08.01.2022 Endlich ein Betreuer...

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Diese Woche meldete sich zum einen der neu bestellte Betreuer und zum anderen die Richterin K.


Der Betreuer, Hr. M. klang am Telefon dynamisch, offen und voller Tatendrang. Am Freitag wird er die Unterbringung beantragen, so sein Tenor am Mittwoch.

Hr. M. machte mir wenig Hoffnung Miri in einem betreuten Wohnen unterzubringen, da dies sich äußerst schwierig gestalten würde, wenn die Betroffene das nicht will. Das müsste dann richterlich angeordnet werden und das geschähe nur, wenn jemand sich in fremdgefährdender Weise strafbar gemacht hat oder suizidal wäre. Da Hr. H., der Vermieter wohl gegen seine Behauptung, keine Anzeigen bei der Polizei gemacht hat, gibt es bei Miri hinsichtlich dessen keine Handhabung.

Der Termin für die Zwangsräumung ist am 04.02.2022. Das erfuhr der Betreuer vom Vermieter als er am Mittwoch Miri kennenlernen wollte, sie nicht antraf und daraufhin ein längeres Gespräch mit dem Selben führte, da dieser zufällig um die Ecke kam und laut Betreuer viel zu erzählen hatte. Hr. M. und ich verabredeten einen Termin für nächste Woche an dem wir Eckdaten klären werden.


Die Richterin K. rief mich am Mittwoch morgen an um mit mir einen möglichen Termin für eine Anhörung bei Miri zu machen. Wir vereinbarten einen Termin für den Freitag vormittag:

Miri war bereits auf den Beinen, als ich eintraf und wirkte außergewöhnlich fit auf mich. Sie lächelte mich freundlich an und freute sich über den mitgebrachten Kaffee.

Die Richterin erschien überpünktlich und befragte Miri zu den Themen: "aktuelles Gutachten" und "freiwilliger Therapie".

Das Gespräch wurde auf beiden Seiten etwas laut, da Miri sich heute wieder streitbar und sogar relativ wortgewandt, aber wenig Tatsachen bezogen zeigte. Nach einem Blickkontakt mit mir wechselte die Richterin in einen fürsorglich liebevollen Ton um Miri klar zu machen, dass ihr geholfen werden soll, langfristig ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Sie versuchte Miri zu verdeutlichen, dass derzeit kaum freie Plätze in Kliniken vorhanden seien und wenn man das Glück hat einen zu ergattern, man die Chance unbedingt nützen sollte. Es gäbe viele Menschen, die eine solche Erkrankung hätten und Hilfe benötigten. Ich konnte an Miris Mimik sehen, dass sie für einen Moment aufmachte und sogar freundlich auf das Gesagte reagierte.


Als Fr. K. gegangen war, fragte ich Miri etwas scheinheilig, ob es denn mehr Menschen gäbe, die hier so einfach auftauchen und sie befragen würden. Miri verneinte das vehement.

Offenbar kann sie sich an den Herrn von der Betreuungsstelle, den Gutachter, die Verfahrensbetreuerin und zudem die Polizei nicht erinnern.

Ich stellte meiner Tochter noch die Frage, wo wir ihre Sachen lagern sollen, bevor sie alle bei der Zwangsräumung im Container landen. Miri meinte darauf hin, sie würde sie mit in ihre neue Wohnung nehmen... ?( Ich beließ es dabei.