen.


Phytochemikalien und Antipsychotika:

Ein komplexes Zusammenspiel von genetischen, ernährungsbedingten, mikrobiellen und Umweltfaktoren trägt zur Schizophrenie bei. Mehrere Neurotransmitter wie Dopamin, GABA und Glutamat, Serotonin und Noradrenalin spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung sowie dem Fortschreiten der Schizophrenie auf der körperlichen Ebene. Die Behandlung von Schizophrenie wird normalerweise mit typischen und atypischen Antipsychotika durchgeführt, bringt aber begrenzten Nutzen mit einer Vielzahl von stark belastenden Nebenwirkungen. Antipsychotika sind wirksam bei der kurzfristigen Unterdrückung der psychotischen Symptomen, aber von begrenztem Nutzen bei negativen Symptomen und allgemeiner Psychopathologie (z. B. Depression, Angst, Stress). Ihre Wirkung konzentriert sich darauf, den Dopaminüberschuss in Gehirn zu regulieren, der positive Symptome (wie Halluzinationen) verursacht. Da jedoch auch Entzündungsprozesse, oxidativer Stress, Zellsignalwege und abnormale Aktivierung des Immunsystems Schizophrenie mit beeinflussen ( Kokkinou et al., 2021 ), haben Antipsychotika darauf keine Wirkung. Diese Defizite können durch Heilpflanzen ausgeglichen werden.


Phytochemikalien bieten aufgrund ihrer breiten Palette biologischer Aktivitäten, wie entzündungshemmende Wirkung, antioxidatives Potenzial, Beeinflussung der Neurotransmission und Modulation von Zellsignalwegen potenzielle und vielfältige Alternativen zu Antipsychotika. Phytochemikalien mit antischizophrener Aktivität sind hauptsächlich Flavonoide, Polyphenole, Alkaloide, Terpenoide, Terpene, Polypropanoide, Lactone und Glykoside.


Adaptogene:

Adaptogene sind Heilpflanzen, die dabei helfen, die Anpassungsfähigkeit des Körpers gegenüber Stress zu steigern und dadurch seine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu mildern. Zur Steigerung körperlicher und geistiger Energie werden Adaptogene traditionell in den naturheilkundlichen Lehren der ganzen Welt eingesetzt. Adaptogene Pflanzen werden im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin seit hunderten von Jahren und in der Ayurvedischen indischen Medizin sogar schon seit 1.000 v. Chr. verwendet. Adaptogene werden jedoch nicht nur in der der traditionellen Medizin genutzt, sondern werden auch in der westlichen Welt immer beliebter. Die moderne Wissenschaft beginnt gerade erst, die tatsächlichen Wirkungsmechanismen, die Adaptogenen zugrundeliegen zu entschlüsseln. Ursprünglich eingeführt wurde der Begriff "Adaptogen" 1947 von dem Arzt N. V. Lazarev – um eine Substanz zu bezeichnen, die in Stresszuständen (wie Psychosen) einen regulierenden Einfluss auf den Körper hat. Die Bezeichnung leitet sich von dem Wort „adaptare“ ab und bedeutet übersetzt „anpassen“. Wissenschaftliche Daten weisen auf mehrere bioaktive Bestandteile hin mit signifikanter immunmodulatorischen, entzündungshemmenden und stressreduzierende Eigenschaften. Dabei hat jede der bekannten adaptogenen Pflanzen ihre eigenen, spezifischen Stärken.


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10 Heilpflanzen (Adaptogene) für das Gehirn, bei Schizophrenie und Depressionen:


  1. Ashwaganda
  2. Ginkgo
  3. Panax Ginseng
  4. Astragalus
  5. Brahmi
  6. CBD
  7. Gotu Kola
  8. Rosenwurz
  9. Noni
  10. Reservatrol

Schizophrenie ist eine multifaktorielle Erkrankung mit komplexer Ursache und Verlauf, die mehrere zielgerichtete Substanzen zur Verbesserung positiver und negativer Symptome und kognitiver Beeinträchtigungen erfordert. Natürliche Medikamente wie Phytochemikalien haben das therapeutische Potenzial bei der Behandlung von Schizophrenie durch Modulation von oxidativem Stress, Entzündung von Nervengewebe, Veränderungen des Immunsystems und nachgeschalteten Signalwegen, die die Kennzeichen von Schizophrenie sind, demonstriert.


Dies ist eine Auflistung von relevanten Natursubstanzen, die einen positiven Effekt auf das Gehirn, Schizophrenie und Depression haben. Die Heilpflanzen, die diese Phytochemikalien enthalten, werden in folgenden Artikeln mit ihren Wirkungen vorgestellt.


Quelle:

Alternative Therapie der Psychose: Potentielle Phytochemikalien und Wirkstoffziele bei der Behandlung von Schizophrenie. (2022)

Alternative Therapy of Psychosis: Potential Phytochemicals and Drug Targets in the Management of Schizophrenia
Schizophrenia is a chronic mental and behavioral disorder characterized by clusters of symptoms including hallucinations, delusions, disorganized thoughts and…
www.ncbi.nlm.nih.gov

Dies ist eine Meta-Studie, in die 150 andere Studien und Forschungsberichte eingeflossen sind, siehe Anhang. Interessante Liste, es lohnt sich mal die Titel zu überfliegen um zu sehen, was und wie viel schon zu Schizophrenie geforscht wurde.