12.1.22 - Kindererziehung & Versagergefühle

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Hallo.

Gestern war ein richtig schlechter Tag. Mindestens ab der Musiktherapie. Die ist furchtbar. Zu Hause habe ich viel geweint, hätte mich am Liebsten besoffen - bin aber natürlich bei einem Glas Rotwein geblieben... das letzte Mal viel Alkohol getrunken habe ich vor 20 Jahren, nämlich vor meiner ersten Schwangerschaft. Aber ich würde mich gerne so besaufen , dass ich alles um mich her vergesse. Das Leben ist Scheiße!!! Ich konnte nur schlecht schlafen ,heute Nacht.

Die Frage ist: bleibe ich meinen Erziehungsidealen treu oder unterwerfe ich mich den gesellschaftlichen Zwängen? Wir haben weder xbox, PlayStation noch Switch und nur einen gemeinsamen Fernseher. Wir machen viele Gesellschaftsspiele, die Würfelspiele sind oder Brettspiele oder ähnliches. Die Kinder erleben bei Freunden und Klassenkameraden, dass ein Fernseher mitsamt Spielkonsole im Kinderzimmer dazu gehört und toll ist. Sie haben viel Spaß, wenn wir spielen, aber sie können das nicht erzählen, weil sowas uncool ist und out. Sie werden ausgelacht, ist die Erfahrung. Wir gucken auch fern, für meinen Geschmack zu viel, und nicht nur babyfilme, Smartphones haben die drei jetzt auch alle und M hat einen Beamer dafür. Wir leben Ebene auch nicht komplett altmodisch. Meine Kinder werden in fast alles mit einbezogen, in die Tierhaltung, das Essen zubereiten, das Putzen und Waschen, das Heizen usw... ich finde das gut. Habe selbst zu Hause nichts dergleichen gelernt und bedaure das noch heute. Aber dadurch haben die Kids auch viel zu tun: tägliche und wöchentliche Aufgaben und hier und dort noch e etwas zusätzlich. Sie sehen wir arbeiten alle mit, damit es zusammen klappt und sie werden aufs Leben vorbereitet. Noch 4 Jahre bis M volljährig ist - dann soll er nicht nur selbstbewusst und fleißig sein, sondern alleine leben können, LEBEN nicht nur dahin vegetieren... darauf bereite ich ihn vor. Zwischen den „arbeiten“ spielen wir oder iCh mache Ihnen w-lan an oder so... es gibt also auch Freizeit. Doch die Freunde der Kinder, besonders meiner Tochter, fragen wieso sie so viel Machen müssen? Das macht meine Kinder natürlich nachdenklich und manchmal frustriert.

Soll ich mich den Gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen und mich anpassen oder soll ich bei meinen Vorstellungen einer idealen Erziehung bleiben? Ein Mittelweg wäre sicherlich das Beste, doch wie findet man die Balance zwischen Zen beidem?


Ich muss jetzt wieder...

Lg hejemalafa

Kommentare 5

  • Guten Morgen,

    Ich danke euch allen für eure lieben Kommentare, habe gestern auch mit der Therapeutin darüber gesprochen - nun bin ich was das betrifft etwas entspannter. Nur etwas... ich habe dennoch Angst vorm JA-Besuch. Ist wohl irgendwie normal.

    LG hejemalafa

  • Liebe Hejemalafa, ich finde du machst vieles optimal. Egal wie die Kinder sich heute manchmal beklagen, werden sie es irgendwann zu schätzen wissen.

    Mein Sohn ist jetzt 35 und wir sprechen manchmal über die Vor- und Nachteile meines Erziehungsstils in seiner Kindheit. Immer kommt unter anderem dabei heraus, dass ich meine Kinder zu wenig gefordert habe, was die alltäglichen Dinge angeht.

    Sie können zwar alles, da ich sie alles was ich machte mitmachen ließ, wenn sie wollten, aber beide haben heute ihre Schwierigkeiten mit der Kontinuität. Beide leben sehr lustorientiert.

