24.09.2021

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Nach erfolglosem Läuten und Klopfen auch in dieser Woche, klingelte ich auf dem Handy an. Miri ging nicht ran. Ich warf alle meine guten Manieren und Überzeugungen über den Haufen lugte durch das Fenster und sah meine Tochter lesend und Kekse vertilgend auf dem Sofa lümmeln. Erleichterung machte sich in mir breit. Soweit alles gut. Ich fuhr, verbrachte eine gemütliche Zeit mit Elli und erhielt von einer Betreuerin ein Schreiben das von Miri unterschrieben werden sollte. Man hätte es schon direkt versucht, wurde mir gesagt,- ohne Erfolg. Das gab mir den Impuls nochmal zu Miri zu fahren, das Auto auf der Straße stehen zu lassen und mich über die Wiese "anzuschleichen".

Miri saß draußen. Als sie mich sah, schwankte ihre Mimik zwischen Freude und Stress. Sie nahm mich herzlich in die Arme und ließ sich drücken. Als ich ihr kurze Zeit später erzählte, dass ich vorher schon geklopft hätte und scheinheilig fragte ob sie denn weg gewesen sei, verneinte Miri überrascht und meinte, sie dachte, dass das der Vermieter gewesen sei. Sie wollte nicht öffnen, da sie sich gerade so wohl gefühlt habe und ihre Ruhe haben wollte. Miri sah ausgesprochen gut aus, roch gut und wirkte sehr entspannt. Mein Ansinnen die Bestätigung für die Schule zu unterschreiben, lehnte sie mehrfach ab und deklarierte das als die Aufgabe ihres Mannes. Ich konnte sie dann doch überzeugen, dass ihre Unterschrift in diesem Fall gefragt sei, da auch sie das Sorgerecht für Elli habe.

Miri fing kurz darauf an zu behaupten, dass ihr Mann ihr Schreiben vom Gericht zum Thema Sorgerecht aus der letzten Wohnung gestohlen hätte. Meine Vermutung, dass es dazu kaum Briefe geben dürfte, da es vor Gericht meines Wissens nur um das Aufenthaltsbestimmungsrecht ging, versetzte sie in nachdenkliche Stille und mir schien, als ob sie das nachvollziehen konnte. Zumindest dachte sie darüber nach.

Meine vorsichtigen Fragen ob es bei Job oder Wohnung etwas Neues gäbe beantwortete Miri mit zögerlichem Nein. Auch mit der Rechtsanwältin ginge nichts voran. Seufzte und meinte, dass das alles so schwierig und anstrengend sei. Das Passwort für den Schleppi hätte Andre auch manipuliert. Sie käme nicht mehr rein. Ich fragte sie, ob wir uns das mal anschauen wollen. Ja wollen wir, meinte Miri unter einem Anflug von Humor. Wir gruben den Laptop unter einem Berg von Schokoladenpapier, Geschirr und Brösel hervor. Ich machte ihn an und bat Miri das Kennwort wie in der alten Wohnung einzugeben. Er hieß Miri sofort Willkommen. Ein verblüfftes verlegenes Lachen auf seitens Miri. Ich sah mich unauffällig in der Bude um, registrierte einen schimmeligen Eimer mit Kaffeesatz, Batterien von leeren Boostern und den mangelnden Einsatz vom Staubsauger. Es sieht aktuell wirklich schlimm aus. Seit gut drei Monaten lebt Miri nun schon zwischen gepackten Kartons und im Chaos.

Ich fragte meine Tochter noch ob der Vermieter denn öfter bei ihr auftauchen würde. Nein, er mache das nur manchmal und verhalte dabei normal, war die Antwort.

Melde dich wenn etwas ist, sagte ich zu meiner Tochter um ihr zu signalisieren, dass ich für sie da bin. Wir verabredeten uns für den Samstag, da wollte Miri mit zu ihrer Tochter.


Ansonsten wieder eine entspannte Woche ohne besondere Vorkommnisse. Der Umsatz ging wieder etwas zurück, mein Mann hatte Urlaub, alle Enkel in der Schule und ich machte weiterhin nur mein Zeug. :thumbup: :) Ach ja, Fili ist trächtig, meine Schwester glücklich und ich stoisch uninteressiert daran, da ich finde, dass es keine Art ist seinen Hund in dieser Form zur Aufbesserung der eigenen Finanzen beitragen zu lassen. Die Tierheime quellen über. Das tat ich kund und beteilige mich nicht an den zu treffenden Vorbereitungen trotz indirekter Anfragen. Meine Schwester nimmt es teils amüsiert, teils verärgert, je nach Lage auf.