🆘 Erste Hilfe bei Schizophrenie – für Betroffene
Was tun, wenn es dir gerade nicht gut geht – Schritt für Schritt
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Wenn du dich oder andere in unmittelbarer Gefahr siehst: Ruf sofort den Notruf 112 (DE/AT/CH) oder geh in die nächste psychiatrische Notaufnahme. Deine Sicherheit hat Vorrang vor allem anderen.
1 Krisen-Hotlines – jetzt sofort
🇩🇪 Deutschland
Telefonseelsorge
0800 111 0 111
oder 0800 111 0 222 · kostenlos · 24/7 · anonym
🇦🇹 Österreich
Telefonseelsorge
142
kostenlos · 24/7 · anonym
🇨🇭 Schweiz
Die Dargebotene Hand
143
kostenlos · 24/7 · anonym
🇩🇪 Deutschland – Spezifisch
Krisendienst Psychiatrie (München/Bayern)
0800 655 3000
kostenlos · 24/7 · auch für andere Regionen gibt es lokale Krisendienste
2 Wie erkenne ich, dass es mir gerade nicht gut geht?
Bei einer beginnenden Psychose verändert sich das Erleben schleichend – oft merkst du selbst nicht sofort, dass etwas nicht stimmt. Folgende Zeichen können darauf hinweisen:
Gedanken rasen oder du kannst dich kaum konzentrieren
Du schläfst kaum oder der Schlaf-Wach-Rhythmus dreht sich komplett um
Du hörst Stimmen oder Geräusche, die andere nicht hören
Du hast das Gefühl, dass Dinge eine besondere Bedeutung für dich haben oder du beobachtet wirst
Stimmung kippt stark – Euphorie oder tiefe Niedergeschlagenheit ohne erkennbaren Grund
Du ziehst dich zurück und willst mit niemandem mehr reden
Du weisst selbst nicht mehr sicher, was real ist und was nicht
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Wichtig: Du musst das nicht alleine beurteilen. Ruf jemanden an – die Telefonseelsorge, eine Vertrauensperson oder direkt deinen Psychiater. Du musst nicht erst sicher sein, dass etwas nicht stimmt, um Hilfe zu holen.
3 Was tun in einer akuten Krise?
- Einen sicheren Ort aufsuchen. Geh irgendwo hin, wo du dich sicher fühlst – nach Hause, zu einer vertrauten Person, in einen ruhigen Raum. Weg von lauten oder beängstigenden Reizen.
- Eine Vertrauensperson kontaktieren. Ruf jemanden an, dem du vertraust – Familie, Freund, Nachbar. Sag einfach: «Mir geht es gerade nicht gut, kannst du bei mir sein?» Du musst nicht erklären warum.
- Deinen Psychiater oder die psychiatrische Ambulanz anrufen. Die meisten psychiatrischen Kliniken haben eine 24-Stunden-Notfallambulanz. Du musst nicht auf einen Termin warten.
- Deine Medikamente nicht absetzen. Auch wenn du das Gefühl hast, sie nicht zu brauchen – gerade in einer Krise ist das Weiternehmen wichtig. Sprich erst mit deinem Arzt, bevor du etwas änderst.
- Reizreduktion. Wenig Lärm, wenig Bildschirm, kein Cannabis oder Alkohol. Diese Dinge können eine Psychose deutlich verschlimmern.
- Notfall: 112 oder psychiatrische Notaufnahme. Wenn du das Gefühl hast, dich oder andere zu gefährden, oder wenn die Situation eskaliert – ruf sofort den Notruf oder lass dich von jemandem in die Notaufnahme fahren.
4 Akutphase vs. Stabilisierungsphase – was ist gerade angesagt?
5 Krisenplan erstellen – wenn es dir gut geht
Wenn du dich gerade in einer stabilen Phase befindest, ist jetzt der beste Zeitpunkt, dir für die nächste Krise vorzubereiten. Schreib auf:
- Meine ersten Frühwarnsymptome: Was verändert sich bei mir, bevor es richtig schlimm wird?
- Meine Vertrauenspersonen: Name + Telefonnummer – wer soll zuerst angerufen werden?
- Mein Psychiater / meine Klinik: Nummer der Notaufnahme, Ambulanz
- Meine Medikamente: Name, Dosis, wann eingenommen
- Was hilft mir in einer Krise: Ruhige Musik? Spaziergang? Decke? Bestimmte Person?
- Was hilft mir NICHT: Was macht es schlimmer – und was sollen andere in einer Krise nicht tun?
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Den ausgefüllten Krisenplan an einer gut zugänglichen Stelle aufbewahren – und einer Vertrauensperson geben, damit sie ihn im Ernstfall auch findet und nutzen kann.
6 Was hilft mir langfristig?
- Regelmässige Medikamenteneinnahme – der wichtigste Schutz vor Rückfällen
- Stabile Schlafzeiten – Schlafmangel ist einer der häufigsten Auslöser
- Kein Cannabis, wenig Alkohol – beide können Psychosen auslösen oder verschlimmern
- Regelmässige Bewegung – nachgewiesene positive Wirkung auf Verlauf und Wohlbefinden
- Stress reduzieren – Überforderung erkennen und Pausen einplanen
- Therapeutische Begleitung – Psychoedukation, Gesprächstherapie, Gruppenangebote
- Austausch mit anderen Betroffenen – du bist nicht allein. Foren wie dieses, Selbsthilfegruppen