    Also Kopf hoch und selbstbewusst deine Überzeugung leben, egal was irgendwer von den Kindern/Eltern/Nachbarn/Lehrern usw. sagt!!

    Herzliche Grüße

    Elfriede

  • Hallo hejemalafa


    Ich denke auch, dass du das sehr gut machst... Die Vorbereitung auf ein selbstständiges leben ist sehr wichtig!!


    Zu kurz kommen dürfen aber auch der soziale Kontakt mit gleichaltrigen nicht, da lernen die Kinder viele soziale Kompetenzen....


    Ich musste auch zu Hause viel mithelfen, von kochen bis staubsaugen (Scheidungskind)... Hat mich schon fürs leben geschult... Ausserdem hatten wir in der Schule als Pflichtfach Hauswirtschaft... Und in der Armee habe ich als kleine spezialisierung den detachment Koch gemacht...


    Aber auch das erlernen von neuer Technik und die Neugier wie etwas funktioniert finde ich wichtig! Vielleicht eben mal nicht nur daddeln am Computer sondern ein eigenes Spiel programmieren, auch wenn es nur hangman ist....


    Aber du machst das schon sehr viel und ich denke, diese Vorbereitung aufs leben, das eben nicht nur auf daddeln besteht, ist sehr wichtig!!

    Danke 1 Gefällt mir 1
  • Hallo hejemalafa,

    ich kann leider nicht viel dazu sagen, da ich keine Kinder habe und dadurch bei erziehungsfragen aufgeschmissen. Ich kann aber aus meiner Jugend berichten, dass ich zu Hause nichts gelernt habe. Ich bin mit 17 Jahren ausgezogen und wusste nicht einmal wie man Wäsche wäscht, wie oft man die Toilette putzt oder wie man kocht. Das habe ich alles erst später gelernt. Mein Freund hat schon sehr früh zu Hause kochen gelernt. Ich darf ihm nicht an die Wäsche gehen ;), er wäscht heute noch seine Wäsche selbst.

    Also ich finde es toll, wie Du Deine Kinder erziehst.

    Gefällt mir 1 Danke 1
  • Hoi


    Also als ich dein Beitrag gelesen habe, empfinde ich dich als Vorzeigemutter.

    Ich bin weit entfernt davon.


    Mein Sohn hat eine Switch und ist sehr geübt darin. Er ist jetzt 9.

    Auch Wii hat er, das er jeden Abend eine stunde mit seinem Opa spielt.

    Wir spielen aber auch Kartenspiele, fast jeden Abend.


    Da es mir gesundheitlich nicht gut geht, ich bin berentet und depressiv und nehme Antipsychotika, kann ich oft nicht viel machen mit meinem Sohn.

    Ich sollte ihn auch mehr einbeziehen in die Hausarbeit.

    Wünsche mir auch, dass er vorbereitet ist für ein Leben nachdem 18ten Lebensjahr.

    Dass er seine Wäsche selbst machen kann und putzen.


    Aber wie soll das gehen ?

    Ich habe eine Haushaltshilfe die mir alle zwei Wochen den Kehr macht.

    Backen würde ich gerne, aber traue mich alleine nicht. Wenn ich einen Mann hätte würde ich dies gerne zusammen machen. Ebenfalls kochen.

    Ich koche zwar vollwertig jeden Tag zwei Mal für meinen Sohn und mich.

    Dies ist aber schon alles was ich mache....


    Mehr liegt nicht drin.

    Bin zuwenig belastbar.


    Werde nun bald noch ehrenamtlich 2 -4 stunden in einem Seconhandshop für Kinderkleider aushelfen.

    Damit ich etwas rauskomme.

    Ansonsten hüte ich noch einen Hund zweimal die Woche.


    Gruss Windlicht <3


    ps: Du kannst stolz sein, dass du so konsequent sein kannst in deiner Kindererziehung!

    Dass du belastbar genug bist um Grenzen zu geben und zu Erziehen.

    Danke 2